Abschied: Zehn sagen leise Servus
Autor: Redaktion
Bad Kissingen, Dienstag, 14. Januar 2020
Nach der Kommunalwahl 2020 wird sich so manches Gremium runderneuern. Auch aus dem Kreistag scheiden etliche Mitglieder aus, darunter alteingesessene Polit-Strategen.
Die Kommunalwahl am 15. März rückt näher. Die im Kreistag vertretenen Parteien und Gruppierungen (CSU, SPD, B'90/Die Grünen, Freie Wähler, CBB, PWG und ÖDP) haben ihre Kandidatinnen und Kandidaten bereits nominiert. Lediglich der FDP-Kreisverband kam noch nicht aus der Deckung. In diesen Januartagen soll es aber soweit sein, sagt FDP-Kreisrätin Adelheid Zimmermann auf Anfrage. Während die einen sich nun also für den möglichen Sprung ins Kreisgremium rüsten, befassen sich andere mit dem Ausscheiden aus demselben.
Erinnerung
Rein rechnerisch reichen zehn Mitglieder des Kreistags nun ihren Abschied ein: acht aus den Reihen der CSU und jeweils ein Mitglied von SPD (Ursula Müller-Ahammer) und FDP (Manfred Dittmar).
Wichtig ist an dieser Stelle aber auch die Erinnerung an Walter Müller und Wolfgang Back (beide CSU) sowie an Alfred Schrenk (SPD) - drei Kreistagsmitglieder, welche die 2014 begonnene Legislaturperiode noch teilweise mitgestalteten, dann aber verstorben sind. Mitte November 2019 trat Michael Heppes (CSU) von seinem Kreistagsmandat zurück, aus beruflichen Gründen, wie er seinerzeit angab.
Bei der CSU (28 Sitze) sind acht Personen nicht mehr mit von der Partie. So sprach sich zum Beispiel Helmut Blank (63) klar gegen eine neuerliche Kandidatur aus. Er war jetzt zwölf Jahre dabei. Der Bürgermeister von Münnerstadt hatte schon vor längerer Zeit bekannt gegeben, dass er nicht mehr als Stadtchef kandidieren will. "Und wenn mit dem Bürgermeisteramt Schluss ist, dann ist mit allem Schluss", sagt er im Gespräch mit dieser Redaktion. "Alles hat seine Zeit. Ich habe diese Zeit genutzt." Jetzt gelte es, im Kreistag den Jüngeren Platz zu machen.
Ähnlich sieht das Peter Hart (66). Der Fuchsstädter Bürgermeister hatte schon vor einem Jahr bekannt gegeben, dass er nicht mehr als Gemeindeoberhaupt kandidiert. "Und wenn ich als Bürgermeister aufhöre, dann schließe ich alle politischen Aktivitäten ab." Hart war 18 Jahre Bürgermeister und saß zwölf Jahre im Kreistag. Er galt unter seinen Kreistagskollegen stets als jemand, der Themen, auch gegen den Fraktionszwang, kritisch ansprach und sich nicht verbiegen ließ.
Anforderungen meistern
Auch Anna Maria Krug (Bad Kissingen) kandidiert nicht mehr. Wenn man in einem solchen Gremium sitzt, müsse man sich ordentlich vorbereiten, ist ihre Ansicht. Berufliche und familiäre Anforderungen seien jedoch in den vergangenen drei Jahren stets gewachsen. "Da bin ich einfach zu sehr eingespannt", so die 58-Jährige, die in den vergangenen drei Kreistagsperioden im Gremium saß (zweimal rückte sie für ein ausscheidendes Mitglied nach).
Nach drei Sitzungsperioden nicht mehr dabei ist künftig Bernd Hammer (Reichenbach). Er habe die Arbeit im Gremium lange und sehr gerne gemacht, sagt der 61-Jährige. Nach einer bisher gut verlaufenen, ernsten Erkrankung habe er allerdings mal den Blick nach innen gerichtet und erkannt: "Okay, da gibt's noch was anderes im Leben als die Arbeit und Tage nach Stundenplan." Jetzt wolle er sich allmählich aus seinen Ämtern und auch vom Beruf des Stadtmusikdirektors zurückziehen.