Die Aktion "Weihnachtshilfe" hat in diesem Jahr bislang 40 662 Euro eingebracht. Die vier Organisationen freuen sich, auch im kommenden Jahr wieder den Menschen zu helfen, mit denen es das Schicksal nicht immer gut meinte.

Sozialberatung bei der Caritas

Zu Gabriele Morath vom Bad Kissinger Caritasverband kommen die Menschen, die finanzielle Probleme haben, mit einer Behörde nicht zurechtkommen, oder einfach gerade nicht weiterwissen. Nach einer ruhigen Phase im März und April suchten sie bei ihr wieder Hilfe, wenn auch über Telefon und E-Mail.

Durch Corona kam eine neue Gruppe Bedürftiger zu ihr: Die, die zuvor selten oder nie finanzielle Probleme hatten. Mit dem Geld der Weihnachtshilfe half sie dieses Jahr vielen, die wegen der aktuellen Situation in Zahlungsschwierigkeiten gerieten.

Unsicherheit bei den Menschen

Neben dem Finanziellen nimmt sie auch andere Sorgen der Klienten wahr: "Ich habe so das Gefühl, es gibt so eine allgemeine Schwere - so eine Bedrücktheit unter den Menschen. Es gibt so eine Unsicherheit. Was kommt? Bleibt uns das erhalten?" Sie hoffe sehr, dass die Beschränkungen bald ein Ende nehmen.

In diesem Jahr gab es beim Spendenaufruf eine Neuerung: In den Artikeln waren alle vier Spendenkonten der Organisationen angegeben. Auf dem Konto des Bad Kissinger Caritasverbandes landeten bis zum 22. Dezember 35 782 Euro.

Überbrückungshilfen bei der Kidro

Auf dem Spendenkonto der Kissinger Drogenhilfe (Kidro) sind 1850 Euro eingegangen, die direkt mit der Weihnachtshilfe in Verbindung stehen. Weitere 2000 Euro haben zwar keinen Verwendungszweck, der auf die Spendenaktion schließen lässt, sind aber auch nicht den Spenden zuzurechnen, die sowieso jährlich eingehen.

"Das Geld wird im kommenden Jahr 2021 so eingesetzt, wie es sich in diesem Jahr ergeben hat", sagt Christian Fenn, Leiter der Kidro: Eigentlich war es zu Beginn des Jahres 2020 der Plan, Menschen über die Nothilfe hinaus zu helfen. "Wir müssen realistisch sein. Wir gehen davon aus, dass Corona uns noch etwas erhalten bleibt. Also wird das Geld für kurzfristige Überbrückungshilfen genutzt."

Das Geld hatten sie außerdem verwendet, um Menschen direkt bei einem Arbeitsprojekt der Kidro anzustellen. Denn das Jobcenter durfte sie wegen des ersten Lockdowns nicht mehr an die Organisation vermitteln. Mit Spendengeldern füllten sie zudem das Essenregal im Gebäude, um den Menschen etwas mitgeben zu können.

Psychisch Kranke litten unter den Beschränkungen

Der Sozialpsychiatrische Dienst Bad Kissingen (SPDi) ist Teil der Diakonie Schweinfurt. Auf deren Konto gingen 750 Euro ein. "Wir mussten sieben Wochen schließen", erinnert sich Jürgen Wolfer, Leiter der Tagesstätte des SPDi, an den ersten Lockdown. In der Tagesstätte treffen sich Menschen mit psychischen Erkrankungen, um dort für ein paar Stunden abzuschalten. Malen, Basteln, aber auch die Gespräche mit anderen Besuchern und die Ergotherapie der Tagesstätte fielen auf einmal weg.

"Dass sie nicht kommen durften ist ihnen schon schwergefallen", sagt Wolfer. Das Geld der Weihnachtshilfe nutzt der SPDi, um den Menschen finanziell unter die Arme zu greifen. Denn der Umgang mit Geld fällt den Betroffenen oft schwer. So wird das Geld der Weihnachtshilfe aus diesem Jahr wieder vor allem in Zuschüsse aller Art fallen, beispielsweise für Reparaturen.

Telefonische Unterstützung bei Solwodi

Bei Solwodi Bad Kissingen gingen 2280 Euro ein. Die Organisation kümmert sich um Frauen mit Migrationshintergrund, von ausländerrechtlichen Hürden bis Gewalterfahrungen. Renate Hofmann, Leiterin von Solwodi, freut sich sehr über die Spenden. Zurückblickend sagt sie: "Im März wurde auf einmal vieles, was wir mit und für die Frauen und Kinder erarbeitet hatten, unausführbar."

Persönliche Gespräche fehlten, ebenso das Netzwerk an Hilfen und Freizeitmöglichkeiten. Es war schwieriger, eigenständig Termine wahrzunehmen. Eine Tagesstruktur durch Kindergarten, Schule, Arbeit oder Deutschkurs fiel weg.

Die Solwodi-Mitarbeiterinnen versuchten die Frauen in Telefonaten unter die Arme zu greifen. Ehemalige Klientinnen kamen wieder auf Solwodi zu, weil sie aufgrund der Schließung ihrer Arbeitsstelle in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Mit dem Geld der Weihnachtshilfe wollen sie auch in Zukunft ermöglichen, Frauen einen geschützten Raum durch eine eigene Wohnung zu bieten oder bei finanziellen Engpässen zu helfen.

Ein Dank aus der Redaktion

"Wir freuen uns sehr, dass wir auch dieses Jahr auf die Unterstützung unserer Leser bauen können und so eine großartige Summe zusammengekommen ist", sagt dazu Annett Lüdeke, stellvertretende Redaktionsleiterin der Saale-Zeitung.

Die Weihnachtshilfe-Aktion habe bereits eine lange Tradition und sei eine Unterstützung von Menschen vor Ort für Menschen vor Ort. Denn es gibt viele Gründe, die dazu führen, dass jemand finanzielle oder auch beratende Hilfe braucht. "Wir danken den Spendern und hoffen auch weiterhin auf solch eine gute Resonanz."

Aktion Das Geld des Spendenprojekts "Weihnachtshilfe" dient Organisationen zur Hilfe von Menschen, die in eine Notlage geraten sind. Neben dem Caritasverband Bad Kissingen setzen die Kissinger Drogenhilfe "Kidro", der sozialpsychiatrische Dienst der Diakonie Bad Kissingen und "Solwodi", ein Hilfsprojekt für Frauen, das Geld ein.

Helfen Sie möchten ihre Mitmenschen unterstützen, wieder auf die Beine zu kommen? Hier finden Sie die Spendenkonten der Organisationen.

Spendenkonto der Caritas: DE75 7935 1010 0008 2381 07

Spendenkonto der Kidro: DE05 7935 1010 0000 0335 55

Spendenkonto von Solwodi: DE73 7906 5028 0005 7260 50

Spendenkonto der Diakonie: DE48 7935 0101 0000 0025 35