"Endlich findet wieder etwas statt!" So ähnlich dachten offenbar viele, als das Team aus dem Deutschordensschloss, Kilian Düring und Nicolas Zenzen, nach der langen Corona-bedingten Pause zur ersten Veranstaltung in der Reihe "Oh!wieschönistmünnerstadt" einluden. Mit der sanierten Ortsdurchfahrt und dem neu gestalteten Dorfplatz rund um die Kirche präsentierte sich der Stadtteil in bester Form. Ein kleiner Wermutstropfen war nur, dass der neue Dorfbrunnen mit der Figur der Heiligen Anna, der Ortspatronin, wegen eines Problems mit der Elektronik nicht sprudelte. Aber dies könnte doch ein Anlass sein, Seubrigshausen bald wieder einmal zu besuchen.

Der Höhepunkt des Abends, im buchstäblichen Sinn, war die Ersteigung des "Affhüggls", von dem man einen herrlichen Überblick über das Dorf vor der Silhouette der Rhön mit dem Kreuzberg erhält. In der lauen Luft des Sommerabends trugen die duftenden Wiesenkräuter zu guter Stimmung aller bei.

Denn ganz im Sinne der Veranstaltung gab es keine geplante Führung, was bei der Menge an Personen mit Einhaltung der Abstandsregeln auch schwer durchführbar gewesen wäre. Stattdessen bildeten sich zahlreiche wechselnde Gesprächsgruppen, in denen die Seubrigshäuser, darunter Ortsreferent Burkhard Schodorf und Bürgermeister Michael Kastl, den Gästen ihr Dorf näher brachten.

So kam einiges an spannendem Wissen zusammen: Von den einstigen Geschäften und Gaststätten im Dorf, von denen heute immerhin noch der Gasthof zum Steinbock und eine Verkaufsstelle der Bäckerei Lehmann übriggeblieben sind, über die Grundschule, die bis 2009 noch im Ort bestand, bis hin zu den russischen Kriegsgefangenen, die Seubrigshausen in weniger guter Erinnerung behalten haben dürften.

Eindrucksvoll war der Blick auf das stolze Holzkreuz, das seit 1949 auf dem "Affhüggl" über dem Dorf wacht, momentan aber zur Aufarbeitung abgebaut wurde und frisch angestrichen in einem der Höfe des Dorfs liegt. Immer wieder schön ist es, zu sehen, wie viel in den Dörfern an ehrenamtlicher Arbeit geleistet wird, um Altes zu erhalten und Neues zu gestalten.

Zum Abschluss gab es Gelegenheit, einen Blick in die Kirche zu werfen - in ihrer barocken Ausstattung ein Paradebeispiel für eine Dorfkirche, in die man gerne hineingeht. Die große Zahl an Gottesdienstbesuchern, und dies keineswegs nur an Sonntagen, bestätigt die Beliebtheit des Gotteshauses.

Geplant ist, die Veranstaltung "Oh!wieschönistmünnerstadt" nun wieder regelmäßig stattfinden zu lassen. Beim nächsten Termin, am 16. Juli, wird Museumsleiter Nicolas Zenzen einiges zu Wappen in der Münnerstädter Altstadt erklären. Treffpunkt um 18.30 Uhr im Hof des Deutschordensschlosses. Am 30. Juli ist dann der Großwenkheimer Bibersee das Ziel.