Die notwendige Rundum-Sanierung des Terrassenschwimmbades beschäftigt die Stadt seit geraumer Zeit. Das Babyplanschbecken und das Nichtschwimmerbecken sind erneuert und das ehemalige Aktionsbecken wurde zur Liegefläche umgebaut. Die Hauptarbeiten an diesem Teil des Bades sind mittlerweile drei Jahre her. Allmählich stehen die nächsten Bauarbeiten an; schließlich müssen das Sprung- und das Sportbecken auch noch ertüchtigt werden.Die längere Verzögerung hat damit zu tun, dass es seit 2018 ein Bundesförderprogramm gibt, welches der Stadt finanziell bei der Sanierung unter die Arme greift. Den ersten Bauabschnitt (Kosten: 2,3 Millionen Euro) musste sie allein stemmen. Inzwischen hat der Bund eine 45-prozentige Förderung zugesagt, höchstens jedoch 1,65 Millionen Euro.

Bauamtsleiterin Christine Schwind stellte dem Stadtrat jetzt den aktuellen Projektstand vor. Die schlechte Nachricht vornweg: Es wird deutlich teurer. In der alten Planung ohne Förderung (vor 2018) ging das Bauamt noch davon aus, dass für die Sanierung des Sprung- und des Sportbeckens 1,7 Millionen Euro fällig sind. Als die Stadt sich für das Förderprogramm bewarb, schätzte die Verwaltung die Gesamtkosten auf 2,1 Millionen Euro. Das Vorhaben hat sich seitdem aber nochmals erheblich verteuert. Aktuell geht das Bauamt von einem Kostenvolumen von 3,9 Millionen Euro aus. Der Eigenanteil der Stadt liegt bei annähernd 2,3 Millionen Euro.

Die Kostensteigerung hängt vor allem damit zusammen, dass das Projekt erweitert wird. Schwind erläutert: "Wir haben weitere Bereiche mit aufgenommen, um die Förderung voll auszuschöpfen. Allein mit einer technischen Beckensanierung erfüllen wir die Vorgaben des Förderprogramms nicht." Sprich: Würden nur die Becken erneuert, gäbe es kein Geld vom Staat. Also fällt die Sanierung umfangreicher aus.

Rollstuhlgerechter Zugang zu den Becken

Was ist geplant? Die Bauamtsleiterin zählt auf: Wie schon in der alten Planung werden die undichten Beckenköpfe durch neue aus Edelstahl ersetzt. Die alten Beckenfliesen weichen einer neuen Folienauskleidung. Die Schwimmerbecken komplett in Edelstahl zu halten, ist laut Schwind aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Das liegt an den Lichtreflexionen im tiefen Wasser. "Bei Edelstahl sieht man im tiefen Wasser nicht, wenn jemand untergeht", erklärt sie. Des Weiteren müssen die Außenanlagen und Liegebereiche um die Becken, die Wasserleitungen zu und von den Becken, die Umwälzpumpen für das gesamte Schwimmbad sowie der Heizkessel erneuert werden.

Neu hinzu kommt: Die Stadt lässt die Dachterrasse über dem denkmalgeschützten Kassengebäude herrichten, digitalisiert das Kassensystem und ertüchtigt die Duschwassererwärmung energetisch. Vor allem aber wird das Freibad behindertengerechter. Geplant ist ein rollstuhlgerechter Zugang vom Parkplatz aus (im Bereich der Service-Zufahrt an der Schwimmbadstraße) sowie der Ausbau des Blindenleitsystems ab dem Eingang. "Uns wird es gelingen, das Terrassenbad für die kommenden 25 Jahre fit zu machen, über eine technische Sanierung hinaus", sagt Schwind.

Sprungbecken und Sportbecken werden am Stück saniert

"Andere Kommunen schließen Bäder, wir machen unseres fit. Das ist ein tolles Bekenntnis der Stadt zu ihrem Freibad", sagte Oberbürgermeister Dirk Vogel (SPD). Das Schwimmbad werde immer ein Zuschussbetrieb sein, umso wichtiger sei es, durch die Modernisierung die Unterhaltskosten zu verringern.

Das Bauamt empfiehlt, die Arbeiten ohne Unterbrechungen auszuführen. Eine Aufteilung in zwei Bauabschnitte käme teurer und würde den Badebetrieb über mehrere Sommer beeinträchtigen. Die Arbeiten sollen nach der Saison 2022 starten und das ganze Jahr 2023 andauern. Ab der Saison 2024 steht der sanierte Bereich den Besuchern dann wieder zur Verfügung.

Diskussionen gab es im Stadtrat um die Frage, ob das Freibad während der Hauptarbeiten 2023 komplett geschlossen bleibt, oder ob die Stadt in dieser Saison wenigstens den sanierten Nichtschwimmerbereich öffnet. Der Oberbürgermeister sprach sich für die vollständige Schließung aus. "Alles andere halte ich aus Kostengründen und aus Sicherheitsgründen nicht für verantwortbar", begründete er.

Diskussion um Saison-Schließung

Vor allem in der CSU-Fraktion waren die Räte damit nicht einverstanden. Sie verwiesen auf die sanierten Kinderbecken. "Ich werde einen solchen Beschluss nicht mittragen. Wir sollten alles tun, dass der Nichtschwimmerbereich öffnen kann", sagte Fraktionssprecher Steffen Hörtler. Die Mehrkosten müsse die Stadt in Kauf nehmen. Parteikollege Wolfgang Lutz sah eine Ungleichbehandlung: Während der ersten Sanierung blieben Sprung- und Sportbecken für die Schwimmer offen. Die Kinder bekämen diese Chance nicht und müssten unterm Strich zwei Jahre auf das Bad verzichten. Die Bauamtschefin erklärte, dass ein Badebetrieb parallel zu den Arbeiten diesmal schwieriger zu ermöglichen ist. Die zu tauschenden Umwälzpumpen und der Heizkessel versorgen auch die oberen Becken.

Der Stadtrat stimmte der Planung einstimmig zu. Dass das Bad die Saison 2023 geschlossen bleibt, wurde bei fünf Gegenstimmen beschlossen.