Ob Wasserversorgung oder Sanierung der Brunnenstraße, Dorf-Jubiläum, Ausweisung einer Spielstraße oder Sanierung der Mehrzweckhalle - an wichtigen Themen fehlte es nicht bei der ersten Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle nach zweieinhalb Jahren Corona-Zwangspause.

Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU) informierte zusammen mit der Zweiten Bürgermeisterin Sybille Büttner (Bürgerliste) und der dritten Bürgermeisterin Bettina Bonengel (CSU/FW) über viele Bereiche und beantwortete auch Fragen der zahlreichen Besucher.

Der neue Wasser-Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von zweimal 200 Kubikmetern ist fast fertig, teilte Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU) mit. Die Kostenschätzung aus dem Jahr 2018 (1,26 Millionen Euro ungedeckter Aufwand) sei die Grundlage für die Berechnung der Kostenbescheide gewesen, die an die Bürgerinnen und Bürger gingen. "Das hat für Unmut gesorgt. Ich habe den Fehler gemacht, nicht genügend zu kommunizieren, was alles dazu kam" räumte der Bürgermeister ein. Wegen des Klimawandels und des damit verbundenen extremen Absinkens des Grundwasserspiegels müssten längerfristig zusätzliche Möglichkeiten für die Versorgung der Gemeinde mit Trinkwasser gefunden werden. Durch die immer häufigeren Hitzeperioden gebe es immer mehr warme Tage ohne Regen. Entweder müsse ein neuer Brunnen erschlossen oder die Wasserversorgung an die RMG (Rhön-Maintal-Gruppe) angeschlossen werden.

Die Investitionskosten liegen nach heutiger Schätzung bei etwa zwei Millionen Euro. Handlungsbedarf bestehe auf jeden Fall, denn die Genehmigung für Wasserentnahme sei abgelaufen. Sie wurde aber vom Wasserwirtschaftsamt um fünf Jahre verlängert, beruhigte der Bürgermeister.

Abwasserstreit schwelt weiter

Über das Abwasser informierten Fridolin Zehner und seine Stellvertreterin Sybille Büttner. Seit Jahren schwelt ein Streit mit dem AZV (Abwasserzweckverband Obere Werntalgemeinden) über die in der Kläranlage Geldersheim angelieferte Abwassermenge. Ein vom Landgericht angeordnetes Beweissicherungsverfahren hat ergeben, dass das Messsystem an dieser Stelle nicht geeignet ist, hieß es in der Bürgerversammlung. Der AZV allerdings weigert sich, die 40.000 Euro Kosten für eine Auswechslung der Messanlage zu bezahlen. Außerdem geht es um zu viel bezahlte Gebühren. Mit der Angelegenheit seien vier Rechtsanwälte beschäftigt. Das Verfahren vor Gericht ruht zurzeit, da geprüft wird, ob eine gütliche Einigung möglich ist.

Ein Dauerthema ist auch die Sanierung der Mehrzweckhalle. Nach Schätzungen beträgt der Eigenanteil der Gemeinde rund 2,1 Millionen Euro. Der Architekt sei zuversichtlich, dass die Baukosten noch eingehalten werden können, hofft der Bürgermeister. Die 3. Bürgermeisterin Bettina Bonengel sah das anders, wegen des Ukraine-Krieges seien dazu kaum Aussagen möglich. Die Gemeinde wolle Geld sparen, in dem die Halle als "Betrieb gewerblicher Art" betrieben wird, so der Bürgermeister. Das werde bei den betroffenen Vereinen noch für Diskussionen sorgen, räumte er ein, denn die Benutzer müssten dann Mehrwertsteuer bezahlen.

Die Brunnenstraße muss dringend saniert werden. Die Planung sei komplett fertig, so der Bürgermeister. Die Kosten in Höhe von etwa einer Millionen Euro sollen in den Haushalt 2025 eingestellt werden.

Wann der Baubeginn für die Tagespflege ist, ist noch unklar. Der alte Förderantrag für den Jugendtreff sei ausgelaufen, zumal die Raumaufteilung noch geregelt werden müsse. Ein neuer Antrag werde gestellt.

"Südlink wird uns tangieren" hob das Gemeindeoberhaupt hervor. Die Kreisstraße KG 43 könne wieder Thema werden, denn sie kollidiere mit der Südlink-Trasse.

Wenn es nach Fridolin Zehner geht, dann wird die Raiffeisen-Straße nicht teilweise in eine Spielstraße umgewandelt. "Ich halte davon nichts, das ist nicht tragbar, das ist eine Zumutung für den Berufsverkehr und für Zulieferer" sagte er. Das Thema werde demnächst im Gemeinderat behandelt.

Kein Heizöl mehr im Tank

Nach zweieinhalb Stunden war alles gesagt und waren alle Fragen beantwortet. Vielleicht hätten manche der rund 100 Besucher noch einige Fragen mehr gestellt, aber in der Mehrzweckhalle war es einfach ungemütlich kalt. Sie war nicht geheizt, denn der Heizölvorrat war nach Auskunft von Bürgermeister Zehner aufgebraucht.mdb