Druckartikel: Robust und schnellwüchsig

Robust und schnellwüchsig


Autor: Franziska Keller

Bad Kissingen, Montag, 22. November 2021

Im Kapellenpark haben Vertreter der Stadt und der Deutschen Post DHL eine Sumpfeiche gepflanzt. Doch das Pflanzen weiterer Bäume zugunsten des Klimas gestaltet sich in der Kurstadt gar nicht so einfach.
Stadtrat Richard Fix (von links), Frank Scheller und Christian Barthel von der Deutschen Post DHL Würzburg pflanzen die Sumpfeiche im Kapellenpark.


Vertreter der Stadt und des Unternehmens Deutsche Post DHL pflanzten eine Sumpfeiche im Kapellenpark, dem unlängst umbenannten Kapellenfriedhof, in Bad Kissingen. Dieser wurde ausgewählt, da er innerorts liege und genügend Platz biete, so Peter Borst vom Servicemanagement der Stadt, das auch für Grünflächen verantwortlich ist. Sumpfeichen seien schnellwüchsig und resistenter gegenüber klimatischen Veränderungen und Schädlingen als andere Bäume. Die Eichenart habe sich deshalb angeboten.

Die Deutsche Post DHL pflanzte den Baum anlässlich des Global Volunteer Day, ein Aktionstag, an dem weltweit gemeinnützige Projekte in lokalen Kommunen unterstützt werden. Frank Scheller, Vertriebsleiter in Würzburg, betonte in seiner Ansprache das Vorhaben der Firma, bis 2050 klimaneutral zu werden, und berichtete von technischen Neuerungen und Investitionen. So stocke man beispielsweise den Fuhrpark des Unternehmens mit Elektrofahrzeugen auf und installiere Solaranlagen. Dass jedoch nicht immer alles funktioniere, habe sich beim Einbau neuer Batterien in eine Halle gezeigt: Sie brannte ab.

Sorgen um die jüngere Generation

Richard Fix, Stadtrat (Bündnis 90/Die Grünen) lobte das Vorhaben "Klimaneutralität bis 2050" des Unternehmens als nachahmenswert und drückte gleichzeitig seine Sorgen um die jüngere Generation aus. Diese müsse mit den Folgen des Klimawandels leben. Anschaulich führte er in einer Rechnung aus, dass - um allein die CO2-Emissionen in Deutschland zu kompensieren - 64 Milliarden gesunder Bäume gepflanzt werden müssten.

Laut Fix reichten Baumpflanzungen allein aber nicht aus, um die Klimakatastrophe abzuwenden. Die Lösung sei eine Kombination aus dem Reduzieren der Treibhausgas-Emissionen, Aufforstung - und zugleich ein Ende der Entwaldung, wie sie zum Beispiel im Amazonasgebiet stattfindet.

Aber: Selbst das Pflanzen weiterer Bäume gestaltet sich in Bad Kissingen als schwierig. "Es gibt ein Platzproblem", sagt Peter Borst. Auch bestünden kaum Möglichkeiten zum Anlegen von Gründächern in der Innenstadt. Dies bringt Nachteile mit sich, denn mehr Grünflächen würden beispielsweise das (Wärme-) Klima in der Innenstadt verbessern.

In Garitz in der Kirchbergstraße wurden inzwischen sogenannte "Zukunftsbäume", Säulen-Hainbuchen, in den Grünflächen gepflanzt. Diese sollen Trockenheit besser standhalten und weniger anfällig für Pilz- und Schädlingsbefall sein.