Münnerstädter Hallenbad: Noch Ausräumen oder schon Abriss?
Autor: Heike Beudert
Münnerstadt, Freitag, 08. Februar 2019
Vorstandsmitglieder des Bürgerbadvereins werfen dem Bürgermeister vor, das angelaufene Bürgerbegehren zu unterlaufen.
Vor allem die Entsorgungsarbeiten im Hallenbad sind den Hallenbad-Befürwortern ein Dorn im Auge.Die Verantwortlichen des Münnerstädter Bürgerbadvereins haben der Stadt Münnerstadt in einem Pressegespräch undemokratisches Verhalten vorgeworfen. Aktueller Auslöser der Kritik sind vor allem die Ende Januar begonnenen Ausräumarbeiten im Hallenbad; diese sind weiter im Gange, obgleich ein neues Bürgerbegehren derzeit vom Bürgerbadverein angestoßen wird.
Wilhelm Schmitt spricht von hektischer Betriebsamkeit. Er sieht darin ebenso ein Unterlaufen des Bürgerbegehrens wie Vereinsvorsitzender Wolfgang Blümlein und sein Stellvertreter Uwe Kretschmar. Wilhelm Schmitt: "Das ist nicht redlich."
"Damit wird voreilig städtisches Vermögen vernichtet", so das Urteil von Wolfgang Blümlein. Er beklagt, dass Mitarbeiter des städtischen Bauhofes die Kabinenschränke entsorgen. Diese sind nach Ansicht Blümleins nach mehr als 45 Jahren noch "neuwertig".
Bürgermeister Helmut Blank hatte mit Beginn des Bürgerbegehrens erklärt, die Aufräumarbeiten im Hallenbad würden erst gestoppt, wenn die Unterschriftenlisten zum Bürgerbegehren im Rathaus eingereicht worden sind. Diese Meinung vertritt er weiterhin.
Viele Zweifel
Die Vertreter des Bürgerbadvereins stoßen sich daran, dass der Bautrupp Ausräumarbeiten übernimmt. Wichtige andere Arbeiten im Stadtgebiet würden dadurch liegen bleiben. Auch bezweifeln Schmitt, Blümlein und Kretschmar, ob der Bürgermeister überhaupt die Legitimation dazu hat, die Ausräumarbeiten im Hallenbad in diesem Umfang anzuordnen. Normalerweise müssten Abbrucharbeiten auch vom Stadtrat genehmigt werden, erklärt der pensionierte stätische Beamte Wilhelm Schmitt. Als abbruchverdächtig sehen sie die laufenden Aktionen im Hallenbad durchaus. So seien die Lichtkuppeln über den Umkleidekabinen bereits teilweise ausgebaut. "Es ist kein Abbruch", so das Gegenargument von Bürgermeister Helmut Blank. Er lasse den Abriss lediglich vorbereiten. Die Stadt habe zeitliche Fristen einzuhalten, damit der Abbruch gefördert wird, begründet er die laufenden Arbeitseinsätze.
Die Hallenbad-Aktivisten interessiert, wie und ob die Stadt Münnerstadt die vom Bauhof geleisteten Stunden als Kosten auf die Baumaßnahme anrechnet. "Das soll nicht ihre Sorge sein", erklärt Bürgermeister Helmut Blank auf Anfrage.
Mit Verwunderung stellen die Sprecher des Bürgerbadvereins fest, dass die Bauhofmitarbeiter ohne Schutzvorkehrungen im Bad arbeiten. Als Mitglieder des Bürgerbadvereins vor einiger Zeit eine Aufräumaktion starten wollten, sei dies ihnen verboten worden wegen Gefahr für Leib und Leben, so Wilhelm Schmitt.