Wenn alles gut geht, ist Münnerstadt bald um ein paar Attraktion reicher. "Es ist geplant, den Premiumwanderweg zu verlängern", sagt Kultourismus-Chefin Inge Bulheller. Bei der Ausschreibung der Wege habe sich gezeigt, dass alles, was mit Wasser zu tun hat, gut ankommt. Und da hat ja auch Münnerstadt einiges zu bieten. So soll die Extratour des Hochrhöners über den Michelsberg zwar noch immer am Oberen Tor beginnen, enden soll er allerdings bald am Pfauenbrünnlein.


Ein "Kneipp-Riesel"

Künftig sollen Wanderer am Ende des Weges entlang der Stadtmauer zum Jörgentor und der Waschlauer geführt werden. Weiter geht es dann zum Mühlrad am Hubertushof und letztendlich zum Pfauenbrünnlein unterhalb des Schützenhauses. Den Höhepunkt dabei soll der Jörgentorpark mit der Waschlauer bilden. "Ich habe es Kneipp-Riesel getauft", erläutert Inge Bulheller. Und das hat seinen Grund. Ein klassisches Kneipp-Becken ist es jedenfalls nicht, weil das Wasser ja fließt. Aber ansonsten ist das Vorhaben dem Original sehr ähnlich.

Mitten in die Waschlauer soll ein Handlauf gebaut werden, wobei der Untergrund entsprechend hergerichtet werden muss, damit man barfuß laufen kann. Angedacht sind auch Bänke, die Wechselbäder für die Füße ermöglichen. Den alte Zugang zum Wasser müsste man natürlich wieder auf Vordermann bringen. Im Jörgentorpark sind dann Holzliegen geplant, wie es sie schon auf dem Premiumwanderweg gibt.

Dort sollen sich die Wanderer und Einheimische ausruhen können. Zwar soll der Kneipp-Riesel eine zusätzliche Attraktion für Wanderer auf dem Extratourer sein, hauptsächlich jedoch wird er den Münnerstädtern zur Verfügung stehen.
Das Ganze wird in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt und der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt geschehen. Es wird auch abgeklärt, inwieweit eine Förderung möglich ist.

Um den Premiumwanderweg noch mehr ins Bewusstsein zu rufen, hat Inge Bulheller noch weitere Ideen. So wird der frühere Kreisheimatpfleger Bertram Becker Führungen anbieten. Er war maßgeblich dafür verantwotrtlich, dass die Kirchenruine auf dem Michelsberg vor dem Verfallm gerettet worden ist.


Verpflegungsstationen geplant

"Zusätzlich soll es dann verschiedene Verpflegungsstationen geben", sagt die Kultourismus-Chefin. Auf dem Michelsberg sind uralte Weinstöcke gefunden worden und Inge Bulheller könnte sich gut vorstellen, dass man dort eine Weinverkostung durchführt. Am Bienenhaus von Robert Reuscher wäre beispielsweise eine Honigverkostung möglich.

Ein Vorhaben ist inzwischen schon recht weit gediehen. Statt der ursprünglich geplanten drei Hinweisschilder auf Münnerstadt am Talweg wird es nur ein großes geben und zwar an der Sitzgruppe bei der Wasseraufbereitungsanlage der Stadtwerke Bad Kissingen. Da hat Kultourismus den Naturpark Rhön als Unterstützer gewonnen. Die Tafel wird Hinweise auf die Sehenswürdigkeiten und die Gastronomie in Münnerstadt enthalten, aber auch den Premiumwanderweg und die acht Wanderwege des Rhönklub-Zweigvereins Münnerstadt aufzeigen.

"Einen Kostenvoranschlage haben wir schon", sagt Inge Bulheller. "Wenn irgendwie möglich, soll die Tafel im Herbst stehen." Und: "Für die geplanten Projekte hoffen wir auf die erforderliche Unterstützung, weil das Miteinander den Erfolg bringt."


Umsetzung im nächsten Jahr

Es habe schon einmal den Vorstoß einer Münnerstädterin gegeben, eine Kneipp-Anlage zu errichten, damals sei das aber aus Kostengründen abgelehnt worden, erinnert Bürgermeister Helmut Blank (CSU). Nun sieht er besserer Chancen, insbesondere was die Fördeung betrifft. Das Stadtoberhaupt würdigt das Engagement von Inge Bulheller und ihren Mitstreitern. Er geht davon aus, dass heuer die Planungen durchgeführt werden und der Kneipp-Riesel im nächsten Jahr umgesetzt wird.