Die alten Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Münnerstadt sind auch die neuen. Das neue Feuerwehrhaus wurde in der Generalversammlung nur in wenigen Nebensätzen erwähnt. Es gab Neuaufnahmen und zahlreiche Mitglieder wurden für langjährige Zugehörigkeit geehrt.

Benjamin Schulz, der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, berichtete, dass der Verein 128 Mitglieder hat, darunter sind 56 Aktive und neun Jugendliche. Dass sein Bericht von der Corona-Pandemie geprägt war, versteht sich von selbst: "Wichtige Übungen der aktiven Wehr, um immer gut ausgebildet die Einsätze abarbeiten zu können, entfielen". Auch Feste, Veranstaltungen, Umzüge oder interne Feiern gab es 2020 nicht.

Auch 2021 sehe es nicht besser aus, so Schulz. Doch er hofft, dass es 2022 wieder normal läuft. Die Krise habe allerdings gezeigt, dass trotz der wenigen Übungen und Treffen immer mehr als genügend Feuerwehrfrauen und -männer kamen und ausrückten, sobald der Melder und die Sirene gingen. "Das zeigt mir, dass hier in Münnerstadt Feuerwehr nicht nur als Hobby ausgeführt, sondern von den Mitgliedern gelebt wird".

Masken aus dem 3D-Drucker

Kommandant Robert Müller betonte, "die Corona-Pandemie hat auch bei jedem von uns privat, dienstlich und feuerwehrtechnisch das Leben verändert". Als eine der ersten habe die hiesige Feuerwehr die Maskenpflicht im Einsatzdienst eingeführt. Die ersten Masken seien mit einem 3D-Drucker selbst hergestellt worden. Er erinnerte daran, dass die Mannschaft von der Stadt mehrfach angefordert wurde, um öffentliche Plätze und insbesondere Spielplätze zu sperren. Außerdem wurden kostenlose Mundschutzmasken an die Bevölkerung ausgegeben.

Besonders schmerzlich: Der Übungsdienst wurde komplett eingestellt. Der Einsatzdienst wurde jedoch unter strengen Auflagen aufrechterhalten. "Es war eine verdammt schwere Zeit und ich hatte meine größten Befürchtungen, dass die Mannschaft und die Feuerwehr stark darunter leiden werden", gab Müller zu - "aber ich habe mich getäuscht!"

105 Einsätze

Ende 2020 hatte die Feuerwehr 89 aktive Mitglieder, so der Kommandant. 81 von ihnen können rund um die Uhr alarmiert werden. 24 von ihnen sind Atemschutzgeräteträger und 21 Maschinisten. In diesem Jahr gab es insgesamt 105 Einsätze. Insbesondere die Ausgangssperre und Home-Office sorgten für einen Rückgang der schlimmen Ernstfall-Einsätze.

Die Löschgruppe Althausen habe sich "super in die Gemeinschaft integriert", lobte er. Er bedankte sich auch bei der Stadt, dass nun zwei hauptamtliche Kräfte als Gerätewarte eingestellt wurden. In den vergangenen Jahren sei mehrfach festgestellt worden, dass diese Arbeit nicht nur von ehrenamtlichen Kräften allein geleistet werden könne.

Nichts Neues vom Gerätehaus

Er ging zum Schluss auch auf das Feuerwehrgerätehaus ein: "Ich kann leider unterm Strich keine neuen positiven Nachrichten überbringen. Ich hoffe, dass wir mit dem neuen Bürgermeister und seinem Stadtrat in den kommenden Jahren schneller zu einem Erfolg kommen als in den vergangenen sechs Jahren". Bürgermeister Michael Kastl versprach: "Wir bleiben dran am Feuerwehrhaus" und hofft, dass nun als nächstes konkretere Schritte folgen können.

Kommandant Robert Müller und sein Stellvertreter Guido Denner wurden wiedergewählt. Als Vertrauensperson wurden in den Feuerwehrvorstand gewählt: Katharina Wolf für die Aktiven und Christian Schmitt für die passiven Mitglieder.

Ehrung treuer Mitglieder

Ehrungen gingen für zehn Jahre aktiven Dienst an Manuel Pfeuffer (Löschgruppe Althausen) und Dominik Kuhn, für 20 Jahre Jan Schmitt, Florian Heidenreich, Tina Froning und Sascha Engel, für 25 Jahre Rüdiger Knötgen und Holger Buhlheller (Löschgruppe Althausen), für 30 Jahre Monika Petsch und für 40 Jahre Reinhold Heppt.