Sicher auf den Seilen in Ebrachs Baumwipfelpfad
Autor: Redaktion
Ebrach, Mittwoch, 01. Februar 2017
In Relation zu den 280.000 Besuchern gab es wenige Erste-Hilfe-Einsätze im Baumwipfelpfad. Ungeachtet dessen wird am Sicherheitskonzept weitergefeilt.
Bald 278.000 Menschen haben mittlerweile den Baumwipfelpfad Steigerwald der Bayerischen Staatsforsten bei Ebrach besucht. Das ist eine Menge Holz. Umso mehr stellt sich die Frage, wie sicher ist der Pfad?
In Anbetracht der enormen Zahl an Besuchern, die seit der Eröffnung des Baumwipfelpfades auf den hohen Stegen gewandelt ist und den über 42 Meter hohen Aussichtsturm erklommen hat, gab es bisher verhältnismäßig wenig Unfälle und Verletzungen zu beklagen. Dessen ungeachtet, wird auf dem Radstein gerade jetzt in der auf dem Pfad etwas ruhigeren Jahreszeit weiter am Sicherheitskonzept gefeilt. Denn man wolle auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, sagt Baumwipfelpfadleiterin Miraim Langenbucher.
An Spielstationen überschätzen
Was die Verletzungen anbelangt, so würden sich insbesondere an den Spielstationen immer wieder überwiegend ältere Menschen überschätzen - trotz aller dort aufgestellten Achtung-Schilder. Das führe dann in der Regel zu schmerzhaften Prellungen oder Verstauchungen, weiß Langenbucher.Wirklich gravierend seien die Verletzungen aber nur in vier Fällen gewesen. So sei ein älterer Herr umgeknickt und habe sich das Sprunggelenk lädiert, ein Junge habe sich das Knie aufgeschlagen, eine Frau hat sich den Knöchel verstaucht, und eine weitere Pfadbesucherin kugelte sich schließlich beim Balancieren den Arm aus.Immer wieder kommt es laut Langenbucher auch vor, dass sich die allesamt in Erster Hilfe ausgebildeten Pfadführer und Pfadläufer um Menschen mit Höhenangst auf dem über 40 Meter hohen Aussichtsturm, dem Herzstück des Pfades, kümmern müssen. Eine Dame habe überdies beim Besuch des Baumwipfelpfades im Sommer einen Hitzschlag erlitten.
Nicht in Flipflops aufkreuzen
Obwohl das Betreten des Baumwipfelpfades auf eigene Gefahr angesagt ist, appelliert Langenbucher an die Besucher, vor allem auf die Wahl des richtigen Schuhwerks zu achten. So sollte man zum Beispiel im Sommer nicht in Flipflops aufkreuzen, sondern mindestens Turnschuhe tragen. Bei der derzeitigen Überarbeitung des Sicherheitskonzepts für den Baumwipfelpfad werden vor allem Erkenntnisse aus einer Pfadbegehung mit Rettungssanitätern und Ersthelfern verarbeitet.Bei der unangemeldeten Übung im Oktober waren die Pfadführer und die ebenfalls nicht vorgewarnten Feuerwehren der umliegenden Orte mit einem Ernstfall-Szenario konfrontiert worden. Simuliert wurde ein Brandanschlag auf den Turm des Baumwipfelpfads, mit über zehn unterschiedlich stark verletzten Personen. Die Übung habe gezeigt, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, sollte es einmal erforderlich sein, Menschen vom Baumwipfelpfad zu retten und Brände zu löschen, so die Pfadleiterin: "Wir haben uns Betriebsfunk zugelegt, um schneller miteinander kommunizieren zu können."
Ein ungelöstes Problem ist, dass über 112 abgesetzte Notrufe wegen der Grenzlage zwischen zwei Bezirken und zwei Landkreisen mal in der Rettungsleitstelle in Schweinfurt und mal in Bamberg einlaufen. Der Verkehrssicherungspflicht geschuldet ist laut Langenbucher die anstehende Fällung größerer Bäume im Bereich des Biergartens.
Herrichtung des Forstwegs
Auch der Sicherheit der Besucher dient die Herrichtung des Forstwegs, der vom Parkplatz an der B 22 zum Eingang des Baumwipfelpfades und vom Ausgang wieder zurück führt. Die Leiterin freut sich, dass sie Unterstützung durch einen Starter (fertig ausgebildete junger Förster, die das Start-Programm der Bayerischen Staatsforsten durchlaufen) bekommen soll. So wie Jonas Duscher, der fungiert als kommissarischer Stellvertreter der Baumwipfel-pfadleiterin. Norbert Vollmann