Wie ist es im Jahr 2022 um die Marktgemeinde bestellt? Unser Mitarbeiter sprach mit Bürgermeister Matthias Klement (CSU). Die Finanzlage ist gut, denn 2021 wurde weitaus mehr Gewerbesteuer eingenommen als eingeplant. Das Gewerbegebiet in Poppenlauer ist auf gutem Weg, während der Bau des Kinderhortes um einige Wochen hinter dem Zeitplan zurückliegt. Die Gemeindereform vor 50 Jahren hat sich bewährt, sagte der Bürgermeister.

Hat die Corona-Pandemie die Gemeinde im letzten Jahr stark zurückgeworfen? Gingen dadurch die Steuereinnahmen zurück?

Matthias Klement: Die Corona-Pandemie hat die Gemeinde finanziell nicht zurückgeworfen. Ganz im Gegenteil. Die Gewerbesteuer stieg auf den noch nie erreichten Rekordwert von 1,2 Millionen Euro und hat damit den Wert von 2019 nochmals übertroffen. Angesetzt waren 700.000 Euro. Dies führt natürlich dazu, dass die Gemeinde zwei Jahre später eine höhere Kreisumlage bezahlen muss, aber das nehmen wir in Kauf. Bei der Einkommensteuer gab es allerdings Einbußen von etwa zehn Prozent.

Was erwarten Sie finanziell für das neue Jahr 2022?

Es wäre schön, wenn die Einkommensteuer sich stabilisieren würde und die Gewerbesteuer etwa in gleicher Höhe bleibt.

Wie geht es dieses Jahr mit dem Gewerbegebiet in Poppenlauer weiter?

Die Vorbereitungen für die Erschließung mit dem Bau der Straßen, der Stromleitungen, der Wasserleitungen und der Abwasserleitungen laufen. Die Kosten dafür trägt der Investor. Zahlreiche Betriebe haben bereits Interesse gezeigt, Namen kann ich allerdings noch keine nennen. Das Baugebiet an der Autobahn gibt es bereits seit dem Jahr 2000. Lange tat sich aber nichts. Doch nun muss es sogar erweitert werden, da sich so viele Interessenten gemeldet haben.

Wie sieht es mit dem Bau des Kinderhortes neben der Grundschule in Poppenlauer aus?

Wir sind um einige Wochen hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. Das liegt am felsigen Untergrund, der viele nicht eingeplante Probleme bereitet hat, und am schlechten Wetter. Eigentlich wollten wir den Kinderhort nach den großen Ferien im Betrieb nehmen, doch es wird nun wohl erst zum Jahresende klappen.

Wie sieht es mit der Ludwigstraße in Poppenlauer aus, mit der es Probleme gab?

Die Angelegenheit ist meiner Ansicht nach nun erledigt. Die Baufirma hat im Oktober/November innerhalb einer Woche die Straße so ausgebessert, dass wir nun zufrieden sein können. Die neuen Steine wurden nach einem anderen Muster gelegt, was uns 3000 Euro gekostet hat. Wir konnten als Bauleiter für diese Arbeit den vom Gericht bestimmten Gutachter aus Kassel gewinnen, der seine Arbeit gut gemacht hat.

Sind in der Marktgemeinde noch genug Bauplätze vorhanden? Denken Sie schon an die Erschließung neuer Baugebiete?

Wir planen schon neue Baugebiete und führen intensive Gespräche zum Kauf der Flächen. Am Auberg im Poppenlauer haben wir eine Fläche gekauft, auf der etwa 20 Bauplätze entstehen können. In Richtung Kläranlage haben wir innerörtlich drei Grundstücke gekauft, dort können etwa 15 bis 20 Bauplätze entstehen. Neue Bauplätze sollen auch im Ortsteil Weichtungen entstehen, und zwar im Bereich Maßbacher Höhe. Auch in Volkershausen wird es neue Flächen geben. Wir waren noch nicht beim Notar, um den Verkauf zu besiegeln, aber die Zusage der Grundstückseigentümer ist da. Einzelheiten kann ich erst nach dem Notartermin nennen.

Wie beeinflusst die Pandemie das kulturelle Leben in der Gemeinde und das Zusammenleben der Bürger?

Das kulturelle Leben ist natürlich stark reduziert, die Möglichkeiten der Vereine sind eingeschränkt. Ich hoffe, dass die Organisationsstrukturen in den Vereinen nicht bröckeln. Noch allerdings sind mir keine Probleme bekannt. Das Theater Schloss Maßbach ist natürlich stark gebeutelt. Die Akteure sind sehr kreativ und in die Lauertalhalle gewechselt. Ich hoffe sehr, dass alle Abonnenten bei der Stange bleiben. Das Theater in Poppenlauer konnte über das Regionalbudget einige Anschaffungen tätigen. Das Engagement in der Gruppe ist noch da. Ich hoffe, dass der Verein im Jahr 2022 wieder mit Aufführungen an die Öffentlichkeit gehen kann.

Am 1. Januar 1972, vor 50 Jahren also, wurden die Gemeinden Poppenlauer, Theinfeld, Volkershausen und Weichtungen eingemeindet. Theinfeld schied allerdings nach sechs Jahren wieder aus und wechselte nach Thundorf. Hat sich die Gemeindereform bewährt, und sind die einzelnen Ortsteile inzwischen zusammengewachsen?

Die Gemeindereform hat sich bewährt, und wir bilden inzwischen eine schlagkräftige Gemeinschaft. Der Zusammenhalt der Ortsteile wurde immer besser, das Zusammenwachsen immer stärker, und es gibt im Gemeinderat keine Kirchturmspolitik mehr. Ein Paradebeispiel dafür ist sie die Kooperation auf sportlicher Ebene in allen Ortsteilen.

Was sind Ihre Wünsche für die Marktgemeinde im Jahr 2022?

Ich wünsche mir gute Gesundheit für alle Bürgerinnen und Bürger. Ich hoffe, dass wir auf den Status des Jahres 2019 zurückkommen können, als die Menschen in Vereinen und sonst wo sich treffen und austauschen konnten. Ich hoffe, dass das Dorfleben dieses Jahres wiederzurückkommen kann. Schließlich wünsche ich mir, dass wir alle Projekte, die wir vorhaben, durchführen können.

Die Fragen stellte Dieter Britz