Die Corona-Pandemie ist die Ursache dafür, dass am Sonntag auf dem Platz vor der Zehnt-Scheune im Rahmen eines Tages der offenen Tür gleich drei neue Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Münnerstadt geweiht wurden. Alle wurden gebraucht angeschafft, tun bereits seit mehr oder minder langer Zeit ihren Dienst und ersetzen ausgemusterte Fahrzeuge. Geweiht wurde am Sonntag auch die Drohne der Feuerwehr.

Trotz der tropischen Hitze konnte Feuerwehrkommandant Robert Müller zum Tag der offenen Tür und zur Fahrzeugweihe eine große Zahl von Gästen willkommen heißen. "Leider hat Corona keinen Einfluss auf Einsätze der Feuerwehr genommen und auch die Alterung der Fahrzeuge ist nicht ausgeblieben. Es war nur eine Frage der Zeit, bis ein Großteil der Einsatzfahrzeuge ersetzt werden sollte", betonte er, und "leider hat die Zeit gegen uns gespielt und das dringend benötigte Feuerwehrhaus, welches für die Beschaffung von Neufahrzeugen mit staatlichen Zuschüssen nötig ist, steht noch immer nicht zur Verfügung".

Früher fuhr der Notarzt damit

Der Kommandant stellte die drei blumengeschmückten Fahrzeuge, die geweiht werden sollten, vor. Der alte Audi Quattro Pro aus dem Jahr 1992, der in Münnerstadt von 2015 bis 2020 als Kommandowagen seinen Dienst tat, musste ersetzt werden. Kurz vor dem ersten Lockdown wurde auf dem Gebrauchtwagenmarkt in Rostock ein passendes Fahrzeug gefunden. In dem alten Notarzt-Einsatzfahrzeug waren Martinshorn und Blaulicht schon eingebaut, und der Kofferraum war entsprechend ausgebaut, sodass vor allem noch Schriftzüge und das Wappen der Stadt nötig waren. Im März 2020 konnte das Fahrzeug in Dienst gestellt werden. "Dass der Audi Q5 nun das stärkste Pferd im Stall ist, hat mehr mit dem überalterten Fuhrpark der Fahrzeuge zu tun, als mit einer Übermotorisierung", merkte Müller ironisch an.

Als zweites Einsatzfahrzeug musste während des Lockdowns 2021 die 38 Jahre alte Drehleiter, die seit 2011 in Münnerstadt Dienst tat, wegen eines irreparablen technischen Defektes ausgemustert werden. Ein Leihfahrzeug der Firma Magirus wurde vier Wochen getestet und für gut befunden. Der Stadtrat genehmigte die endgültige Übernahme des Fahrzeugs.

Neueste Ersatzbeschaffung ist der Versorgungs-Lkw, der ein 35 Jahre altes Fahrzeug ersetzt. Die Feuerwehr konnte ein gebrauchtes Fahrgestell erwerben und für ihre Zwecke aufrüsten und ausbauen. "Lediglich die Beschriftung und Verklebung der großen Flächen in Rot wurde extern vergeben. Das Ergebnis kann sich sehen lassen", freute sich Müller. Etwa 150 zusätzliche Arbeitsstunden waren dazu nötig, und das neben Übungen und Einsätzen.

Hochauflösende Kamera

"Der Eigenanteil der Stadt lag bei null", betonte Müller zur Anschaffung der Drohne, die zum Beispiel bei Suchaktionen eingesetzt wird. Das Topmodell mit hochauflösender Kamera, das auch bei Nacht eingesetzt werden kann, wurde durch Spenden der Firma BSH aus Bad Königshofen und der Wäscherei Buckel aus Münnerstadt finanziert.

"Feuerwehrdienst ist Gottesdienst", bemerkte der Kommandant und übergab das Wort an Pater Markus Reis OSA und Pfarrer Martin Hild. Der katholische und der evangelische Geistliche hoben die Wichtigkeit des Einsatzes für die Mitmenschen hervor und segneten die Fahrzeuge.

Bürgermeister Michael Kastl (CSU) erinnerte daran, dass die drei Ersatzbeschaffungen 195.000 Euro gekostet haben. Er dankte den Mitgliedern der Feuerwehr für die hohe Eigenleistung. "Bürgermeister und Stadtrat stehen voll dahinter", hob er hervor, vergaß aber auch nicht den Hinweis "das einzige, was wir nicht haben, ist Geld".

Kreisbrandrat Benno Metz schließlich freute sich "das ist ein guter Tag für Münnerstadt und seine Feuerwehr". Er dankte der Stadt für die Ersatzbeschaffungen, durch die die Fahrzeugausstattung verbessert worden sei.