Die Coronazahlen im Landkreis sind hoch. Wer heute in Bad Kissingen in ein Geschäft oder zum Friseur will, muss daher einen negativen Coronatest vorweisen und Zettel mit seinen Kontaktdaten ausfüllen. Das ist nicht nur für Kunden, sondern auch für Geschäftsbetreiber lästig. Wenn die Coronawerte endlich wieder einmal sinken, sind ähnliche Prozeduren auch vor dem Besuch von Kultureinrichtungen oder der Gastronomie zu erwarten. Doch nun gibt es eine Erleichterung. Der Landkreis Bad Kissingen und das Gesundheitsamt haben technisch aufgerüstet und die sogenannte Luca-App eingerichtet. Die soll aber nicht nur den Zugang zu den verschiedensten Einrichtungen vereinfachen, sondern auch helfen, die Ausbreitung des Corona-Virus effektiv zu bekämpfen.

"Papierlisten waren gestern"

"Papierlisten mit handgeschriebenen Kontaktdaten waren gestern, in Zukunft läuft alles digital - zumindest für diejenigen, die das wollen", heißt es dazu in einer Mitteilung aus dem Landratsamt. Ab sofort könne im Landkreis die neue App eingesetzt werden. Die Luca-App dokumentiert Kontakte im Handel, der Gastronomie oder Kultureinrichtungen. Wird bei einem Besucher eine Corona-Infektion nachgewiesen, werden die Daten dem Gesundheitsamt verschlüsselt übermittelt.

"Damit haben wir die Möglichkeit, Kontakte schnell und lückenlos zurückzuverfolgen", wird Landrat Thomas Bold in der Mitteilung zitiert. "Das wiederum hilft uns dabei, Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen - ein ganz wichtiger Baustein im Kampf gegen die Pandemie neben anderen Maßnahmen wie Impfungen und Tests."

Im Wesentlichen ersetzt die App die bisher üblichen Formulare, die beispielsweise beim Betreten eines Geschäfts sonst ausgefüllt werden müssen. Die Nutzung von Luca ist freiwillig. Voraussetzung ist natürlich, dass sowohl Betreiber wie Besucher angemeldet sind. Man kann sich die Anwendung kostenlos auf das Handy herunterladen. Nachdem er seine Kontaktdaten einmalig eingetragen und verifiziert hat, meldet sich der Nutzer zum Beispiel beim Besuch eines Restaurants, eines Modegeschäfts oder eines Konzerts an, indem er einen QR-Code des "Gastgebers" mit seinem Smartphone einscannt und damit "eincheckt".

Zweite Möglichkeit dazu ist, dass er seinen QR-Code scannen lässt. Beim Verlassen checkt er wieder aus. Im Lauf der Zeit entsteht so eine Art Kontakttagebuch, das sich über die App nachvollziehen lässt. Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet, werden die Informationen aus diesem Kontakttagebuch wichtig. Damit kann das Gesundheitsamt klären, wer sich jeweils noch an den entsprechenden Orten aufgehalten hat. Dazu stellt die Behörde bei den "Gastgebern" Anfragen zur Freigabe der Daten.

Die sollen dann mittels der App verschlüsselt und zuverlässig übertragen werden. Somit soll es möglich sein, Kontaktpersonen schnell zu ermitteln und zu informieren. Das führt wiederum zu Testungen und soll damit letztlich die weitere Ausbreitung des Virus verhindern. Die App gibt es kostenlos für die Betriebssysteme Android und iOS und als Webapp. Für alle, die kein Smartphone besitzen, soll es bald einen Schlüsselanhänger geben, über den man sich ebenfalls entsprechend aus- und einchecken kann. Grundsätzlich soll es aber auch weiterhin möglich sein, sich handschriftlich in Kontaktlisten einzutragen - die Entscheidung darüber trifft der jeweilige Betreiber des Restaurants, Geschäfts oder der kulturellen Einrichtung.

Im Moment wird die App durch die hohe Inzidenz und die damit verbundenen Einschränkungen (z.B. aktuell Museen und Restaurants geschlossen) eher wenig genutzt. "Aber sobald die Maßnahmen gelockert werden, kann uns die Luca-App dabei unterstützen, dass wir einen Schritt weiter zurück zur Normalität machen", so Landrat Bold. Antworten zu häufig gestellten Fragen beantwortet der Betreiber der App auf seiner Webseite: www.luca-app.de/faq.top