Grundsätzliches Nein zum Verkauf von städtischem Wald
Autor: Redaktion
Bad Kissingen, Mittwoch, 19. Sept. 2018
Das Votum im Bad Kissinger Finanzausschuss fiel einstimmig aus.
Der Finanzausschuss hat am Mittwoch erwartungsgemäß einen Grundsatzbeschluss gegen den Verkauf städtischer Waldflächen gefasst. Das Votum fiel einstimmig aus. Eine Weile hätte der unbefangene Betrachter meinen können, die gewünschte Grundsatzentscheidung habe überhaupt nichts mit dem Streit zwischen Oberbürgermeister Kay Blankenburg und Joachim Galuska über den Wald für die Seele und Galuskas Kaufangebot zu tun.
Da betonte Zweiter Bürgermeister Anton Schick als Sitzungsleiter die allgemeine und grundsätzliche Bedeutung des Anliegens und erläuterten Fachleute des Amts für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten (AELF) den großen grundsätzlichen Wert des Waldes in öffentlicher Hand.
Jahrzehnte ohne ausgekommen
;Erst Stadtrat Wolfgang Lutz (CSU), der Galuskas Kaufangebot konkret ansprach, und Klaus Werner (Bürger für Umwelt, Grüne, ÖDP) mit dem Hinweis, dass die Stadt Jahrzehnte ohne einen solchen Grundsatzbeschluss zurecht gekommen sei, stellten den Bezug zum aktuellen Anlass der Diskussion her.
Lutz hatte sich als "totaler Gegner" des Verkaufs von Wald bezeichnet und erklärt, dass Galuska aus seiner Sicht "ein ganz großes Schnäppchen" machen würde, wenn er der Stadt das Areal des Walds für die Seele zum angebotenen Preis von 300 000 Euro abkaufen könnte. "Zwei Euro für den Quadratmeter und fünf Euro für das Holz, das drauf steht", könne man schon rechnen, meinte er.
Wert liegt höher
;Die Stadt hat in ihrer Bilanz den Wert ihrer 1680 Hektar Wald mit 40,56 Millionen Euro stehen. Die 2,40 Euro pro Quadratmeter, die sich rechnerisch als Durchschnitt ergeben, "sind sehr vorsichtig bewertet", wie Schick sagte. Klaus Klingert, der Leiter des AELF, bestätigte das.
Zuvor hatte Klingert den Kissinger Stadtwald und den Umstand, dass er in kommunaler Hand ist, in höchsten Tönen gelobt. Die Flächen hätten große Bedeutung für Naherholung und Kurbetrieb, sie seien forstwirtschaftlich gut durchorganisiert und brächten jährlich einen Reingewinn von 80 000 Euro.
Fachleute erläutern Nachteile
;Durch Verkauf an Private gehe die für die öffentliche Hand geltende Verpflichtung zu vorbildlicher Bewirtschaftung des Waldes verloren. Die Anforderungen an die Qualität der Bewirtschaftung würden drastisch sinken. Ein heikles Thema sei auch die Jagd.