Noch ein Orden für Eva Maria Roer
Autor: Redaktion
Bad Kissingen, Freitag, 01. Dezember 2017
Eva Maria Roer hat die Bayerische Verfassungsmedaille in Silber im Bayerischen Landtag in München überreicht bekommen.
Mit 8000 Mark Startkapital legte Eva Maria Roer vor 40 Jahren los und stieg als Branchenneuling in den Handel mit Dentallabor-Produkten ein. Heute ist die DT&Shop in Großenbrach ein florierendes Unternehmen mit 300 Mitarbeitern. Der Großhandel mit 60 000 Artikeln in 150 Ländern ist die eine Sache, für die Roer brennt. Die andere ist ihr ehrenamtliches Engagement für Frauen und Chancengleichheit, für Bildung und Wissenschaft, Gesundheit und Sport, Wirtschaftsbelange und E-Commerce. Am 1. Dezember wurde die Firmenchefin nun vom Münchner Landtag mit der Bayerischen Verfassungsmedaille in Silber ausgezeichnet.
Freude über Einladung
Die Unternehmerin des Jahres 1990 bekam 1997 bereits die Bayerische Staatsmedaille für besondere Verdienste in der Wirtschaft und ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande. 2002 wurde ihr der Bayerische Frauenförderpreis zuerkannt. Fünf Jahre später erhielt sie den Bayerischen Verdienstorden und 2012 die Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um die Gesundheit. Dass jetzt eine weitere Auszeichnung des Freistaats hinzukam, darüber kann sich die 73-Jährige auch wieder richtig freuen. "Es ist eine Streicheleinheit, ein Dankeschön fürs Ehrenamt", sagt sie. Was ihr eigenes ehrenamtliches Engagement angeht, hat die Unternehmerin schon seit Jugendtagen eine dezidierte Meinung: "Der Staat schenkt mir so viel, da muss ich was zurückgeben." Und weil sie, wie sie sagt, schlecht Nein sagen kann, kommt dann ein Ehrenamt zum andern. "Aber ich mach's gern. Das Dumme ist nur, dass der Tag bloß 24 Stunden hat." Da sei es nicht immer leicht, die eigene Balance zu halten.
Seit vielen Jahren ist Roer zum Beispiel Vorsitzende des Bad Kissinger Fördervereins Gesundheitszentrum. 2014 wurde sie Mitglied im Vorstand des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel Deutschland. Zudem sitzt sie seit zwei Jahren im Hochschulrat der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Coburg und hat dort jetzt den Entwicklungsplan 2020 mitbeschlossen, in dem es unter anderem heißt: "Die Hochschule steht im Dialog mit den Menschen, bereitet den Weg für künftige Generationen, gibt Impulse in die wissenschaftliche Community und ist ein unverzichtbarer Akteur für die regionale Entwicklung."
Roer stellte sich auch für das Mentoringprogramm TWIN der Käte-Ahlmann-Stiftung zur Verfügung, mit dem bundesweit Unternehmerinnen in der Existenzsicherungs- und Wachstumsphase unterstützt werden. Daneben engagiert sie sich im Verein Total E-Quality Deutschland, der sich für die Chancengleichheit der Frauen im Beruf und die Förderung von Frauen in Führungspositionen einsetzt. "Das Thema hat mich selbst ein Leben lang begleitet", sagt die Unternehmerin. Ihrer Ansicht nach sind Frauenquoten aber keine Lösung. "Wir müssen etwas erfinden, das Veränderungsprozesse unterstützt."
Was ist wichtig, um ein Unternehmen wie das ihre erfolgreich in die Zukunft zu führen? "Zum Beispiel Wahrhaftigkeit, Authentizität", sagt die Geschäftsfrau. Das heißt für sie: keine unlauteren Geschäfte führen, keine gefakten Rechnungen ausstellen, keine Schmiergelder an den Landesgrenzen zahlen. "In solche Länder gehen wir nicht." Deshalb mache ihr Unternehmen unter anderem zum Beispiel keine Geschäfte mit Russland. "Ich habe als Unternehmerin zwingend die Rolle des Vorbilds", ist Roer überzeugt. Gerade als Unternehmerin solch feste Werte zu leben, hält Roer für besonders wichtig in einer Welt, in der Vieles täglich im Schwanken begriffen ist und als nicht mehr verlässlich erscheint.