Drei Jahresraten von jeweils 30 000 Euro muss der Zweckverband Abwasserbeseitigung Obere Lauer noch abbezahlen, dann ist er schuldenfrei. Das teilte Kämmerer Michael Weigand mit, als die Verbandsversammlung den Haushalt für das laufende Jahr verabschiedete.

Vermögenshaushalt geringer

Der Verwaltungshaushalt, in dem die laufenden Einnahmen und Ausgaben verzeichnet sind, umfasst knapp 980.000 Euro, das sind fast 2,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Vermögenshaushalt umfasst vor allem die Investitionen und beträgt 200 800 Euro. Im Jahr zuvor waren es mit 245 500 Euro erheblich mehr. Den Haushalt des Verbandes finanzieren die Mitgliedsgemeinden zum größten Teil über Umlagen.

Die größten Posten im Verwaltungshaushalt sind die Personalkosten in Höhe von 176 000 Euro (im Vorjahr waren 184 000 Euro angesetzt), Klärschlammentsorgung 320 000 Euro (300 000 Euro), Stromkosten 320 000 Euro (300 000 Euro) und die Abwasserabgabe 100 000 Euro (91 000 Euro). Letztere ist eine Abgabe für die Einleitung von Abwasser in ein Gewässer und wird durch die Bundesländer erhoben. Zur Finanzierung des Verwaltungshaushaltes zahlen alle Mitgliedsgemeinden eine Betriebskostenumlage, die nach der in den letzten fünf Jahren ermittelten durchschnittlichen Abwassermenge berechnet wird. Danach zahlt Maßbach 34,82 Prozent, Stadtlauringen 30,94 Prozent, Münnerstadt 15,64 Prozent, Üchtelhausen 9,83 Prozent, Thundorf 7,39 Prozent und schließlich Sulzfeld 1,38 Prozent. Insgesamt sollen dieses Jahr 839 620 Euro Betriebskostenumlage in die Kasse des Zweckverbandes fließen (im Vorjahr waren 837 760 Euro angesetzt).

Im Haushaltsjahr 2021 gibt es voraussichtlich einen Überschuss von 110 200 Euro. Davon fließen 50 400 Euro als Einnahme in den Vermögenshaushalt und verringert dort die Investitionsumlage der Gemeinden. 59 800 Euro werden dem Verwaltungshaushalt gutgeschrieben und verringern dort die Betriebskostenumlage.

Der Vermögenshaushalt, in dem vor allem die Investitionen festgeschrieben sind, beträgt 200 800 Euro (Vorjahr 245 500 Euro). Die größten Posten sind hier die Kosten der Sanierung der Verbandssammler in Kleinwenkheim (50 000 Euro) und die Kamerabefahrung von Verbandssammlern (20 000 Euro). Die größten Einnahmeposten sind die Entnahmen aus der Rücklage mit 110 200 Euro und die Investitionsumlage von den Mitgliedsgemeinden in Höhe von 51 500 Euro. Der Haushalt wurde schließlich ohne lange Diskussion einstimmig genehmigt.

Die wasserrechtliche Genehmigung zum Betrieb der Kläranlage, die im Jahr 2002 erteilt worden war, läuft zum 31. Dezember dieses Jahres aus und muss erneuert werden. Dazu ist ein offenbar recht kompliziertes Verfahren notwendig. Deshalb wurde vom Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen empfohlen, ein geeignetes Ingenieur-Büro mit der Zusammenstellung der Unterlagen für das Verfahren zu beauftragen. Deshalb heißt es in der Beschlussvorlage auch "für die Erstellung der umfangreichen Unterlagen wird die Hilfe eines Planungsbüros benötigt." Mit mehreren geeigneten Büros wurde Kontakt aufgenommen, heißt es weiter, zwei konnten ein entsprechendes Honorarangebot abgeben. Das wirtschaftlichste Angebot kam vom Büro Baurconsult aus Haßfurt mit einem Betrag von 13.800 Euro. Das Büro sagte zu, den Auftrag bis Ende Mai 2022 zu erledigen. Die Verbandsversammlung stimmte einstimmig zu, Baurconsult den Auftrag zu erteilen. Wie erwähnt, hatte auch ein zweites Büro ein Honorarangebot abgegeben. Fragen danach sollten erst im nichtöffentlichen Teil der Sitzung beantwortet werden, hieß es.

Dem Abwasserzweckverband Obere Lauer gehören der Markt Maßbach, der Markt Stadtlauringen, die Stadt Münnerstadt sowie die Gemeinden Üchtelhausen, Thundorf und Sulzfeld an. Nicht alle Stadt- und Ortsteile sind jeweils angeschlossen.