Zu zwei Kopf-Reisen lud das Konzert "Lieder von Abschied und Reise" in den Rossinisaal. Eine geografische Reise führte nach Südafrika, wo die Organisatorin Gabi Zahn einige Jahre gelebt und 2005 das Festival Cape Classic ins Leben gerufen hatte. In zehn Konzerten jährlich wurde Geld gesammelt, um Kinder in den Townships zu fördern. Ernst genommen hat das Felix Metz, ein junger Musiker aus Bad Kissingen, der 2014 mit dem Jugendmusikcorps Land, Leute und Armut in den Townships kennenlernte und nach dem Abitur seinen neunmonatigen freiwilligen Dienst dort an einer Schule ableistete. Gabi Zahn und er begrüßten die Zuhörer dann aber zur Zeitreise in die romantische Liedwelt Franz Schuberts. Eingeladen dazu hatte Gabi Zahn zwei Künstler, die nicht nur in Südafrika bei ihrem Festival aufgetreten sind, sondern die in Bad Kissingen schon häufig beim Kissinger Sommer gefeiert wurden.

Der Tenor Christoph Prégardien und sein langjähriger Klavierbegleiter Michael Gees sind ideale Interpreten des deutschen "Kunstlieds" und stellten bei ihrem Konzert in Bad Kissingen wieder unter Beweis, dass Schuberts Beiträge zu diesem Genre bei ihnen in besten Händen sind. Das Programm und sein Titel orientierten sich an einer CD, die Christoph Prégardien und Michael Gees 1996 eingespielt haben und auf der sie sehr unterschiedliche, zum Teil auch nicht zur Genüge bekannte Kompositionen vorstellen. Die acht Goethelieder wie "Willkommen und Abschied", "Der Erlkönig" oder "Wandrers Nachtlied I und II" gehören schon wegen des Textdichters (der Schuberts Vertonungen ja nicht mochte) zu den oft gehörten, doch lag das Hauptaugenmerk der Künstler wohl nicht auf dem Bekanntheitsgrad, sondern an möglichst unterschiedlichen Variationen des Themas Reisen: dem dazu unvermeidlichen Abschied, all den Themen der Romantik wie Naturschwelgerei "Der Wanderer an den Mond"), meist unglücklicher Liebe (im schmerzlichsten der romantischen Verlustlieder, Heinrich Heines "Der Doppelgänger") , Sehnsucht, aber auch Ausflügen in die auch morbide, makabre Seite der "Schwarzen Romantik" ("Die bretterne Kammer der Toten erbebt" in Matthisons "Geistertanz") oder das Porträt des selbstzufriedenen Loners ("Der Einsame": Wenn meine Grillen schwirren" auf einen Text von einem gewissen Karl Gottlieb Lappe).