Auras Aufstieg ließ Rottershausens "Spirken" tief fallen
Autor: Steffen Standke
LKR Bad Kissingen, Montag, 13. April 2020
Als der SV im Juni 2005 in der Kreisklassen-Relegation einen knappen Sieg über den FC Rottershausen feiert, ahnt keiner, dass das für eine der Mannschaften eine schwerwiegende Entscheidung bedeutet. Mittlerweile haben sich die Verhältnisse umgekehrt.
Für den SV Aura bedeutete es einen großen Erfolg nach langer Durststrecke; für den FC Rottershausen war es der Supergau nach mauer Spielzeit: Das 1:0 (0:0) durch Marko Moritz in der Relegation Mitte Juni 2005 besiegelte den Aufstieg der Auraer von der A- in die Kreisklasse und den vorläufigen Abschied der "Spirken" aus der höheren Liga.
An die fotografierte Szene selbst kann sich Peter Sattes, damals SV Aura, nicht mehr erinnern, an den Charakter der Partie schon. "Es war spielerisch kein Sahnestückchen von beiden Teams; es wurde hart gekämpft. Für beide ging es um alles".
Das spiegelt auch das Foto wider, das in der Heimatzeitung am 11. Juni vor 15 Jahren erschien: Sattes, von dem nur der Haarschopf und kein Gesicht zu erkennen ist, scheint ins Straucheln gekommen zu sein. Aber er hat offensichtlich Gegenspieler Michael Bieber vom Ball abgedrängt; der fällt ins Leere.
Erhebliche Probleme
Der 38-Jährige Rottershausener hat den Zeitungs-Artikel von damals ausgeschnitten und aufbewahrt. Das Spiel war Endpunkt eines längeren Kampfes um die Kreisklasse. "Wir waren immer mehr oder weniger um den Relegationsplatz gekreiselt, konnten die Liga aber fünf Jahre lang halten", sagt Bieber.
Doch in der Saison litt die Mannschaft unter erheblichen Besetzungsproblemen; die Trainingsbereitschaft war auch verbesserungswürdig, erinnert sich der einstige Mittelfeld- und Abwehrspieler. Der Wechsel zu einem recht unerfahrenen Trainer in der Winterpause verpuffte. Und so gingen die "Spirken" mental angeschlagen ins Relegationsspiel.
1#googleAds#100x100Der SV Aura verbreitete eine ganz andere Stimmung, erinnert sich Peter Sattes. In den Ligaspielen zuvor hatte die Mannschaft lange um die Meisterschaft in der A-Klasse mitgespielt. Doch ausgerechnet zum Saisonfinale unterlag der SV Konkurrent TSV Ebenhausen mit 1:4. Die Meisterschaft war futsch; es blieb der zweite Platz, der zur Aufstiegsrelegation berechtigte. Trotzdem eine Enttäuschung.
"Wir haben dann aus Trotz gesagt, dass wir statt einmal die Meisterschaft lieber drei Mal feiern wollen: erst zwei Siege in den Aufstiegsspielen, dann das 75. Jubiläum des Vereins", sagt Sattes. Daran, dass die Auraer trotz Tiefschlags so topmotiviert in die Aufstiegsrelegation gingen, habe Spielertrainer Wolfgang Schmitt großen Anteil gehabt. "Er war ein guter Fußballer und einzigartiger Mensch. Er redete viel, war immer gut gelaunt. Er hat uns kameradschaftlich den entscheidenden Push gegeben, dass wir den Aufstieg geschafft haben."