Bank Schilling investiert

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Der dezimierte Vorstand der Bank Schilling mit Tobias Ulsamer. Aloys Tilly und Matthias Busch stellten den Geschäftsbericht 2017 vor. Man habe sich wacker geschlagen. Foto: Wolfgang Dünnebier
Der dezimierte Vorstand der Bank Schilling mit Tobias Ulsamer. Aloys Tilly und Matthias Busch stellten den Geschäftsbericht 2017 vor. Man habe sich wacker geschlagen. Foto: Wolfgang Dünnebier

Gute Zahlen für die Bank: Die Vorstände freuen sich über die Geschäftsentwicklung 2017.

Spürbare Solidarität der Mitarbeiter und treue Stammkunden bei der Bank Schilling: Angesichts dieser Rahmenbedingungen hatten die Ermittlungen gegen einzelne Mitarbeiter der Bank Schilling um den Erwerb von Geschäftsanteilen einer Klinik in Bad Bocklet keine Auswirkungen auf den positiven Geschäftsbericht 2017.
Dies betonten die beiden Bankvorstände Aloys Tilly und Matthias Busch beim Pressegespräch zur Präsentation der Zahlen. Ihnen liegt daran, die beiden Entwicklungen auseinanderzuhalten. Beide sind schon über 20 Jahre maßgeblich am Gedeihen der Bank beteiligt. "Es ist wichtig, dass es hier weitergeht", sagte Busch im Blick auf die 330 Arbeitsplätze, von denen sich viele im Stammhaus am Hammelburger Marktplatz konzentrieren.


Räumliche Ausdehnung

Dort stehen die Zeichen auf räumliche Ausdehnung. Im benachbarten Apothekerhaus, das die Bank erworben hat, sollen im dritten Stock noch Büroräume samt Aufzug entstehen. Apotheke und Ärzte sollen dort aber darunter angesiedelt bleiben.
Gedacht wird daran, die deutschlandweite Telefonberatung zur Vermögensberatung von bisher drei um bis zu zwei Mitarbeiter zu erweitern. Die geringe Rendite bei der Kreditvergabe durch den anhaltenden Niedrigzins werde durch erfolgreiche Vermögensberatung kompensiert. Die Bank Schilling liegt unter den etwa 50 Privatbanken in Deutschland (ohne Niederlassung von Auslandsbanken) im Mittelfeld. "2018 wird es schwieriger", schaut Tilly voraus. Im Rahmen der allgemeinen gesetzlichen Regulierung kommen Investitionen für die Dokumentation von Beratungsgesprächen auf die Bank zu. Bereits bewährt hat sich die "My Banking App", mit der Geldgeschäfte über das Smartphone abgewickelt werden können. 1#googleAds#100x100
Aktuell lernen in der Bank 13 Auszubildende und zwei Dual-Studenten. Allerdings schlägt auch hier der branchenübergreifende Bewerbermangel durch. Für dieses Jahr noch offen ist eine Lehrstelle in der Filiale Bad Neustadt. Für kommendes Jahr ist die Einstellung von bis zu sechs Auszubildenden geplant.
Als ausgesprochen gering bewerten die Mitarbeiter die Fluktuation unter den Beschäftigten, was als Ausdruck der Zufriedenheit mit dem Arbeitsplatz gilt. Für Bemerkenswert halten die Verantwortlichen auch die Frauenquote von 45 Prozent in ihren Reihen. Ausdrücklich weisen die Vorstände auch auf die gute Entwicklung der Tochterfirma Dr. Schmitt GmbH Würzburg-Versicherungsmakler mit mittlerweile 80 Beschäftigen und damit dem größten Anbieter seiner Art in Nordbayern hin. "Wir haben uns wacker geschlagen", sagte Vorstand Aloys Tilly mit Blick auf die erwirtschafteten Zahlen. Vom besten Jahr der Bankgeschichte möchte er aber lieber nicht sprechen. Im Zuge von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Würzburg sitzt Bankeigentümer Hubert-Ralph Schmitt weiter in Untersuchungshaft.


Mandat niedergelegt

Im Fokus der Ermittler steht der Erwerb von Geschäftsanteilen einer Klinik in Bad Bocklet. "Wir wissen wenig", sagt Schilling-Bank-Vorstand Matthias Busch aktuell zu den Hintergründen. Gegen die Bank werde nicht ermittelt. Über die Ermittlungen gegen weitere Mitarbeiter der Bank will er mit Blick auf das laufende Verfahren nichts sagen. Schmitt hat im April sein Mandat als Vorstand niedergelegt. Jetzt leiten drei statt vier Banker das Geldinstitut. Die Geschäftsentwicklung sei jedenfalls nicht betroffen, die Vorgänge seien Privatsache. "Wir müssen das oft erklären", räumt Busch ein. Aber das gelinge bei den Stammkunden recht gut. Ein Stück weit schwieriger werde es wohl, Kunden zu werben.


Positives Marktumfeld

Dabei können sich die Zahlen sehen lassen. Durch das gute Marktumfeld und die positive Stimmung an den Finanzmärkten ist die Bilanzsumme im Vergleich zum Vorjahr um 9,8 Millionen Euro auf 985 Millionen Euro gestiegen. Die Eigenmittel belaufen sich auf 105 Millionen Euro (96,2 Millionen Euro im Vorjahr). Die Gesamtkapitalquote liegt bei 16,5 Prozent. Seit Jahren ist der Jahresüberschuss mit 4,4 Millionen Euro stabil. Um vier Prozent auf 600 Millionen Euro gestiegen sind die Kreditvergaben, wobei Verträge mit längerfristiger Bindung an Dritte weitergegeben werden, um die relativ kleine Bank von Risiken bei einem Zinsanstieg zu bewahren. Mindestens ein bis zwei Jahre werde die Niedrigzinsphase noch anhalten. Deswegen falle es in jenem Bereich schwer, Rendite zu erwirtschaften. Deswegen lege man großes Augenmerk auf die individuelle Vermögensverwaltung. Zum elften Mal in Folge ist die Bank vom Handelsblatt in die Elite der Vermögensverwalter aufgenommen worden.


Neue Filialen

Zu den bestehenden 16 Filialen und einer Geschäftsstelle in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen kamen für das Geldinstitut mit 330 Beschäftigten zwei Geschäftsstellen in München und Mannheim dazu. 2019 sollen bis zu sechs Auszubildende eingestellt werden, wobei auch die Bank Schilling unter einem Bewerbemangel leidet. Wolfgang Dünnebier