Wo die Stadt investieren sollte
Autor: Redaktion
Bad Kissingen, Donnerstag, 02. Januar 2020
In Bad Kissingen und seinen Stadtteilen gibt es an die 30 Spielplätze. Für einige sehen Fachleute Investitionsbedarf.
Die Stadt Bad Kissingen hat ihr 2012 erstelltes Spielplatzkonzept 2019 fortschreiben lassen. Das Wartmannsrother Büro Landschaftsarchitekten und Stadtplaner Robert Knidlberger hat dafür Bestand und Situation bei den Angeboten für die Altersgruppen von null bis etwa zwölf bis vierzehn Jahren analysiert. Dabei bietet das Büro zu jedem Spielplatz Einschätzungen über Alter, Zustand, Ausstattung, Lage, Altersangemessenheit oder die Bedeutung für das jeweilige Viertel an. Zusätzlich gibt es Empfehlungen, was die Stadt bei welchem Platz machen sollte und was nicht. Ausführlich debattiert hat der Stadtrat über die Vorschläge noch nicht. Gedacht sind sie ohnehin für einen Zeitraum von fünf Jahren.
Insgesamt unterhält die Stadt nach dem umfangreichen Papier an die 30 Spielplätze. Die meisten davon in der Kernstadt und in Garitz, je drei in Hausen und Reiterswiesen, je zwei in Poppenroth und Winkels, sowie je einen in Kleinbrach, Albertshausen und Arnshausen (plus Multifunktionsspielfeld). Dazu kommen der betreute Aktivspielplatz, der Skaterplatz und die Spiellandschaften an den Grundschulen.
Zur Verfügung stehen diese Freizeitmöglichkeiten nach den Angaben des Papiers insgesamt etwa 1170 in Bad Kissingen gemeldeten Kindern der Geburtsjahrgänge 2007 bis 2013 sowie einer ziemlich genau ebenso hohen Zahl an Kindern der Geburtsjahrgänge 2013 bis 2019. Aus der Gegenüberstellung der Zahlen leitet das Büro einen "hohen Stellenwert der Förderung von Kindern und Jugendlichen in der Stadtpolitik" ab.
Unterschiedliche Altersgruppen
Beim Blick auf die Versorgungslage mit Spielplatzangeboten für verschiedene Altersgruppen kommt das Büro zu einer differenzierten Einschätzung. Für die Jüngsten, also Kinder von null bis sechs Jahren, sei die Versorgung in Garitz, am Altenberg und in Winkels sowie in Bad Kissingen-Nordost "hervorragend". Die Innenstadt dagegen habe für diese Altersgruppe nur einen nennenswerten Spielplatz, den an der Kapellenstraße. Im Quartier südlich des Parkfriedhofs bis nach Winkels sei eine Unterversorgung festzustellen. In Reiterswiesen sehen die Planer für diese Altersgruppe Diskussionsbedarf. In Hausen und Kleinbrach, Poppenroth, Arnshausen und Albertshausen seien die bis zu Sechsjährigen "ausreichend" versorgt.
Grundsätzliche Defizite stellen die Planer für die Sechs- bis Zehnjährigen fest. Die Kernstadt sei zwar ausreichend versorgt. Schon im Quartier Nordost bestehe aber eine "gewisse Unterversorgung". Unterversorgt seien zum Teil auch der Wendelinus, Garitz, Reiterswiesen, Hausen und Kleinbrach. Dies liege zum Teil aber nur an der Ausstattung der bestehenden Spielplätze. Winkels, Arnshausen, Albertshausen und Poppenroth seien nicht unterversorgt. Für die Gruppe der Zehn- bis 14-Jährigen gebe es in einzelnen Stadtteilen Defizite.
Für die Kernstadt geht Knidlberger von "einer ausreichenden Versorgung mit altersbezogenen Spielplätzen" aus. Aus Sicht des Büros sollte die Stadt hier in den nächsten Jahren vor allem "zur Sicherung der guten Qualität" investieren. Weitere Empfehlungen der Planer für die Kernstadt: Im Bereich Massaplatz habe die Neuanlage eines Spielplatzes Sinn. Wichtig findet das Büro zudem den Spielplatz an der Lindesmühlpromenade. Der sei von seiner Lage her "unverzichtbar". Weil er in die Zuständigkeit der Staatsbad GmbH fällt, empfiehlt das Büro Gespräche über Eigentumsrechte.
Im Falle von Garitz geht das Büro Land+Plan von "einer weitgehend guten Versorgung" aus. Auch hier müsse die Stadt aber auf die Restnutzungszeiten der Spielgeräte achten. Der Akzent liegt für die Planer deshalb auf "der Sicherung der guten Qualität". Der Spielplatz Eichendorffstraße müsse "dringend überarbeitet" werden.