Druckartikel: Mit dem Fahrstuhl in die Alte Aula

Mit dem Fahrstuhl in die Alte Aula


Autor: Thomas Malz

Münnerstadt, Dienstag, 08. November 2016

Pünktlich zum Neujahrsempfang sollen die Umbauarbeiten im und am Amtsgebäude Stenayer Platz fertig sein.
Britta Bildhauer, Bruno Schäfer, Dieter Petsch, Architekt Andreas Halboth und Bürgermeister Helmut Blank (von links) sahen sich im Vorfeld der Bauausschuss-Sitzung unter anderem die neuen Toilettenräume im Obergeschoss des Amtsgebäudes am Stenayer Platz an.


Wenn alles gut geht, wird der Neujahrsempfang der Stadt Münnerstadt im Januar 2017 ein ganz besonderer sein. Dann nämlich ist der von vielen Münnerstädtern seit Jahren dringend angemahnte behindertengerechte Zugang zur Alten Aula über einen Fahrstuhl möglich, der gleich auch noch die Verwaltungsräume im Obergeschoss mit erschließt. Dort wird auch die Toilettenanlage umgebaut, anschließend folgt die im Untergeschoss. Architekt Andreas Halboth informierte die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses bei der jüngsten Sitzung vor Ort über den Stand der Dinge.


Münnerstadt ist Vorreiter

Die Umbauarbeiten am Amtsgebäude und die Errichtung einer behindertengerechten Toilette einschließlich Rampe für Rollstuhlfahrer im Deuschordensschloss sind zwei genehmigte Vorhaben im Rahmen des Kommunalen Investitionsprogramm (KIP). "Wir sind die ersten, die diese 1#googleAds#100x100 Maßnahmen umsetzen", verkündete Bürgermeister Helmut Blank (CSU) nicht ohne Stolz.
Trotz der bereits eingebrochenen Dunkelheit waren die Veränderungen an der Rückseite des Amtsgebäudes deutlich zu erkennen. Die neue Treppe am Notausgang der Alten Aula ist bereits vorhanden, der Fahrstuhl wird demnächst folgen. Im Außenbereich sind größere Umbauten erfolgt, dort soll unter anderem ein Parkplatz eingerichtet werden. Nach Beendigung der Arbeiten wird auch wieder neues Grün angepflanzt. "Wir sind voll im Plan, was die Zeit und die Finanzen angeht", sagte der Architekt, schränkte dann jedoch ein:  "Wir haben aber keinen Tag Puffer." Die Handwerker vor Ort seien an mehreren Baustellen tätig, man müsse immer hinterher sein, bekräftigte der Architekt. Sein Büro habe inzwischen einen Angestellten eigens für dieses Projekt abgestellt. Die Zeitvorgabe Neujahrsempfang sei sehr sportlich, aber zu schaffen. Der Fahrstuhl bereitet Andreas Halboth wenig Sorgen. Aber nach dem Umbau der Toiletten im Obergeschoss kommen noch die Sanitäranlagen im Erdgeschoss an die Reihe, einschließlich dem Einbau einer behindertengerechten Toilette.


Alte Klärgrube

Beinahe, so erzählte der Architekt, wäre der Zeitplan völlig aus dem Ruder gelaufen. Denn ausgerechnet auf der kleinen Fläche des künftigen Fahrstuhls wurden im Boden alte Mauerreste entdeckt. Dabei habe es sich allerdings lediglich um eine frühere Klärgrube gehandelt.
Im Anschluss besichtigten die Ausschussmitglieder noch die Umbauarbeiten im Deutschordensschloss, das einen behindertengerechten Zugang zu den Sanitäranlagen und eine entsprechende Toilette bekommen wird. Dadurch wird die Herrentoilette zwar etwas kleiner, die Anzahl der Becken aber ändert sich nicht.
Schwierig sei die Suche nach einer geeigneten Hebebühne gewesen, erläuterte Andreas Halboth. Schließlich handelt es sich beim Schloss um ein Einzeldenkmal und die Zufahrt zum Innenhof darf auch nicht durch die Hebebühne eingeschränkt werden. Er sei letztendlich auf einen Anbieter gestoßen, der genau die passende Lösung hat. Im Normalfall wird die Toilette künftig über eine dreistufige Treppe erreichbar sein. Bei Bedarf können Menschen mit Behinderungen die drei Stufen über eine spezielle Vorrichtung überwinden. Zum Zeitplan erklärte der Architekt, dass die Arbeiten zum Weihnachtsmarkt Ende November noch nicht beendet sein werden. Dann müssen die Gäste auf den Toilettenwagen neben dem Schloss zurückgreifen, der bereits zu Beginn der Arbeiten aufgestellt worden ist. Er werde zum Weihnachtsmarkt einen zusätzlichen Wagen am gewohnten Platz in der Grube aufstellen lassen, sagte der Bürgermeister dazu.


90 Prozent Förderung

Die Stadt Münnerstadt hatte im Rahmen des Kommunalen Investitionsprogramms 333 100 Euro für die Arbeiten am Amtsgebäude und 98 900 Euro für die Rampe plus Toilette im Schloss bewilligt bekommen. Das entspricht 90 Prozent der förderfähigen Kosten.