Nach zwei Corona Jahren fand am Pfingstmontag im Schlosspark von Thundorf wieder ein ökumenischer Gottesdienst der katholischen und evangelischen Lauertal-Pfarreien mit dem evangelischen Pfarrer Stefan Bonawitz und seinem katholischen Amtsbruder Peter Rüb vor dem historischen Wasserschloss statt.

Bei strahlendem Sonnenschein begrüßte Pfarrer Rüb die Gottesdienstbesucher und verwies auf Pfingsten, dem Fest der Einheit aller an Christus Glaubenden. In ihren Worten und Gebeten erinnerten beide Pfarrer an die Bedeutung des Pfingstfestes, die Geburtsstunde der Kirche. Auch heute noch, so Bonawitz , schenkt Gott jedem Menschen, egal welcher Konfession oder Rasse, der sein Leben mit ihm beginnt, seinen Geist.

Eine besondere Note erhielt die Feier des ökumenischen Lauertal-Gottesdienstes durch die Mitfeier des "Blinden- und Sehbehindertensonntages". Dieser Sonntag trägt den Namen des bundesweiten Aktionsmonats vom 1. bis 30. Juni. Er findet aus Anlass des Sehbehindertentages 2022 mit dem Ziel statt, dass auf verschiedenen Ebenen der kirchlichen Arbeit, vom Kindergarten bis zur Seniorenarbeit, Aktionen rund um das Thema Sehbehinderung durchgeführt werden. Um diese Behinderung aktuell zu dokumentieren, konnte Pfarrer Rüb im Namen der Gemeinden ganz besonders als Gäste Herbert Hennlich (vom BBSB Unterfranken), Bettina Prowald und Gerald Preusche aus Schweinfurt begrüßen, die als selbst erblindete Menschen, einiges zu erzählen hatten.

Warum erblinden Menschen?

Aus welchen Ursachen erblinden zum Beispiel Menschen, oder warum stellt sich eine Sehbehinderung ein? Darüber gab Hennlich, der von seiner Frau Birgit begleitet wurde, Auskunft. Während des Gottesdienstes gab er im Interview mit Pfarrer Stefan Bonawitz von der evangelischen Seite viele Informationen weiter und erzählte an einigen Beispielen, was das für ihn und seine Frau bedeutet; Leben mit der Erblindung.

Die zahlreichen Besucher und Teilnehmer am Gottesdienst aus dem gesamten Lauertal waren ganz Ohr, und mehr als einmal gab es ein herzliches Lachen, wenn Hennlich was zum Schmunzeln von sich gab. Manche Beobachtung, die die Anwesenden bei blinden Menschen schon gemacht hatten, fanden dabei eine plausible Erklärung.

Technische Hilfsmittel vorgestellt

Nach dem Gottesdienst standen das Ehepaar Hennlich, Bettina Prowald und Gerald Preusche noch bereit für Fragen und Gespräche. Sie stellten dabei auch technische Hilfsmittel vor, die Menschen ohne Augenlicht Teilhabe am Leben ermöglichen. Im Gottesdienst kam schon ein Vorlesegerät in der Größe eines Kofferradios zum Einsatz. Danach konnte man zum Beispiel etwas Entsprechendes in Form einer kleinen Kamera, die am Brillengestell befestigt ist, sehen. Bettina Prowald war mit ihrem Blindenhund gekommen. Dies zeigte, auch im Zeitalter der Technik, ist Technik nicht alles. In der Taufkapelle der katholischen Kirche im Wasserschloss wurden nach dem Gottesdienst auch kurze Videofilme vorgeführt, die Hinweise gaben, wie man Menschen mit Sehbehinderung oder Erblindung am besten helfen kann.

Viele der Besucher des Gottesdienstes verweilten danach noch etwas beisammen, um die Möglichkeit zum Gespräch und zur Begegnung zu nutzen.