Nicht alle Absolventen des Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasiums wurden Studiendirektoren, Apotheker, Ingenieure, Computerfachleute oder Ärzte. Einige von ihnen schlugen einen anderen Weg ein: Sie wurden professionelle Künstler. Fünf dieser Studiengenossinnen und -genossen stellen seit vergangenem Freitag einige ihrer Werke in den Ausstellungsräumen des Deutschordensschlosses aus. Anlass für diese Ausstellung mit dem Titel: "Art Münnerstadt" sind das Stadtfest an diesem Wochenende und vor allem das 23. Studiengenossenfest am Wochenende darauf, zu dem mehrere Hundert ehemalige Schülerinnen und Schüler erwartet werden.

Paul Ziegler, seit zwei Jahren Vorsitzender der Studiengenossen, schilderte, wie es zu dieser Ausstellung überhaupt kam. Das Studiengenossenfest sollte 2020 stattfinden, musste aber wegen der Corona-Pandemie zweimal verschoben werden. "Unter anderem sorgte die Verschiebung dafür, dass mir Zeit zum Nachdenken blieb. So reifte im Sommer 2020 in mir die Idee, dass Studiengenossenfest um eine Kunstausstellung zu ergänzen", erzählte Ziegler bei der Vernissage im Schlosshof. Als erster Künstler aus den Reihen der Studiengenossen fiel ihm Rainer Nepita ein, "das war einfach, er war einer aus meinem Jahrgang". Auch andere Studiengenossen-Künstler musste er nicht lange suchen: "Mia Hochrein ist der prägende Eckpfeiler künstlerischen Lebens in dieser Stadt."

Bürgermeister Michael Kastl hob die Verbundenheit der Studiengenossen, die in der kommenden Woche ihr Wiedersehen feiern, mit der Stadt hervor. Das Stadtfest werde viele Gäste aus nah und fern anziehen und damit auch Besucherinnen und Besucher in diese Ausstellung bringen. "Wir kommen aus dem Feiern nicht mehr heraus", stellte Michael Kastl fest.

Museumsleiter Nicolas Zenzen ergänzte "die Idee zu dieser Ausstellung ist schon zwei Jahre alt, wir haben lange darauf warten müssen. Paul Ziegler hatte die Idee dazu". Was die Künstlerinnen und Künsstler, die hier ausstellen, verbinde, sei der Bezug zu Münnerstadt und zum hiesigen Gymnasium. Es seien trotzdem fünf ganz unterschiedliche Künstlerpersönlichkeiten ohne direkte Verbindung.

Der Museumsleiter stellte die Künstlerinnen und Künstler vor. Die gebürtige Münnerstädterin Gudrun Emmert, Abitur 1980 (nicht in Münnerstadt), studierte in Kassel. Sie lebt und arbeitet in Saarbrücken.

Mia Hochrein wurde in Münnerstadt geboren und machte hier 1975 Abitur. Nach einer Ausbildung als Keramikerin studierte sie an der Kunsthochschule Kassel freie Kunst und visuelle Kommunikation. Sie lebt und arbeitet in ihrer Heimatstadt, aber ihre zweite Heimat ist Island.

Der in Bamberg geborene Christoph Hodgson verbrachte seine Kindheit in den USA und machte 1972 Abitur am Münnerstädter Gymnasium. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste in München und lebt in Arnstadt (Thüringen).

Kathrin Hubl, geboren in Bad Kissingen, machte ihr Abitur 1985 in Münnerstadt. Sie studierte Kunstgeschichte in Würzburg, besuchte die Holzbildhauerschule in Bischofsheim, ist Schreinermeisterin und Restauratorin.

Rainer Nepita schließlich, geboren in Schweinfurt, machte sein Abitur 1976 in Münnerstadt. Er studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und lebt in Oberkirch bei Offenburg.

Die Aufstellung "Art Münnerstadt" im Deutschordensschloss ist noch bis zum 24. Juli jeweils donnerstags bis samstags von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 12 bis 17 Uhr geöffnet.