Die Friedhofsgebühren, der Wasserpreis, die Sanierung der Mehrzweckhalle, der Ebenhäuser Weg - für die Bürger der Gemeinde wichtige Angelegenheiten standen auf der Tagesordnung des Gemeinderates. Und: Wie geht es weiter mit der Sanierung der Mehrzweckhalle? "Beratung und gegebenenfalls Beschlussfassung über die weitere Vorgehensweise" stand auf der Tagesordnung.

Es stehen noch Zusagen aus

Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU) berichtete von einem Gespräch mit Architekt Günther Pollach (Schweinfurt) und Energieberater Andreas Mitesser (Arnstein) zum Thema "Förderung". Nicht alle eingeplanten Förderungen sind bisher fest von den Stellen, die sie auszahlen sollen, zugesagt. Zehner schilderte, dass er seit Tagen Dr. Ulrike Seelig (Forschungszentrum Jülich im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Reaktor Sicherheit und Umweltschutz) zu erreichen versucht, auf deren Schreibtisch ein Förderantrag aus Rannungen liegt. Zehner schilderte, dass er sich die Finger wund gewählt habe - aber Ulrike Seelig sei telefonisch nie erreichbar gewesen. "Ich versuche es weiter" betonte der Bürgermeister am Dienstagabend. Auch am Mittwochmorgen sagte er am Telefon "ich rufe laufend an, aber ich erreiche sie nicht". Die Zeit allerdings drängt, denn der Förderantrag muss bis zum Jahresende durch sein. "Es ist ein mühsamer Weg, weiter zu kommen" so der Bürgermeister.

Kosten: 3,5 Millionen Euro

Die Sanierung der Halle soll 3,5 Millionen Euro kosten. Wie geht es weiter, wenn die Förderung nicht in erhoffter Höhe fließt? "Dann werden wir wohl abspecken müssen", so Fridolin Zehner im Gespräch mit dieser Redaktion.

Höhere Friedhofsgebühren

Trotz der immer recht hoch erscheinenden Friedhofsgebühren sind die Friedhöfe für Gemeinden immer ein Zuschussgeschäft. Bei der Genehmigung des Haushaltsplanes 2020 durch das Landratsamt war festgestellt worden, dass im Friedhofs- und Bestattungswesen eine Unterdeckung besteht. Die Gebühren seien deshalb anzuheben. "Wenn wenige Bürgerinnen und Bürger sterben, haben wir eine Kostendeckung von 40 Prozent, wenn mehr sterben um die 60 Prozent" rechnete der Bürgermeister vor, räumte aber ein, dass Kostendeckung im Friedhofsbereich nicht üblich sei. Josef Holzeimer (CSU/FW) wollte wissen , "wollen wir erhöhen oder müssen wir?" Der Bürgermeister dazu "wir sollten".

Der Gemeinderat einigte sich schließlich auf folgende Friedhofsgebühren: die Gebühren für Einzelgräber bleiben bei 500 Euro, bei Doppelgräber 1000 Euro, bei Baumbestattungen bei 250 Euro. Gebühren für Bestattungen in Urnenröhren und in der Urnenschnecke werden von 250 auf 500 Euro verdoppelt. Bildhauer, Steinmetze, Gärtner und andere Gewerbetreibende brauchten bisher Tätigkeiten auf dem Friedhof eine vorherige Zulassung durch die Gemeinde. Im Rahmen einer überörtlichen Rechnungsprüfung war festgestellt worden, dass darauf verzichtet werden kann. Es genügt eine Anzeigepflicht oder eine Überwachung. Dem stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.

Wann wird Haushalt rechtskräftig?

Der Gemeinderat genehmigte einstimmig 3109 Euro für Heizöl, das für die Mehrzweckhalle gebraucht wird. Die Summe wird in den Haushalt 2021 eingestellt. Aus der Mitte des Gemeinderates kam dazu die Frage: "Ist der Haushalt jetzt rechtskräftig?" Die Gemeinde könne die Halle im Winter nicht kalt lassen und "der Haushalt 2021 ist noch nicht rechtskräftig", antwortete der Bürgermeister. "Wann kommt der rechtskräftige Haushalt?", wollte darauf Johannes Beck (CSU/FW) wissen. "Weiß ich nicht", meinte dazu der Bürgermeister.

Gittersteine für Ebenhäuser Weg

Auch das Dauerthema "Ebenhäuser Weg" beschäftigte den Gemeinderat. Es ging um die Sanierung des Banketts, das an einigen Stellen ausgefahren ist und dringend saniert werden muss. Vorgeschlagen wurde, den Weg mit 15 Tonnen Bitumen in Stand zu setzen. Die Kosten würden nach Schätzung des Bauhofs etwa 8000 Euro betragen. Josef Holzeimer (CSU/FW) schlug jedoch vor, dazu Gittersteine zu verwenden. Dem stimmte der Gemeinderat zu. Wenn es nicht weitergehe mit dem Ausbau des Weges zur Kreisstraße, werde die Gemeinde Oerlenbach ihn wohl als Gemeindeverbindungsstraße sperren, so Fridolin Zehner. Er teilte mit, dass das Landratsamt im November das Gespräch mit den betroffenen Gemeinden suchen will.

Auch zwei Bauanträge genehmigte der Gemeinderat. In der Schweinfurter Straße will ein Ehepaar ein Einfamilienhaus mit einer Doppelgarage, einem Abstellraum und einer Fotovoltaik-Anlage errichten. "Ich freue mich, dass wieder ein Grundstück bebaut wird" betonte der Bürgermeister. Ähnlich sahen das die Mitglieder des Gemeinderates und stimmten zu. Das Ehepaar kommt übrigens aus Schweinfurt. An einem Haus in der Wiesenstraße soll ein Außenaufzug samt Zugangsbalkon angebracht werden. Auch diesen Bauantrag genehmigte der Gemeinderat einstimmig.

Lob für Festausschuss zum Jubiläum

Zum Schluss der Sitzung lobte Fridolin Zehner ausdrücklich die Arbeit der Zweiten Bürgermeisterin Sybille Büttner (Bürgerliste) und der dritten Bürgermeisterin Bettina Bonengel (CSU/FW), die sich sehr engagiert um die Vorbereitung für das Jubiläumsfest im kommenden Jahr kümmern würden. 2022 wird die Ersterwähnung der Gemeinde vor 1250 Jahren gefeiert, außerdem das wegen der Corona-Pandemie im Jahr 2020 ausgefallene Planfest nachgeholt. Sybille Büttner erklärte, dass die Bürger gerne bereit sind, mitzumachen und zum Beispiel ihre Höfe zur Verfügung zu stellen.