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Schöner Ausflug endet nicht schön


Autor: Redaktion

Bad Kissingen, Sonntag, 14. August 2016

Ein Ausflug der Flüchtlingskinder zum Klaushof war eine wirklich gelungene Sache. Bis man sich zu einem Picknick niederlassen wollte ...
Begegnung mit fremden Tieren: Flüchtlingskinder besuchten den Wildpark Klaushof. Fotos: Karin Reinshagen


Bad KissingenEine Sensation für die Kinder war die Fahrt zum Wildpark mit dem Kurbähnle und schon bald ertönte das Kindergartenlied "Tuff tuff tuff die Eisenbahn", das die Jüngeren im Kindergarten gelernt hatten. Als dann auch noch die Postkutsche vorausfuhr, war die Begeisterung riesengroß.
Einen unbeschwerten Nachmittag verbrachten die Flüchtlingskinder, die in Garitz und der Kernstadt untergebracht sind, vergangene Woche am Wildpark Klaushof. Organisiert hatten den Ausflug Mitglieder des Helferkreises Asyl Garitz, gesponsert wurde er von der Arbeiterwohlfahrt Bad Kissingen.
Obwohl die Helferinnen im Vorfeld Bedenken hatten, dass es bei den meist syrischen Kindern Berührungsängste mit den Tieren am Klaushof geben könnte, waren diese Bedenken unnötig. Wie alle Kinder fütterten und streichelten auch die syrischen Kinder Esel, Ziegen und Schafe, die im Eingangsbereich des Wildparks warteten, mit steigender Begeisterung. Das mitgebrachte Futter war schnell verteilt. Die Rehe, Wildschweine, die lustigen Waschbären und der Luchs, der sich sogar zeigte, die Kinder wurden nicht müde, von einem Gehege zum anderen zu eilen, um nichts zu verpassen.
Zur Stärkung vor dem Heimweg hatte der Helferkreis ein Picknick vorbereitet, das die Gruppe auf den Holzbänken neben dem Gasthaus Klaushof verzehren wollte. "Leider trübte ein Wermutstropfen den fröhlichen und unbeschwerten Nachmittag - denn die Gruppe der Flüchtlingskinder war offensichtlich nicht erwünscht an diesem Platz", sagte Betreuerin Karin Reinshagen. Das wurde den Frauen vom Helferkreis deutlich klar gemacht. "Schade, dass Flüchtlinge immer wieder mit solchen Ressentiments betrachtet werden, besonders nach solch einem fröhlichen Ausflugs-Erlebnis", sagte Reinshagen.


Hätte man absprechen können

Klaushof-Inhaber Norbert Grohmer bestätigte auf Nachfrage die Begegnung. Die Gruppe habe sich am Haus mit dem Essen ausgebreitet, leider sei das nicht mit ihm abgesprochen gewesen. Deshalb habe er die Betreuerinnen angesprochen. Gruppen würden fast täglich am Klaushof rasten, in der Regel wird das mit dem Betreiber des Restaurants kommuniziert "und war noch nie ein Problem". Im Gegenteil, "vielleicht hätten wir noch ein Eis ausgegeben", sagte Norbert Grohmer. So weit kam es an diesem Tag allerdings nicht. Das Gespräch zwischen den Parteien lief wohl etwas zu sehr auf der emotionalen Schiene. Norbert Grohmer verwehrt sich aber vehement gegen den Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit. "Da wird einem das Wort im Mund verdreht", sagte er.