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Sebastian als Vorbild


Autor: Arthur Stollberger

Nüdlingen, Dienstag, 23. Januar 2018

Mit einem Gottesdienst und anschließenden Empfang feierte die Gemeinde Nüdlingen das 327. Sebastianifest.
Festprediger Pater Josef Bodenstein (links) und Pfarrer Dominik Kesina beim Sebastianifest. Arthur Stollberger


Mit einem Festgottesdienst und einem anschließenden Empfang im Pfarrsaal wurde das traditionelle Fest des Ortspatrons, des Heiligen Sebastian, würdig begangen. Der feierliche Einzug mit den Fahnenabordnungen der Ortsvereine, Bürgermeister und Vertretern des Gemeinderats war ein Zeichen für die enge Verbindung zwischen der politischen und der kirchlichen Gemeinde. Deutlich wurde auch das problemlose ökumenische Miteinander in Nüdlingen.
Pfarrer Dominik Kesina freute sich, seinen Mitbruder Pfarrer Philipp Klein von der evangelischen Kirchengemeinde Bad Kissingen willkommen zu heißen. Als Festprediger war Pater Josef Bodenstein aus Würzburg, der dem Franziskaner-Minoritenorden (OFM) angehört, gekommen. Der Sportschützenverein gestaltete den Festgottesdienst mit. Für die musikalische Umrahmung sorgte der Kirchenchor St. Kilian unter der Leitung von Christine Stumpf.
Pater Josef OFM ging auf das Wirken und die Leidensgeschichte des Heiligen Sebastian ein. Dieser hatte sich in der Zeit der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian für die Christen eingesetzt. Als Strafe wollte ihn der Kaiser durch Bogenschützen töten lassen. Eine Witwe kümmerte sich um den Schwerstverletzten und pflegte ihn gesund. Daraufhin stellte sich der mutige Sebastian erneut dem Kaiser entgegen und setzte sich weiterhin für die Christen ein. Sebastian wurde der Prozess gemacht und er musste den Märtyrertod sterben. Sein standhaftes Glaubenszeugnis blieb über die Jahrtausende unvergessen. Erhalten blieb auch die Erfahrung der Landwirte "Sturm und Frost an Sebastian ist den Saaten wohl getan." Pater Josef fügte hinzu, der Glaube könne wachsen, wenn man Sebastian als Vorbild ansehe.
Bürgermeister Harald Hofmann sagte, der Ortsfeiertag sei ein ganz besonderes Fest. Er ging auch auf die aktuelle politische Situation in Deutschland und Europa ein. Hofmann sagte dem örtlichen Helferkreis für die Unterstützung von Flüchtlingen herzlichen Dank. Er warb um Verständnis bei teilweise ungeduldigen Bürgern. Der Bürgermeister lobte das Engagement der Verantwortlichen in der Feuerwehr und anderen Vereinen. Diese Hilfsbereitschaft sei leider keine Selbstverständlichkeit mehr. So würden zurzeit eine Reihe von Schulweghelfern gesucht. Der Bürgermeister ging nur kurz auf die getroffenen Entscheidungen im Gemeinderat und auf die in diesem Jahr anstehenden Aufgaben ein.
Die enge Gemeinschaft von kirchlicher und politischer Gemeinde wurde auch beim Sebastianiempfang im Pfarrsaal deutlich. Pfarrer Dominik Kesina und Bürgermeister Harald Hofmann begrüßten auch hier Pfarrer Philipp Klein und viele Vertreter der Vorstände aus den örtlichen Vereinen. Der Kirchenchor St. Kilian (Leitung Christine Stumpf) sorgte mit seinen Beiträgen für Stimmung und Bewunderung. Pfarrer Kesina verband seine Neujahrswünsche mit dem Blick auf Veränderungen in der Gesellschaft und der Kirche. Dort, wo man lebe und arbeite, solle man sich fragen: "Wo muss ich mir Zeit nehmen, um Gutes zu tun?"
Pfarrer Klein ging auf den Wunsch vieler Bürger nach einer Verkehrsberuhigung ein. Dadurch könne die Lebensqualität in Nüdlingen und Haard verbessert werden. Auf das Gottesbild eingehend sagte der Pfarrer: "Gott will dem Durstigen zu trinken geben. Gott ist ein Gebe-Gott". Er halte seine Versprechen. Mit Gottes Geist ließen sich auch schwierige Situationen bewältigen.
Bürgermeister Harald Hofmann wies in einer Mitteilung darauf hin, dass in einer Bürgerversammlung am 1. März das - vorläufige - Konzept der Ortsumgehung vorgestellt werden solle.