Fast ein Dutzend Schornsteinfeger aus dem Landkreis sammelten am Freitag zum "Tag des Schornsteinfegers" im Rahmen der Aktion "Triff das Glück in deiner Nähe" für schwerkranke Kinder. Nach zehn Stunden durfte sich Organisator Felix Keßler (Garitz) über 1 646 Euro freuen, die die Kissinger in der Hoffnung auf etwas Glück für die Kinder und vielleicht auch für sich selbst in die Spendenbox gesteckt hatten.

Schon seit Jahren ruft der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks zu Spenden für schwerkranke Kinder auf. Mit bisher insgesamt zwei Millionen Euro gehört seine jährliche Glückstour zu den größten privaten Hilfsaktionen in Deutschland. Mit dem Geld wurden schon viele private Initiativen, Elternvereine und Kliniken unterstützt sowie Forschungsprojekte ermöglicht.

In diesem Jahr sind die Spenden vor allem zur Unterstützung von Kindern mit dem Williams-Beuren-Syndrom und deren Angehörigen gedacht. In Bad Kissingen hatte Bezirksschornsteinfeger Felix Keßler seine Landkreis-Kollegen zur Teilnahme an der Wohltätigkeitsaktion aufgefordert, denn "Gesundwerden ist keine Glückssache". Tagsüber sammelten er und seine Kollegen, die in ihrer schwarzen Arbeitskleidung mit Zylinder schon seit dem Mittelalter von der Bevölkerung als Glücksbringer geschätzt werden, in der Stadt vor dem Alten Rathaus, später bis in die Abendstunden bei der Spielbank.

Viele Passanten zückten ihre Geldbörse und nutzten gleichzeitig die selten gewordene Gelegenheit, am goldenen Knopf der traditionellen Montur eines Kaminkehrers zu drehen, verspricht dies doch künftiges Glück. Vielleicht war die Hoffnung auf Glück auch der Grund für stellvertretenden Landrat Emil Müller und Bad Kissingens dritten Bürgermeister Thomas Leiner, bei den Männern in Schwarz vorbeizukommen. Schließlich können auch Landkreis und Kreisstadt bei knappen Kassen etwas Glück gebrauchen.

"Wir hatten viele nette Gespräch und es hat allen Freude gemacht", fasste Organisator Keßler später als Ergebnis des Tages zusammen. Besonders dankte er der Spielbank, die nicht nur für einen kleinen Sektempfang gesorgt und die schwarz gekleideten Glücksbringer verköstigt hatte, sondern abschließend auch noch professionell beim Zählen der 1646 Euro geholfen hat.