Fischfest oder Veggie-Fest?
Autor: Redaktion
Maßbach, Freitag, 20. April 2018
Am Sonntag veranstalten die Maßbacher Musiker ihr Fischfest. Dafür interessiert sich jetzt auch PETA.
Wer behauptet, dass nur die "Nordlichter" guten Fisch zu schätzen wissen, liegt völlig falsch. Denn auch in hiesigen Breitengraden gilt pikant zubereiteter Fisch als Delikatesse. Deswegen gibt's hierzulande im Sommer zahlreiche Fischfeste, auf die sich alle freuen. Am Sonntag, 22. April schüren auch die Maßbacher wieder am Schützenhaus ihre Grills an und braten unter anderem jede Menge Makrelen. Das Fischfest im Unterfränkischen rief jetzt jedoch die deutsche Tierrechtsorganisation PETA (Stuttgart) auf den Plan.
Die Tierschutz-Aktivisten wollen 500 vegane Sushis spendieren, wenn der Musikverein sich eines anderen besinnt und am Sonntag keine Fische brät, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisation. "Uns erreichte eine E-Mail mit der Nachricht, dass jetzt bald in Maßbach Fischfest ist", sagt PETA-Fachreferentin Tanja Breining auf Anfrage. Daraufhin haben wir den Musikverein per E-Mail angeschrieben und ihn aufgefordert, doch lieber ein Veggie-Fest mit 500 veganen Sushis zu veranstalten."
E-Mail von PETA
Die Reaktion aus Maßbach steht noch aus, sagt Breining. "Wir von PETA sind halt der Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, gegessen zu werden", begründet sie den Vorstoß ihrer Organisation. "Fische sterben für einen kurzen Gaumenkitzel, dabei muss Fischgeschmack nicht aus Tieren sein", so Breining weiter. "Werden Algen- und Gemüse-Sushi, pflanzliche Fischstäbchen oder vegane Lachsfilets auf dem Fest serviert, würden die Maßbacher unzählige Tierleben retten - das wäre ein großartiges Zeichen von Mitgefühl der Maßbacher Bürgerinnen und Bürger für alle Wasserbewohner."
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Jedes Jahr würden zwischen 970 und 2700 Milliarden Fische aus den Meeren gefangen, damit Menschen sie essen können, sagt die Tierschutz-Aktivistin. Gäbe es in Maßbach ein "tierfreies Fest", wäre das laut Breining "wichtig für den Tierschutz und für all die Menschen, die keine Tiere mögen".
Die erste Reaktion sei gewesen, dass man doch jetzt, wo schon alle Vorbereitungen gelaufen sind, das Fischfest nicht mehr verschieben könne, sagt Oliver Gleichmann, Organisationsleiter des ausrichtenden Musikvereins, im Gespräch mit der Redaktion. Zudem habe man überall Werbung gemacht. Die Maßbacher wüssten jetzt, dass am 22. April die eigene Küche kalt bleibt, weil es am Schützenhaus wieder leckeren Fisch gibt. Schließlich hat die Veranstaltung Tradition, sagt Gleichmann und überlegt, wie lange es das Fischfest gibt. "Wahrscheinlich bald 20 Jahre."
Gespräch mit den Kollegen
Der Organisationsleiter hat auf die PETA-Anfrage hin mit den Vorstandskollegen des Vereins gesprochen. Eines will er gleich klarstellen: "Wir als Verein stehen hinter dem Tierschutz, weil wir darauf achten, was wir tun." Er möchte noch ein anderes Gegenargument der Tierrechtsorganisation entkräften: dass der Verzehr von Fisch gesundheitliche Schäden hervorrufe, wie PETA sagt. "Denn wir sind, wie viele andere Menschen auch, der Ansicht, dass Fisch gesund ist."
"Ja, man kann darüber nachdenken, gegebenenfalls etwas zu ändern", lenkt Gleichmann ein. In der Kürze der Zeit könne man das PETA-Angebot jedoch nicht mehr annehmen. Denn bereits am Samstag laufen die Vorbereitungen zu dem großen Event an, die Stände müssen aufgebaut werden.
400 Besucher kommen, nach Angaben des Maßbacher Organisationsleiters, etwa am Festplatz vorbei. Vor allem die berühmten Makrelen hätten es den Gästen offenbar angetan. Denn die gehen am besten. Gleichmann: "Man kriegt sie selten frisch vom Grill." Beginn ist um 11.30 Uhr.