"Bahn frei" für alles ohne Motor zwischen Grafenrheinfeld und Volkach
Autor: Redaktion
Grafenrheinfeld, Montag, 22. Mai 2017
Natur, Kultur und kulinarische Stationen beherrschten den Tag der Teilnehmer.
Bekanntlich ist ja das Auto des Deutschen liebstes Kind. Das aber musste am Sonntag allerdings stehen bleiben, von Grafenrheinfeld bis Volkach gehörte die Straße allen, die radeln und rollen wollten - und zwar ohne Motor.
Acht Stunden lang konnten die Teilnehmer radeln und die zahlreichen kulinarischen Stationen entlang der Route - von den Weinbergen an der Volkacher Mainschleife zu den kulturellen Schätzen im Schweinfurter Mainbogen - genießen.
Zum elften Mal hieß es heuer "Bahn frei" für alles, was nicht motorisiert ist. Das Wetter war perfekt . Tausende machen sich auf den Weg durch die frische Luft und genossen die idyllische Landschaft einmal ohne Verkehrslärm.
Ausgangspunkt Ölkrise
Autofreie Sonntage liegen im Trend. Während die einen an diesem Tag ganz bewusst ein Zeichen für umweltfreundliche Fortbewegungsmittel setzten wollten, nutzten ihn die anderen zum Familienausflug. Wieder andere maßen ihre Kräfte in kleineren Wettkämpfen auf Inlinern oder Skateboards. "Die Menschen wissen das Angebot zu schätzen", meint Ursula Weidinger, Allianzmanagerin des Schweinfurter Mainbogens. Während die "gemütlichen Fahrer" vor allem die vielen Stationen auf dem Weg genießen, machen sich die schnellen Fahrer gleich früh um 10 Uhr auf, um die ganze Strecke zu im Eiltempo hinter sich zu bringen. Nicht wenige fahren sie auch wieder zurück, berichtet sie.
Ihre Entstehung verdanken die autofreien Sonntage der Ölkrise vor über 40 Jahren. "Wenn der Scheich es will, stehen alle Räder still", hieß es damals. Die Drosselung der Öllieferungen durch die erdölexportierenden arabischen Länder führte damals dazu, dass man an vier Sonntagen im Jahr auf der Autobahn spazieren gehen konnte. Daran denkt heute wohl kaum mehr jemand. Die autofreien Sonntag sind zum Freizeitevent geworden. Entlang der Strecke gibt es viele gute Gründe zu pausieren: Ausstellungen, Führungen, Musik, Gesundheitschecks und Spielangebote für die Jüngsten gehören dazu.
Wenn einer streikt, ist es vorbei
Während sich die einen sich auf einen schönen Sonntag gefreut haben, bedeutete der Tag für die anderen eine besondere Herausforderung. So beispielsweise für die Sportfischervereinigung Wipfeld. Rund 100 Fische haben sie besorgt, gewässert, gesäubert und eingelegt. Früh wurde schon der Grill geschürt, um die Steckerlfische zu räuchern. 15 Mitglieder waren an diesem Tag im Einsatz. "Meine Kinder haben sich schon beschwert", erzählt Nicole Weidinger, "die wären auch lieber mit dem Rad unterwegs gewesen." Inzwischen habe sich vieles eingespielt, meint Allianzmanagerin Ursula Weidinger. Für sie geschieht das spannendste im Vorfeld: "Alle Gemeinden müssen auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden", erklärt sie. Wenn auch nur eine Gemeinde ausschere, dann "ist das Ganze gelaufen."