Auf der Rathaustreppe haben es sich Erwachsene und Kinder bequem gemacht und schlecken genussvoll Eis. Über den Marktplatz schlendern andere mit Eisbechern mit oder ohne Sahne in der Hand. Eis wurde schon seit drei Tagen verkauft. Am Freitag gab es nun eine offizielle Eröffnung der neuen Eisdiele am Münnerstädter Marktplatz.

Bürgermeister Michael Kastl (CSU) erfuhr erst vor wenigen Wochen davon. Er ist ganz begeistert: "Das bringt noch mehr Leben auf unseren Marktplatz und in die ganze Innenstadt". Er hofft, dass das Problem der fehlenden Sitzgelegenheiten und Tische in nicht allzu ferner Zukunft irgendwie gelöst werden kann, denn bisher gibt es nur Eis zum Mitnehmen und Kaffee to go.

Inhaber haben bereits eine Eisdiele in Bad Kissingen

Litafete Vejseli ("mein Spitzname ist Linda") führt mit ihrem Mann Vejseli die neue Eisdiele. Die Familie, die aus Mazedonien kommt, betreibt schon seit Jahren in Bad Kissingen das Eiscafé "Venezia". "Wir haben dort viele Stammkunden aus Münnerstadt. Wegen unseres leckeren Eises haben diese uns gebeten und gedrängt, auch nach Münnerstadt zu kommen", erzählt Linda. Weil diese Eisdiele sozusagen ein Ableger der Bad Kissinger Eisdiele ist, bekam sie den Namen "Venezia 2".

Das Eis wird übrigens im "Labor" (so Linda) in Bad Kissingen hergestellt und dann in Kühlcontainern nach Münnerstadt gebracht. 13 Sorten gibt es hier, von Malaga über Stracciatella und Zitrone bis Schokolade, Kirsch oder Himbeere.

Doch Linda verspricht "wenn das Geschäft hier gut läuft, dann werden es viel mehr Sorten und dann wird das Eis auch im Labor in Münnerstadt hergestellt".

Eine wahre Familiendynastie

Die Familie Vejseli ist eine richtige Eismacher-Dynastie. Neben den beiden Eisdielen bzw. Cafés in Bad Kissingen und Münnerstadt hat sie eine weitere Eisdiele in Dresden. Von den Urgroßeltern bis zu den Kindern helfen alle mit. Linda erzählt, dass sie gelernte Altenpflegerin ist und auch in ihrem Beruf gearbeitet hat, aber schon in der Eisdiele in Dresden oft mitgeholfen hat.

Michael Kastl hat übrigens dafür gesorgt, dass die Eröffnung der Eisdiele in seiner Stadt zumindest bayernweit zum Thema wurde. Die Süddeutsche Zeitung interviewte ihn und andere Kleinstadt-Bürgermeister wegen eines 100-Millionen-Euro-Förderprogramms "Innenstädte beleben", auf das auch Münnerstadt Hoffnungen setzt. In der Süddeutschen heißt es dazu, erst seit Mittwoch gebe es endlich wieder eine Eisdiele im Ort, und schon säßen die Menschen wieder auf der Rathaustreppe, verweilten in der Altstadt. Die neue Eisdiele ist täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet ab Ende September schließt sie bis zum nächsten Frühjahr ihre Pforten.