Die Corona-Pandemie zwingt die Kolpingfamilie auch dieses Jahr dazu, auf sämtliche Faschingsveranstaltungen zu verzichten. Doch wenigstens wollte der Elferrat daran erinnern, dass der Kolping-Fasching seit nunmehr einem halben Jahrhundert ein Begriff in der Stadt ist. Und er wollte Närrinnen und Narren ehren, die seit Jahren und Jahrzehnten dabei sind und sich Verdienste um den Fasching in der Stadt erworben haben. Deshalb trafen sich in der Rathaus-Diele Mitglieder des Elferrates und Gäste, um diese Anlässe zumindest in bescheidenem Rahmen gut eine Stunde lang zu feiern. Die Elferratsgarde konnte bei der Feier der Kolpingfamilie in der Rathausdiele zwar nicht tanzen, aber wenigstens war sie zur Freude der Gäste mit einer großen Delegation präsent und drückten den Altersdurchschnitt wie ein Redner feststellte, erheblich.

Wilhelm Schmitt, der Sprecher des Elferrates, konnte unter den Gästen auch eine Delegation des Fastnacht-Verbandes Franken mit Präsident Marco Anderlik, dem Bezirkspräsidenten Unterfranken Tobias Brand und Beisitzer Klaus Mültner (Hammelburg) willkommen heißen, außerdem Bürgermeister Michael Kastl und den Präses der Kolpingfamilie, Stadtpfarrer Pater Markus Reis. Schmitt verkündete eine Nachricht, die er nach eigener Aussage lieber nicht verkündet hätte: "Der Elferrat hat sich nach Abwägung aller Argumente schweren Herzens entschlossen, in diesem Jahr keine Faschingssitzungen zu veranstalten". Und er teilte mit:Nach vielen Jahren als Sprecher des Elferrates ziehe er sich aus dieser Position in die zweite Reihe zurück. Er überlasse das Feld jüngeren Elferratskollege. Wer ihm nachfolgen wird, sei noch nicht entschieden, sagte Schmitt auf Nachfrage.

"Endlich ist es doch passiert, die Narren haben im Rathaus das Sagen, wenn auch unter schwierigen Bedingungen wie der Pandemie und dem Klimawandel. Das droht sogar die Gesellschaft zu spalten. Umso wichtiger sind die Narren," sagte Michael Kastl. Diese sollten die Menschen zum Lachen, zum Schunkeln, zum Schmunzeln bringen.

Marco Anderlik betonte in seinem Grußwort: "Wie wichtig etwas ist, wird einem erst bewusst, wenn man es nicht mehr hat bzw. nicht mehr nutzen kann. " Genauso fühle es sich derzeit für die komplette Vereinslandschaft in Deutschland und für alle Faschings-, Fastnachts- Karnevalsgesellschaften an. "Die Vereine vermissen das so wichtige Vereinsleben, die Proben, das gemeinsame Training und natürlich die Veranstaltungen, an denen man sein Können zeigen kann." Er dankte der Kolpingfamilie für ihre Brauchtumspflege, Jugendarbeit und den Dienst an der Gesellschaft.

Klaus Mültner lobte die Kolpingfamilie, weil sie seit 50 Jahren Brauchtum, Tradition, Fasching pflegt. Sein Wunsch: "Macht weiter wie bisher; ich weiß, das fällt euch auch nicht schwer." Wie es sich gehört, endete er mit einem dreifach donnernden Franken-Helau.

Die Vertreter des Fastnacht-Verbandes hatten einige Orden mitgebracht, die sie verdienten Mitgliedern der Kolpingfamilie für ihre Verdienste um den örtlichen Fasching überreichten. Folgende Ehrungen verlieh der Fasnachtsverband an langjährige Aktive und Unterstützer des Mürschter Faschings: Verbandsorden: Adolf Heuring und Herbert Wolf. Verdienstnadel in Silber: Sophia Wilm. Verdienstnadel in Gold: Philipp Neugebauer, Margit Gessner und Ralph Gessner. Verdienstorden : Hans Schwarz. Till (silber, 2020): Wolfgang Bauer. Till (silber, 2021): Klaus Skuppin.

Erinnerungsnadel zum Jubiläum

Da der Fasching komplett ausfallen muss, verzichtete der Elferrat auch auf einen Faschingsorden. Doch ganz ohne geht es doch nicht. Deshalb wurde ein vier Zentimeter hoher Pin mit dem Mürschter Nagel und der Aufschrift "50 Jahre Mürschter Fasching 2022" hergestellt, den gleich alle Anwesenden zur Erinnerung an die Feier im Rathaus bekamen.