Wegen des Klaps auf den Hintern verurteilte die Richterin den Unteroffizier zu einer Geldstrafe von 7875 Euro.
"Es ist in meinem Büro zu dem Vorfall gekommen", räumte der Angeklagte im Gerichtssaal ein. Er habe sich in den beengten Räumlichkeiten Zugang zu seinem Spind verschaffen und die Berufssoldatin aus dem Weg schieben wollen. Dabei habe er sie, mit dem Hinweis Platz zu machen, berührt. "Es war in keiner Weise gewollt, sie entwürdigend zu behandeln", sagte er.
Dem hielt die Geschädigte entgegen, dass trotz des engen Büros, in dem man sich zu viert aufhielt, genügend Platz gewesen wäre, um an ihr vorbeizugelangen. "Beim Vorbeigehen hat er mir auf den Hintern geschlagen", gab sie den Vorfall wieder. Sie habe den Angeklagten sofort zur Rede gestellt, worauf dieser ihr zu verstehen gegeben habe, dass es ihr freistehe, eine Meldung zu schreiben. Daraufhin habe sie das Zimmer verlassen. "Für ihn war das normal. Ich glaube, er hat das als Scherz verstanden", sagte die junge Soldatin. Für sie sei die Situation jedoch nicht angenehm gewesen.
Noch am selben Tag kam es während einer Besprechung zu einem weiteren Vorfall. Der Unteroffizier sagte der Frau vor mehreren Kollegen, er wolle mit ihr essen gehen, er habe schon einen Tisch reserviert und sie solle sich etwas Schönes anziehen. "Das war einfach unpassend", erklärte die Geschädigte. Sie habe sich danach an den zuständigen Vorgesetzten gewandt, um die Angelegenheit intern zu regeln.
"Der Angeklagte hat sich bis heute nicht bei mir entschuldigt", begründete sie, warum sie schließlich doch schriftlich Beschwerde einreicht hatte.
Der Angeklagte betonte wiederholt, dass er immer ein gutes, kameradschaftliches Verhältnis zu den ihm untergebenen Soldaten pflege. Das bestätigte auch die Soldatin. "Ich bin mir mittlerweile bewusst, dass ich das nicht so hätte machen dürfen", zeigte er Einsicht. Genau die scheint ihm in den ersten Tagen und Wochen nach dem Vorfall gefehlt zu haben. So wurde sein Verhalten von einem Vorgesetzten in dem Fall als "uneinsichtig und stur" beschrieben.

Vorwürfe an die Zeugen


"Wenn das keine entwürdigende Behandlung ist, dann weiß ich auch nicht", sah der Staatsanwalt nach Abschluss der Zeugenvernehmung die Vorwürfe als bestätigt an. Den anwesenden Zeugen warf er eine starke Verwässerungs- und Entlastungstendenz vor. Sie wollten augenscheinlich ihren Kameraden schützen und bewegten sich "haarscharf an der Grenze zur Falschaussage", sagte er. "Mich stört, dass die Geschädigte in eine Situation gebracht wird, dass sie sich rechtfertigen muss, warum sie die Sache so hoch hängt." Dabei werde die Frau durch die Taten zu einem Objekt degradiert. Der Staatsanwalt beantragte einen Strafarrest von fünf Monaten sowie eine Geldstrafe von 4000 Euro.
Die Verteidigung hielt die Forderung für überzogen. "Es handelt sich nicht um eine Vergewaltigung, sondern um einen Scherz", sagte der Rechtsanwalt des Angeklagten. Er wies darauf hin, dass der angeklagte Soldat sich auch noch vor dem Truppendienstgericht verantworten müsse, wo ihm eine Herabstufung seines Dienstgrades drohe.
Die Richterin bestätigte, dass eine entwürdigende Behandlung vorlag. Sie erklärte, dass es ein Unterschied ist, einen Kollegen am Arm zu berühren oder eine Frau an einer intimen Stelle. Das gelte für den zivilen wie auch für den militärischen Bereich. Sie verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 105 Tagessätzen zu je 75 Euro.