Ein Pressegespräch hierzu fand im Jagdschloss Fasanerie der Gemeinde Rhönblick, Ortsteil Hermannsfeld, statt.

Der Skulpturenpark Deutsche Einheit erinnere an historischer Stelle an die 40-jährige Teilung Deutschlands. Immerhin war die "Schanz" die einstige Grenzübergangsstelle zwischen Unterfranken und Thüringen. 1991 ist mit der "Goldenen Brücke" als erstes Zeichen der Wiedervereinigung auf der Grenze zwischen Franken und Thüringen der Skulpturenpark Deutsche Einheit entstanden und in den vergangenen Jahren durch weitere Skulpturen gewachsen.

"Grenzüberschreitungen"

Allerdings meldeten vor gut einem Jahr die Thüringer Landesgesellschaft und die Stiftung Naturschutz Thüringen "Grenzüberschreitungen" durch Kunstwerke auf einem vom Landkreis Schmalkalden-Meiningen nicht gepachteten Bereich. Es kam zu entsprechendem Schriftverkehr und Auflagen, gegen die sich der Berliner Aktionskünstler gewehrt hatte, da ihm diese Naturschutzgrenzen nicht bekannt waren. Protestaktionen und entsprechender Schriftverkehr zwischen Herbert Fell sowie den Vertretern beider Landkreise folgten. Dazu gehört unter anderem die Aktion, bei der sich Jimmy Fell medienwirksam in einer selbstgebauten Sänfte über den Skulpturenpark tragen ließ, da es, aufgrund eines Schreibens aus Meiningen, für ihn ein Betretungsverbot am Skulpturenpark gab.

Auslöser war eine aus Lehm geformte Skulptur, die nun im Naturschutzgebiet lag. Diese sollte er entfernen und weitere Aktivitäten mit dem Landratsamt in Meinigen abstimmen.

Fell aus Termingründen nicht dabei

Landrätin Peggy Greiser sagte im vergangenen Jahr in einem Gespräch mit dieser Redaktion, dass sie für ein klärendes Gespräch "am Runden Tisch" gerne bereit sei. Dem schloss sich auch Rhön-Grabfeld-Landrat Thomas Habermann an, und so luden beide vor wenigen Tagen zu einem Treffen auf neutralem Boden, in das Rathaus der Stadt Mellrichstadt ein. Daran nahm Jimmy Fell allerdings, wie er schrieb, aus Termingründen, nicht teil. "Wir haben ihn aber danach unverzüglich über den Gesprächsinhalt informiert", sagte Landrat Thomas Habermann beim Pressegespräch.

Man war sich einig, dass der Skulpturenpark Deutsche Einheit, dessen Fläche vom Landkreis Schmalkalden-Meiningen gepachtet ist, mittlerweile von öffentlichem Interesse sei. Allerdings müsste es, im Hinblick auf das Eigentum der Stiftung Naturschutz Thüringen eine klare Regelung geben. An dem Mellrichstädter Gespräch nahmen Landrätin Peggy Greiser (Schmalkalden-Meiningen), Landrat Thomas Habermann (Rhön-Grabfeld), die Leiter der Stabsstellen Kreisentwicklung, Daniel Klee (Schmalkalden-Meiningen), Jörg Geier (Rhön-Grabfeld), Michael Kraus (Bürgermeister Stadt Mellrichstadt), Alexander Schmidtke (Geschäftsführer Thüringer Landgesellschaft mbH), Sandra Lindauer (Thüringer Landgesellschaft mbH) und Denis Peisker (Geschäftsführer Stiftung Naturschutz Thüringen) teil.

Gemeinsamkeit der beiden Landkreise symbolisiert

Letztendlich symbolisiere der Skulpturenpark auch die Gemeinsamkeit der beiden Landkreise Rhön-Grabfeld und Schmalkalden-Meiningen. Vor allem ging es aber um eine an einen Landwirt verpachtete Fläche, auf der Jimmy Fell neue Kunstwerke erstellte. Die Beteiligten sahen bei der Beratung den Skulpturenpark in der aktuellen Situation als Gesamtbild und zeigten sich, trotz der naturschutzfachlichen Problematik, bereit, diesen in seiner jetzigen Gebietsabgrenzung nicht in Frage zu stellen. Dies betrifft auch den Bereich, in dem eine Lehmskulptur und neue Kunstwerke erstellt wurden, sagte Landrätin Peggy Greiser beim Pressegespräch. Dazu gibt es eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen und der Stiftung Naturschutz Thüringen. Diese besagt, dass alle bisher entstandenen Kunstwerke auf der Fläche des Skulpturenparks verbleiben können. Neue Installationen oder Veränderungen sollten jedoch unterbleiben.

Dokumentation des Skulpturenparks Deutsche Einheit

"Die Landkreise Schmalkalden-Meiningen und Rhön-Grabfeld sowie die Stadt Mellrichstadt und die Thüringer Landgesellschaft mbH sehen den Skulpturenpark als geschichtliches Ensemble und erkennen die bisher geschaffenen Arbeiten des Künstlers Herbert Fell im Sinne der geschichtlichen Aufarbeitung politisch an." Als sinnvoll hielten Landrätin Peggy Greiser und Landrat Thomas Habermann in diesem Zusammenhang eine Dokumentation des Skulpturenparks Deutsche Einheit, vor allem auch zur konkreten Information für Besucher oder Schulklassen. Im Gespräch ist bereits ein QR-Code, wie Rhön-Grabfelds Kreiskulturreferent Hanns Friedrich den Landräten sagte. Etwas, das genau im Sinn der Verantwortlichen wäre. Landrätin Peggy Greiser könnte sich auch die Erfassung der Kunstwerke in einem Katalog vorstellen. Sie, wie auch Landrat Thomas Habermann, hofft, dass man mit dieser Vereinbarung auf einem guten Weg in die Zukunft ist.