Die 51 Bürger von Großwenkheim, die am 8. Juli 1872 eine Feuerwehr im Dorf gründeten, können stolz sein, was seitdem daraus geworden ist. Über das Wochenende wurde nun das 150-jährige Bestehen groß gefeiert. Am Sonntag standen die Totenehrung am Kriegerehrenmal bei der Kirche und der Festumzug zum Festzelt im Mittelpunkt.

Vor den um das Ehrenmal versammelten Abordnungen zahlreicher Feuerwehren, Vertretern der örtlichen Vereine und Gäste betonte der Großwenkheimer Feuerwehrkommandant Michael Gessner: "Für viele in unserer modernen Gesellschaft mag diese Totenehrung wie ein Ritual aus vergangenen Zeiten wirken, wie ein alter Zopf. Diese Meinung teilen wir nicht, denn wir sind hier zusammengekommen, um vor allem an Menschen zu denken, mit denen wir noch Zeit miteinander verbracht haben." Sie seien für die gleichen Werte eingestanden wie die heutigen Mitglieder der Feuerwehr. Sie hätten versucht, zu ihrer Zeit den Menschen zu helfen, wo es nötig war und wo sie konnten.

Älteste Bürgerinitiative des Dorfes

Er verwies auch darauf, dass Großwenkheimer Familiennamen wie Schlembach, Gessner, Ziegler Schmidt oder Rink, die in den ersten Chroniken auftauchen, noch heute bei der Feuerwehr vertreten sind. "Sie alle hatten das Ziel, in Not geratenen Mitmenschen zu helfen und tun dies bis heute als älteste Bürgerinitiative unseres Dorfes", sagte er stolz.

Nach der Kranzniederlegung am Ehrenmal formierte sich der Festumzug durch das Dorf. Abordnungen zahlreicher Feuerwehren aus Münnerstadt und den Stadtteilen sowie aus umliegenden Gemeinden marschierten mit ihren großen bunten Fahnen zum Festzelt. Mit dabei waren auch Vereine und der örtliche Kindergarten. Zahlreiche Zuschauer säumten den Umzugsweg.

Zuschuss und Dankesurkunde

Bei der Begrüßung der Gäste im Festzelt dankte Kommandant Michael Gessner der Stadt Münnerstadt, die in den letzten zehn Jahren in die Feuerwehr viel investiert habe. Dies sei ein wichtiger Anreiz für die Jugend des Dorfes, sich in der Feuerwehr zu engagieren. Landrat Thomas Bold (CSU) sprach auch für den ebenfalls anwesenden Staatssekretär Sandro Kirchner (CSU) und Bürgermeister Michael Kastl (CSU) ein gemeinsames Grußwort. "Man sollte meinen, dass Feuerwehren heute nicht mehr erforderlich sind", sagte der Landrat, der Waldbrand kürzlich in Fuchsstadt oder der Großbrand in Platz hätten das Gegenteil bewiesen. Er dankte der bayerischen Staatsregierung, die die Ausrüstung der Feuerwehren finanziell fördere und damit die materiellen Voraussetzungen schaffe. Auch das Geld, dass die Stadt ausgebe, sei gut angelegt. "Bleiben Sie der Feuerwehr treu. Kommen Sie immer gut vom Einsatz nach Hause", rief er den Feuerwehrleuten zu und überreichte Kommandant Michael Gessner einen Zuschuss für die Jugendarbeit.

Kreisbrandrat Benno Metz gratulierte im Namen der gesamten Feuerwehrführung zum 150-jährigen Bestehen und überreichte eine Dankesurkunde für die in fünf Generationen geleistete Arbeit.

Schon am Samstag hatte die Band "Nochtschicht" im Festzelt mit ihrer musikalischen Mischung aus Country, Blues und Rock´n´Roll das Publikum begeistert. Am Sonntag gab es einen Festgottesdienst, am Montag ging das Feuerwehr-Jubiläum mit einem Kesselfleischessen und der Kapelle "Lauringer Altblech" zu Ende.