Auf der Tagesordnung hieß es ganz unverfänglich "Schul- und Kirchhof; Vorstellung der Planung für das Nebengebäude". Doch der erste Punkt der Tagesordnung des Gemeinderates hatte es in sich. Die Gemeinde hat sich, nicht gerade im besten Einvernehmen, von ihrem Planer getrennt, der bisher für dieses Nebengebäude zuständig war, teilte Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU), vor allem an die Zuhörer gewandt, mit. Die Gemeinderäte hatten darüber bereits in nicht-öffentlicher Sitzung diskutiert und wussten deshalb Bescheid. Dabei soll es hoch her gegangen sein.

Es habe vor allem deshalb Streit gegeben, weil die Gemeinde endlich mit dem Bau weiterkommen wolle, begründete der Bürgermeister diesen außergewöhnlichen Schritt. Ein neues Planungsbüro hat die Gemeinde bereits gefunden. Nun müsse noch entschieden werden, ob neu geplant oder ob die bisherige Planung nur geändert wird, teilte der Bürgermeister mit. Dieses Jahr gebe es noch 73 Prozent Zuschuss für diese Baumaßnahme, maximal aber 100.000 Euro. Nächstes Jahr sei der Zuschuss einerseits auf 70 Prozent reduziert, dafür gebe es aber als Höchstbetrag 200.000 Euro.

Dieses Gebäude soll vor allem als Jugendtreff dienen und hat eine Fläche von 54,5 Quadratmetern. Dazu kommen eine öffentliche Toilette und ein Ausschank für Feste und Feiern. Die Jugendlichen sollen außerdem einen Freisitz mit knapp 20 Quadratmetern bekommen. Zweite Bürgermeisterin Sybille Büttner (Bürgerliste) regte an, auch eine Toilette für den Jugendraum zu schaffen.

Entschieden wurde noch nichts, aber vermutlich wird das Nebengebäude neu geplant und nächstes Jahr ein neuer Antrag gestellt. Die Planung des Unterstellhäuschens auf dem Schul- und Kirchhof wurde dem bisherigen Planer ebenfalls entzogen.

Bürgermeister Zehner erläuterte dem Gemeinderat in der Sitzung mehrere Alternativen. Der Bau des neuen Unterstellhäuschens könnte in die 1250-Jahr-Feier im kommenden Jahr mit einbezogen werden, indem Zimmererleute aus der Gemeinde hier tätig werden und ihre Handwerkskunst zeigen, schlug er vor. Eine Entscheidung wurde aber noch nicht gefällt.

Das Trinkwasser in der Gemeinde wird ab dem 1. Januar 2022 erheblich billiger. Die Nachkalkulation aus den Jahren 2019 bis 2021 schließt mit einem Überschuss von fast 69.000 Euro ab, die nun an die Bürgerinnen und Bürger zurückgegeben werden müssen. Bis jetzt beträgt der Wasserpreis 2,28 Euro pro Liter. Wenn ein neuer dreijähriger Kalkulationszeitraum festgelegt wird, würde der Preis auf 1,11 Euro sinken. So eine drastische Senkung sei wenig sinnvoll, so Bürgermeister Zehner. Auch in den nächsten Jahren fällige Reparaturen, zum Beispiel für neue Schieber, sollten eingeplant werden. "Das ist immer noch ein sehr moderater Wasserpreis" meinte er. Der Kalkulationszeitraum wurde deshalb auf vier Jahre festgelegt, damit erhöht sich der Wasserpreis wieder auf 1,48 Euro pro Liter. Alle Gemeinderäte waren damit einverstanden.

Das Gremium stellte auch den Jahresabschluss 2020 für die Wasserversorgung fest. Die Bilanz in Aktiva und Passiva beträgt knapp 654.000 Euro, der Jahresgewinn 15.000 Euro. Er fließt in die Rücklage. Der Gemeinderat stimmte einstimmig zu.

Der erste Teil der Straßenbeleuchtung war bereits 2020 auf LED (Leuchtdioden) umgestellt worden. Nun folgt der zweite Teil. Die Kosten für die Umrechnung betragen 61.263 Euro. Damit spart die Gemeinde rechnerisch 25.733 Kilowattstunden Strom pro Jahr (70,7 Prozent). Die eingesparten Kosten pro Jahr betragen 5819 Euro, der Umbau amortisiert sich nach etwa 10,5 Jahren. Die Gemeinde hat bereits die Zusage auf eine Förderung von 30 Prozent der Kosten, teilte Bürgermeister Zehner mit. Die Umrüstung muss bis zum 30. November nächsten Jahres erfolgt sein. Auch hier stimmten alle Gemeinderäte zu.

Für den Wasserbehälter Johannisberg wurde die Endreinigung für 3185 Euro einstimmig an eine Firma aus Schweinfurt vergeben.