Bolzplatz in Bad Kissingen: Nachbarn sind dagegen
Autor: Redaktion
Bad Kissingen, Freitag, 03. Juli 2020
Seit Jahren ist der Bolzplatz im Nordosten der Stadt im Gespräch. Jetzt sprachen sich 35 Anwohner dagegen aus
Der Bürgerkreis Bad Kissingen Nord-Ost setzt sich seit Jahren für die Weiterentwicklung des Gebiets in der Nähe der ehemaligen Kaserne ein. Ausgezahlt hat sich das bereits beim Spielplatz Peters Piratengold in der Peter-Heil-Straße. Nach Angaben der Stadt bemüht sich der Bürgerkreis zudem um einen Bolzplatz für das Gebiet. Eigentlich hat das Anliegen jetzt bald die Ziellinie erreicht. Allerdings gibt es Diskussion. Nachbarn haben sich dagegen ausgesprochen.
Wie die Bauverwaltung dem Bauausschuss des Stadtrats berichtete, hat die Stadt das Grundstück von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) gekauft, "um dort eine öffentliche Grünfläche anzulegen". Die planungsrechtlichen Voraussetzungen seien geschaffen. Die Grünfläche, der nötige Weg und der in der Grünfläche geplante Bolzplatz seien bereits mehrfach in den städtischen Jahresanträgen zur Städtebauförderung aufgetaucht, aber mehrfach verschoben worden.
Lösung mit geringen Kosten
Inzwischen sei es in diversen Gesprächen gelungen, "eine vorgezogene Lösung mit geringen Kosten" zu finden. Auch dazu trägt nach Angaben der Bauverwaltung der Bürgerkreis Nord-Ost bei. Er sei bereit, "sich an den Investitionskosten durch Finanzierung der Tore zu beteiligen". Grundsätzlich könne der Bolzplatz aber "kostengünstig" hergestellt werden.
Zu dem Projekt gab es eine Infoveranstaltung für Anlieger, berichtete die Bauverwaltung. Nachdem ein Bauantrag für den Bolzplatz gestellt war, kam es auch zu einer förmlichen Nachbarbeteiligung per öffentlicher Bekanntmachung. Dabei gingen laut Bauverwaltung 35 Einsprüche von Bewohnern benachbarter Mehrfamilienhäuser ein.
Sorge wegen Lärmbelästigung
Sorgen vorgetragen worden seien dabei "vor allem wegen Lärmbelästigung und der Vernichtung der Grünstruktur", fasst die Bauverwaltung zusammen. Auch die Beeinträchtigung geschützter Vogelarten würden befürchtet.
Dem hielt die Stadtverwaltung entgegen, der Bolzplatz solle einen Abstand von 45 Metern zum nächsten Gebäude in der Pfalzstraße haben. Zum nächsten Haus der Straße Am Steingraben hin betrage der Abstand rund 60 Meter. Was die Gründstruktur angehe, seien nur "minimale Eingriffe" vorgesehen.
Auch die Untere Immissionsschutzbehörde stimme im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für den Bauantrag zu, schlage aber verschiedene Maßgaben vor. Dazu gehört unter anderem, dass der Bolzplatz nur tagsüber benutzt werden dürfe. Zudem sei die Nutzungszeit auf sechs Stunden täglich zu begrenzen. Diese sechs Stunden müssten im Zeitraum zwischen 9 Uhr und 20 Uhr liegen und zusätzlich an Sonn- und Feiertagen Ruhezeiten von 13 bis 15 Uhr zusätzlich eingehalten werden. Die vom Bolzplatz ausgehenden Geräusche dürften die Immissionsrichtwerte am nächsten Wohnhaus von tagsüber 55 dB(A) nicht überschreiten.