Das Ziel ist klar definiert: "Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, nicht die Einrichtung zu unterstützen, sondern die Betreuten", sagt Hans Hohn, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Behinderteneinrichtung Maria Bildhausen. Und: "Da legen wir auch größten Wert drauf." 251 Mitglieder zählt der Verein aktuell. Um auch weiterhin die Betreuten so unterstützen zu können wie ganz aktuell mit der Beteiligung an einem landkreisübergreifenden Projekt, würden sich die Verantwortlichen sehr über ein paar neue Mitglieder freuen. Und Spenden sind sowieso immer willkommen.

Begonnen hat alles im Jahr 1991 erzählt Elfriede Hohn. Aus der Elternvertretung heraus kam die Idee,einen Förderverein zu gründen. Die Akteure fanden auch sofort einen Vorsitzenden: den damaligen Landrat Herbert Neder. Der sagte auch prompt zu, allerdings erst nach seiner Amtszeit. Die dauerte bis zum 30. April 2002. Ein paar Tage danach wurde der Förderverein unter dem Vorsitz von Herbert Neder aus der Taufe gehoben.

Aus dem Verein heraus ist beispielsweise die Idee für die Aktion "Zeit statt Geld" entstanden. Bei einer Tagung der Caritas habe sie das erste Mal davon gehört, sagt Elfriede Hohn. Inzwischen ist "Zeit statt Geld" fester Bestandteil beim Dominikus Ringeisenwerk. Interessierte können dabei helfen, den Betreuten noch ein bisschen m,ehr am ganz normalen Leben teilhaben zu lassen, indem sie ein wenig Zeit mit ihnen verbringen. Spatziergänge mit Rollstuhlfahrern gehören dazu wie auch Ausflüge. "Oder die Betreuten regelmäßig am Sonntag zum Gottesdienst bringen", fügt Pater Gottfried Scheer, Seelsorger in Maria Bildhausen hinzu.

Der Förderverein möchte die Betreuten auch finanziell unterstützen und dafür baucht er einfach Geld. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 15 Euro pro Jahr. "Aber jeder kann seinen Mitgliedsbeitrag selbst festlegen", sagt Hans Hohn. Bei einem Jahresbeitrag von 7200 Euro und 251 Mitgliedern wird klar, dass viele mehr als die notwendigen 15 Euro bezahlen. "Es sind 25, Euro, 50 Euro, 100 Euro und an der Spitze sogar 200 Euro", zählt Hans Hohn auf. "Wir sind für jeden Euro dankbar." Denn schließlich kümmert sich der Förderverein inzwischen um Betreute in Maria Bildhausen, Münnerstadt, Bad Königshofen, Bad Brückenau und Aschaffenburg.

Nicht alle Wünsche können mit öffentlichen Mitteln abgedeckt werden und genau da setzt der Förderverein an. So sind beispielsweise inzwischen drei Pavillons errichtet worden. Sehr gerne genutzt von den Betreuten werden die drei "Cabitos". Das sind elektronische Informationstafeln, die sich sehr leicht bedienen lassen. Auf den Tafeln kann unter anderem der Speiseplan abgerufen werden, was von den Betreuen auch gerne genutzt wird. Daneben werden unter anderem Musik-, Reit- und Kunsttherapien unterstützt. Ganz neu gibt es nun auch ein Projekt mit dem Theater Schloss Maßbach. Im dezentralen Bereich (Wohngruppen) unterstützt der Förderverein ein Rockband und eine Trommlergruppe, drei Sätze Fußballtrikots sind schon spendiert worden. Der greift auch Betreuten unter die Arme, die gerne einmal Urlaub machen würden und sich das nicht leisten können. Einen Schwerpunkt haben die engagierten Helfer auch in den Wohnbereichen gelegt. Vogelnestschaukeln und Klangstühle kommen bei den Betreuten gut. Ganz aktuell, so erzählt Vereinsvorsitzender Helmut Blank, beteiligt sich der Förderverein an einem landkreisübergreifenden Projekt, der es den Betreuten ermöglicht sich sportlich beim FC Strahlungen zu betätigen. Davon schwärmt Alexander Becker von der Bewohnervertretung schon jetzt. Zweimal wöchentlich wird er mit anderen Betreuten von der Offenen Behindertenarbeit (OBA) nach Strahlungen gefahren, wo er Dart spielen und Kegeln kann.
Besonders wichtig sind Pater Gottfried Scheer die Therapien, an denen viele Betreute nur teilnehmen können, weil es den Förderverein gibt. Einige seien körperlich und psychisch verkrampft, durch die Therapien finden sie Entspannung.

"Ich finde das ganz in Ordnung, dass dich Leute für behinderte Menschen einsetzen", lobt Alexander Becker. Er finde es toll, dass es Leute gibt die helfen, wenn es notwendig ist. Ganz klare Worte findet auch Rainer Waldvogel, Gesamtleiter von Maia Bildhausen: "Der Förderverein ist für die Region Unterfranken, besonders für Maria Bildhausen, ein wichtiges Gremium, dass und bei der Arbeit für und mit Menschen mit Behinderungen maßgeblich unterstützt." Die Zusammenarbeit sei sehr klientenbezogen und für die Leitung sehr angenehm. Einziger Wermutstropfen: Durch den Tod von Herbert Neder habe der Förderverein sein Zugpferd verloren.

Kontakt: Hans Hohn, Frankenstraße 12, 97723 Oberthulba, Tel.: 09736/ 297, Email: h.e.hohn@t-online.de