Die "Weihnachtshilfe" der Saale-Zeitung hat in diesem Jahr bis zum 28. Dezember 53 225,23 Euro eingebracht. Damit hat sich die Spendensumme vom vergangenen Jahr gesteigert. Damals waren bis Mitte Januar 2021 insgesamt 49 555 Euro eingegangen. Die Caritas, die Kidro, das Diakonische Werk und Solwodi verwenden das Geld auch 2022, um Menschen aus dem Landkreis zu helfen, mit denen es das Schicksal nicht immer gut meinte.

Zu Gabriele Morath vom Bad Kissinger Caritasverband kommen Menschen, die finanzielle Probleme haben, mit einer Behörde nicht zurechtkommen, oder nicht weiterwissen. Mit 36 922,50 Euro kamen bei ihr die meisten Spendengelder an. Damit kann sie bei kleineren und größeren Problemen unter die Arme greifen - sei es eine Stromrechnung, die sich nicht decken lässt oder ein kaputtes Auto. Meist sind es Frauen, die kommen. Ihr fiel auf, dass die Zahl der Senioren, die bei ihr Hilfe suchen, in den vergangenen fünf bis sechs Jahren stieg. Sicher wird sie auch 2022 vielen Menschen helfen - Gabriele Morath hat viel zu tun: Oft erwarten die Leute, dass sie sofort einen Termin bekommen, aber das ist meist nicht möglich und dauert ein paar Wochen. Dennoch ist für sie wichtig, dass jeder gehört wird, egal in welcher Situation die Menschen sich befinden.

Ein Bett für Obdachlose

Ende 2020 hatte Christian Fenn, Leiter der Kidro, noch gesagt, er müsse realistisch sein. Die Spendengelder würden wohl für kurzfristige Überbrückungshilfen genutzt. Doch der Verein hat mehr geschafft: Im Eingangsbereich der Einrichtung gibt es jetzt ein Bett für Obdachlose, die nachts in der Kälte nicht schlafen können. Und zum ersten Mal haben sie eine Wohnung für einen Schüler gemietet, weil in manchen Situationen die vielfältigen Beratungsangebote nicht ausreichen. "Deshalb hat Kidro angefangen, unkonventionelle Wege zu gehen. Wir wollen im Alltag der Menschen ankommen und auf eine Weise helfen, die als Hilfe empfunden wird." Die gespendeten 7272,73 Euro werden dabei helfen.

An das Diakonische Werk Schweinfurt gingen 3470 Euro im Zusammenhang mit der Weihnachtshilfe ein. Das Geld geht an die Bad Kissinger Einrichtung für psychisch Kranke. Dort leitet Jürgen Wolfer die Tagesstätte, in der Menschen sich treffen und austauschen, aber auch therapeutische Hilfe bekommen. Sein Kollege Peter Martl ist für das betreute Wohnen zuständig und besucht mit seinem Team die Menschen zu Hause, um ihnen dort, meist mit Ratschlägen und Impulsen, im Haushalt unter die Arme zu greifen. Anastasia Iljin und ihr Team beraten psychisch Kranke sowie deren Angehörige. Weil die Menschen wegen ihrer Erkrankung selten normal arbeiten können, müssen sie oft ein Leben lang mit Sozialhilfe auskommen. Daher werden die Spenden laut Wolfer wieder für die alltäglichen Probleme eingesetzt: "Wir machen das je nach Bedarf. Wir werden auf jeden Fall wieder Lebensmittelgutscheine machen. Manchmal geht die Waschmaschine kaputt, mal die Spülmaschine, mal sind es Rechnungen." Das werde sich auch in Zukunft nicht ändern.

Bei akuten Problemen helfen

Bei Solwodi Bad Kissingen gingen 3730 Euro mit dem angegebenen Überweisungszweck ein. Dazu kommen 1830 Euro Spendengelder, die auch auf die Aktion zurückzuführen seien, sagt Renate Hofmann von Solwodi. Zusammen hat die Organisation, die sich um Frauen mit Migrationshintergrund kümmert, 5560 Euro erhalten. Damit kann sie auch künftig Frauen aus akuten Problemen helfen - sei es, Geld für eine Schutzwohnung auszulegen oder sie bei Geldsorgen zu unterstützen. Die Heizkostenabrechnung werde viele treffen, nachdem das Heizen dieses Jahr teurer wurde, sagt Hofmann. "Wir haben lieber, dass sie bei uns eine Art zinsloses Darlehen bekommen, als es woanders aufzunehmen." Auch ein Grillen ist wieder geplant. Das ist wichtig für den Austausch unter den Frauen. Hier helfen die Gelder, das Essen zu besorgen. Angedacht ist auch ein Schwimmkurs für die Kinder, wobei das noch am Schwimmbad scheitere.

Annett Lüdeke, stellvertretende Redaktionsleiterin der Saale-Zeitung, sagt: "Die Corona-Pandemie hat das Leben derjenigen, die ohnehin schon in Not geraten waren, nicht leichter gemacht. Umso mehr freuen wir uns darüber, dass die Leser die Hilfsorganisationen und damit unsere Weihnachthilfe-Aktion so treu unterstützen. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich." Die Unterstützung von Menschen vor Ort für Menschen vor Ort brauche auch weiterhin einen solchen Rückhalt. Die oben angegebenen Spendenkonten sind das ganze Jahr über für Spenden offen.