Alicia* kann nur schlafen, wenn das Licht an bleibt. Die junge Frau heißt eigentlich anders, will aber nicht, dass ihr richtiger Name in der Zeitung steht. Alicia* ist im fünften Monat schwanger. Sie hat Angst, dass der Vater ihres Kindes sie finden könnte. Die 26-Jährige ist auf der Flucht - vor ihrem früheren Freund, vor ihrem früheren Leben. Bei den Mitarbeitern von "Solwodi" in Bad Kissingen hat sie Zuflucht gefunden. Die Organisation setzt sich speziell für Frauen ein, die in einer Notlage stecken - so wie Alicia*: "Der Vater vom Kind wollte es tot machen."

Zwangsprostitution, Menschenhandel, Mädchen, die verheiratet werden sollen, Ausbeutung, Missbrauch... Wenn die jungen Frauen endlich Hilfe finden bei Menschen wie Renate Hofmann von Solwodi Bad Kissingen, haben sie oft ein Schicksal hinter sich, das durchzogen ist von Gewalt. Lebensläufe, für die die Vorstellungskraft der allermeisten nicht ausreicht. Renate Hofmann leitet die Organisation im Landkreis Bad Kissingen. Über die Polizei oder einen Arzt landen die meisten der Frauen bei dem Verein. Solwodi steht für "Solidarity with Women in Distress" - Solidarität mit Frauen in Not. Renate Hofmann will zusammen mit ihrem Team Migrantinnen zu einem lebenswerten Leben verhelfen. Ihr Rezept: Deutsch-Kurs, Ausbildung, Arbeit, eigene Wohnung. Damit die Hilfe ankommt, ist eines maßgeblich, meint Renate Hormann: "Integration gelingt nur dann, wenn Frauen zu uns Vertrauen aufbauen. Nur dann können wir ihnen wirklich Hilfestellung leisten."