Ein Pressebericht war ausschlaggebend, dass Altbürgermeister Anton Bauernschubert auf die Idee kam, seine unmittelbar in der Nachbarschaft wohnende Familie Bretscher, bzw. Wandelt für die Auszeichnung "Schwalbenfreundliches Haus" vorzuschlagen. Und das hat geklappt.

Romhilde Bretscher und die im Haus mitwohnende Tochter Silvia Wandelt wurden nun samt ihrer Familie von Anton Bauernschubert, in seiner Funktion als Altbürgermeister, im Auftrag vom Landesbund für Vogelschutz, mit einer Plakette und Urkunde ausgezeichnet. Sie dürfen sich nun "Schwalbenfreundliches Haus" nennen. Auch Thundorfs Erste Bürgermeisterin Judith Dekant lies es sich nicht nehmen, zu dieser Auszeichnung zu gratulieren. Sie dankte für den wertvollen Einsatz und das besondere Engagement im Schwalbenschutz.

In diesem Jahr haben dreißig Schwalbenpaare an der Außenwand der Scheune gebrütet. In früheren Jahren waren es deutlich mehr. So erzählt Romhilde Bretscher, die vor 57 Jahren in den Hof einheiratete, dass vor rund 20 Jahren - damals lebte noch ihr Mann Herbert - sage und schreibe 114 brütende Schwalbenpaare im Hof für Leben sorgten.

Aktuell haben sich die Schwalben auf die Reise in ihr Winterquartier gemacht. Romhilde Bretscher ist sich aber sicher, dass sie auch im kommenden Jahr wieder Gastgeber für die gefiederten Gäste sein dürfen. Silvia Wandelt stellt sich im Gespräch die Frage,: "Ich wüsste gerne, wie die Schwalben immer wieder den weiten Weg zurückfinden."

Seit dem Scheunenbau 1975 haben alljährlich die Schwalben Einzug auf dem Hof gehalten.So schön wie es auch ist, dass die Vögel immer wieder kommen, so muss die Familie auch mit den Einschränkungen, wie Kot und Dreck, leben. Romhilde Bretscher erinnert sich noch ganz genau, als ihr Anwesen einen neuen Außenputz erhielt und sie nach Fertigstellung die Fassaden von den Hinterlassenschaften auf dem frischen Putz der Schwalben wieder reinigen musste.

Silvia Wandelt erzählt, dass die Nester nach dem Wegzug der Schwalben im Spätherbst gerne von den Spatzen genutzt werden. Allerdings nur solange, bis die Schwalben wieder eintreffen, dann müssen sie die Nester freiwillig oder unfreiwillig wieder räumen.

Horst und Daniel Wandelt reinigen jedes Jahr alle Nester, wofür sie ein fahrbares Gerüst aufstellen. Die gesamte Familie engagiert sich, was Romhilde Bretscher natürlich sehr gut findet.

Schwalben finden immer weniger geeignete Lebensräume und Nistmöglichkeiten. Deshalb ist das Engagement für diese Vögel im Hause Bretscher /Wandelt ein großer Beitrag zum Vogelschutz. Mehlschwalben bauen ausschließlich an Außenwänden ihre Nester. Ihr Markenzeichen ist der leuchtend weiße Bürzel, der sich von der dunklen Oberseite abhebt. Auch bäuchlings ist die Mehlschwalbe mit Ausnahme der Schwanzfedern rein weiß.

Alle Bewohner des "Schwalbenhauses" freuen sich schon riesig darauf, wenn das erste Schwalbenpaar wieder Einzug hält.