Wer im großen Buch der Kissinger Geschichte blättert, findet Jahr für Jahr Jubiläen, in denen es sich zu schwelgen lohnt. Heuer setzt die Erinnerung an Otto von Botenlauben, Dietrich von Thüngen und Neil Armstrong die Schwerpunkte beim Blick auf kleine und große, echte und krumme, bedeutende und unbedeutende Jubiläen der Stadtgeschichte.

Auf Dietrich von Thüngen, den Würzburger Domherrn, der 1520 zum ersten namentlich dokumentierten Kurgast Kissingens wurde, ist in den vergangenen Monaten bereits mehrfach hingewiesen worden. Die Stadt registriert dieses 500-Jahr-Jubiläum, hieß es dazu Anfang des Jahres. Eine große Feier soll es nach mehrfachen Angaben des Rathauses aber nicht geben.

Otto und Beatrix

Noch einmal 300 Jahre weiter zurück als die Ankunft Thüngens reicht die Ankunft Ottos von Botenlauben. Der Minnesänger, Kreuzfahrer und spätere Klostergründer nahm 1220, also vor 800 Jahren, mit Gemahlin Beatrix von Courtenay seinen ständigen Wohnsitz auf Burg Botenlauben oberhalb von Kissingen. Der Heimatverein Reiterswiesen wird dieses Jubiläum bei den Botenlaubenfestspielen im September sicher angemessen berücksichtigen. Zwei weitere wesentliche historische Daten, für die sich in diesem Jahr Jubiläen ergeben, machen einen großen Sprung durch die Zeit notwendig. Als vor 75 Jahren der Zweite Weltkrieg zu Ende ging, kam Bad Kissingen im Vergleich mit schwer zerstörten Städten wie Würzburg mit ein paar Schrammen davon. Ende März 1945 war die Stadt zwar zum Kampfgebiet erklärt worden, schreibt das Haus der bayerischen Geschichte in seinem Atlas zum Wiederaufbau. Es seien auch Panzersperren errichtet und Sprengladungen auf der Ludwigsbrücke angebracht worden. Ein Tieffliegerangriff Anfang April habe am Bahnhof und am Schlachthof aber nur geringfügige Schäden angerichtet. Tote durch Angriffe habe es nicht gegeben.