An Lioara Ehry, der Vorsitzenden des Brünner Feuerwehrvereins, kam niemand vorbei. Streng kontrollierte sie die Impfnachweise der etwa 30 Bürgerinnen und Bürger, die an der Bürgerversammlung im Feuerwehrhaus teilnehmen wollten. Diese nutzten denn auch die Gelegenheit, sich von Bürgermeister Michael Kastl (CSU) informieren zu lassen und ihm selbst Probleme vorzutragen und Fragen zu stellen.

Workshops im Frühjahr geplant

Sie interessierten sich bemerkenswert stark auch für die Kernstadt, zum Beispiel den Bau des neuen Feuerwehrhauses. Der Bürgermeister begann, wie auch in den vorigen Bürgerversammlungen, mit einem Überblick über die Entwicklung der Einwohnerzahlen. In Brünn sind diese seit dem Jahr 2001 um elf Personen, das sind sechs Prozent, gesunken. Kastl betonte, "das Leben auf dem Dorf hängt davon ab, dass ich relativ günstig irgendwohin fahren kann", und "Energie und Mobilität sind ganz wichtig für das Leben auf dem Dorf". Er forderte dazu auf, sich aktiv an der Erarbeitung des Gemeindeentwicklungskonzeptes, des Fahrplans für die weitere Entwicklung in der Stadt und in den Ortsteilen, zu beteiligen. Dies ist bis zum 29. November unter anderem über das Internet möglich, außerdem sind Workshops im nächsten Frühjahr in den Ortsteilen geplant. Auch Ortssprecherin Manuela Fleischmann nimmt Anregungen und Wünsche entgegen.

Nur ein einziger Internet-Eintrag

Ein Bürger stellte fest, dass bisher nur ein einziger Eintrag aus Brünn im Internet vorhanden ist: "Tempo 30, und rechts vor links baulich umsetzen. Faktisch existiert rechts vor links nur an wenigen Kreuzungen. Der Durchfahrtscharakter der ehemaligen B 19 ist immer noch vorhanden, auch in den Köpfen vieler Fahrer. Allein diese Optik verleitet zum Schnellfahren." Der innerörtliche Verkehr spielte in der Bürgerversammlung eine größere Rolle. Ein Bürger schlug vor: "Am Kirchberg links eine abknickende Vorfahrt. Das brächte eine wesentliche Verkehrsberuhigung, denn die, die durchfahren, fahren mit 50 bis 60." Einer ergänzte: "die Busse aber auch." Vorgeschlagen wurde, dass die Busse unten in den Stadtteil reinfahren und oben wieder raus. Das wurde aber verworfen, denn, "das geht nicht, weil da immer Autos stehen".

Ein Bürger beklagte, dass immer wieder Straßengräben zugeschüttet würden, "warum duldet die Stadt sowas?" Gräben würden mit Betonbrocken aufgefüllt und dann käme Beton darüber. In andere Gräben würden 100-Millimeter-Rohre verlegt und dann aufgefüllt. Ein Bürger klagte, dass sich da seit zwei Jahren nichts getan habe. "Jetzt bin ich als Bürgermeister da", betonte Michael Kastl und vermerkte das Problem mit den möglicherweise illegal zugeschütteten Gräben in seinem Protokoll, dass nun von den Mitarbeitern des Rathauses abgearbeitet wird, wie er betonte.

Kein Kreisel am Feuerwehrhaus

Die Bürger interessierten sich auch für Probleme der Stadt. Zum Bau des neuen Feuerwehrgebäudes meinte der Bürgermeister: "Es läuft." Ein Kreisel zur Anbindung sei nicht möglich. Das Feuerwehrhaus sei nach vorn gerückt worden, nun passte der Grundriss aber nicht mehr genau und deshalb müsse ungeplant werden. Der Bürger wollte auch wissen, ob es nicht möglich gewesen sei, für die Feuerwehr einfach eine vorhandene Halle zu kaufen. Das sei unter anderem eine Frage der Erreichbarkeit der Feuerwehr, die in zehn Minuten an jedem Brandort in der Stadt sein müsse, so dazu der Bürgermeister.

"Nach weiterer Abwanderung der Industrie", erkundigte sich einer. Die "Nipro" habe über 500 Arbeitsplätze "und weitere 50 bis 70 in petto", verriet der Bürgermeister. Ein Problem sei, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter adäquate Wohnungen bräuchten. Er verriet: "Auch beim Remog-Areal tut sich ein bisschen was." Ein Thema in der Bürgerversammlung war der Friedhof. Hier ging es vor allem um die Entsorgung von Grüngut. Manuela Fleischmann hatte dazu gute Nachrichten: Demnächst soll ein Container für verrottbare Abfälle aufgestellt werden. Sie bat dringend "bitte nur für Grüngut benützen. An dem Platz bitte nichts Anderes mehr hinschmeißen."

Dank für Engagement

Die Ortsreferentin forderte alle Bürgerinnen und Bürger auf, die Karten, die sie vom Bayernwerk bekommen haben, zurückzuschicken. Darin wird informiert, wann die Hausanschlüsse gemacht werden können. Dann könnten die Dachständer entfernt werden. "Schickt die Karten zurück. Wenn alle zurück sind, kann es losgehen", betonte sie. Manuela Fleischmann dankte allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich engagiert und sie in ihrer Arbeit unterstützt haben: "Mit eurem Engagement steigt und fällt Brünn." Wie in diesem Stadtteil üblich, gab es ganz zum Schluss Wienerle mit Brötchen für alle.