Gleich zweimal innerhalb einer Woche gastiert die "Mundart-Rally" in der Gemeinde Thundorf. Beim ersten Termin im Musikheim Theinfeld und im Sportheim Rothhausen sorgten Uli Kiesel, Wolfgang Voit, Günter Stock und Fredi Breunig für Stimmung und guter Laune. Neben diesen beiden Lokalitäten präsentierten sich die Künstler wechselweise auch noch in den Sportheimen von Volkershausen und Oberlauringen.

Breunig erstmals in Theinfeld

Bestens bekannt in der Rally-Mannschaft ist Fredi Breunig aus Salz. Er verkörpert den Kabarettisten, der vom Ministrieren, der Kirmespredigt, dem Musik- und Theaterspielen bis zum Fußball und der "Fosenocht" alles aktiv und hautnah erlebt hat, was ein typisches unterfränkisches Dorf zu bieten hat. Aufgewachsen ist er mit zwei Schwestern im Dorfwirtshaus von Oma und Opa. Was sollte da schon anderes herauskommen, hinterfragt Breunig seine eigene Person. Breunig ist Kabarettist, Comedian, Humorist, Faschingsnarr oder Fastenprediger in einer Person. 2013 wurde er mit dem Frankenwürfel ausgezeichnet und seit knapp 40 Jahren steht er alleine oder mit seinem Partner Martin Wachenbrönner aus Aubstadt als "Gotthold & Eustach" auf der Bühne.

Bei der "närrischen Weinprobe" im Bayrischen Fernsehen ist er Rekordteilnehmer und auch bei der Kultsendung "Fastnacht in Franken" war Breunig schon aktiv. In Theinfeld war er zum ersten Mal, was er selbst als Schande ansah.

Bürgermeister und Kabarettist

Ein fränkisches Original ist zweifellos das "Weinbäuerle, Günter Stock, bekannt durch "Fastnacht in Franken" und die "Närrische Weinprobe". Stock hat schon viele Rollen verkörpert, so als Rathausputzfrau, Häckerwirtin, Straßenbahnschaffner oder auch Schnäppchenjäger. Mit dabei ist immer in seinem Text auch sei Fraa, "es Kunnerle". Selbst als er 1990 zum Bürgermeister von Margetshöchheim gewählt wurde, ließ es sich durchaus mit der "Würde des Amtes" vereinbaren, im Fasching oder bei Prunksitzungen mitzumachen. Heute ist Stock noch Nachtwächter in Würzburg. Ein Franke, so Stock, ist immer zum Spaß aufgelegt, und der Dialekt ist gar nicht so einfach, zum Beispiel, wenn ein Gast im Lokal einen Dadidadatatar bestellt, so ist das für den Dieter ein Tatar. Ein Beispiel für seinen Humor: An Politiker werde kein Wein mehr verkauft, denn es sei nicht sinnvoll eine Flasche in eine andere Flasche umzufüllen.

Wolfgang Voit kommt aus Wonfurt in den Haßbergen. Er ist in die Fußstapfen seines Vaters Hermann getreten, auch er kann Mittlerweilen als ein Vollblutkarnevalist und "Gaudibursche" bezeichnet werden. Den Beweis trat er auch in Theinfeld, Rothhausen, Oberlauringen und Volkershausen an.

Der vierte und letzte Künstler Uli Kiesel stammt aus Schönau und wohnt schon seit vielen Jahren in Waldberg. Kiesel zog es vor, seinen Lebenslauf musikalisch samt Gitarre vorzutragen: "Ich bin a Rhöner Bua und sauf grad wie a Kua".

Wenn jetzt Max Raabe da wäre, so Kiesel, also wenn er da wäre, aber es ist ewig schad, dass er nicht da ist, aber wenn er da wäre, dann würd das Lied so klingen.... Auf diese Weise ließ er auch die Stimmen von Karel Gott, Peter Maffay, Louis Amstrong oder die der Gebrüder Blattschuss bis über Herbert Grönemeyer und Udo Lindenberg ertönen, immer begleitet vom Lachen und Beifall der Zuhörer. Als Zugabe imitierte er Roberto Blanko mit "Der Tannenbaum von Mexiko".

Freitag geht's weiter

Wer noch nicht Mundart-Rally satt ist, kann am Freitag, 16. September eine erneute Auflage in der Festhalle Thundorf miterleben. Dort treten neben Fredi Breunig und Günter Stock auch der Mundartexperte und Buchautor Wilhelm Wolpert mit seinen "Gschichtlich" und "Gedichtlich", sowie die vier "Wilden Schlehen" oder "Kaufmannsware", auf. Infos unter 09724/694.