Münnerstadt Die Regierung von Unterfranken hat dem Bezirk Unterfranken die fachliche Genehmigung für den Umbau der Physikalischen Therapie im Münnerstädter Thoraxzentrum des Bezirks Unterfranken erteilt. Damit steht dem Umbau im kommenden Jahr nichts mehr im Wege. Die Baugenehmigung durch den Landkreis liegt bereits vor.
Der Architekt könne nun nach letzten Abstimmungsgesprächen mit der Regierung von Unterfranken die Ausschreibungen einleiten, so die Information vom Verwaltungsleiter der Klinik, Jürgen Oswald.
Geplant ist, die Physikalische Therapie, die sich im Westtrakt der Fachklinik befindet, umzubauen. Der frühere Schwimmbadraum soll für Bewegungstherapie, für einen Salzstollen, eine Kneippwanne und die Infrarotkabine genutzt werden.
Die neuen Einzelkabinen werden alle mit Druck- und Sauerstoffanschlüssen errichtet. Ein Farbkonzept soll eine Wohlfühlatmosphäre schaffen, erklärt die Leiterin der Physiotherapie, Heike Linz-Keul. Der Salzstollen, betont die Atem- und Physiotherapeutin sei eine Besonderheit. Dort wird dann Himalaya-Salz zur Inhalation vernebelt.


Auch neue Außenanlage

Ein notwendiger Bewegungs- und Wartebereich soll entstehen. Vorhandene Sanitäreinrichtungen und der Multifunktionsraum werden saniert. Zusätzlich sind im Außenbereich unter anderem ein Barfußpfad und diverse Outdoor-Sportgeräte vorgesehen.
Das Thoraxzentrum strukturiert die physikalische Therapie um. "Wir gehen einen neuen Weg in der physikalischen Therapie", so Jürgen Oswald. Die Klinik verabschiedet sich von der Nasstherapie im Schwimmbad. Das Schwimmbad wird aufgegeben. Es war undicht. Außerdem sei das in Schwimmbädern eingesetzte Chlor für Menschen mit Atemwegserkrankungen nicht optimal, meint Oswald.


Physiotherapie ist ausgelagert

Die Erweiterung der physikalischen Therapie macht es künftig möglich, dass nicht nur die Reha-Patienten des Hauses in den Genuss der physikalischen Therapie kommen, sondern schon Akutpatienten dort ihren Genesungsprozess beschleunigen können.
Auch während der Baumaßnahme ist die Durchführung der physikalischen Therapie in vollem Umgang gewährleistet. Die Abteilung ist bereits in den Bereich der früheren Cafeteria ausgelagert. Der anstehende Baulärm, so hofft Oswald, soll sich für die Patienten in Grenzen halten. Dass die Abbrucharbeiten allerdings in manchen Patientenzimmern zu hören sein werden, könne man nicht ausschließen, meint Jürgen Oswald.
Heike Linz-Keul betont, dass man auch im Provisorium gut zurecht komme. Robert Schäfer ist derzeit Reha-Patient im Thoraxzentrum. Er lobt die Abteilung, aber auch das gesamte Krankenhaus. Menschlich und fachlich fühlt er sich bestens betreut. Heike Linz-Keul freut sich über das Lob und betont, dass in der kleinen Reha-Abteilung des Hauses eine individualisierte Betreuung möglich sei.


Immer wieder hohe Investitionen

Deshalb ist die Physio-Abteilung der Klinik auch zusammen mit Patienten zu Herstellern von Fitnessgeräten gefahren, damit man die Meinung der Nutzer zu den Geräten hören konnte. Auch in der Physiotherapie sind derzeit Testgeräte im Einsatz. Denn die neuen Trainingsgeräte sollen genau auf die Bedürfnisse in einer Klinik für Lungenerkrankungen abgestimmt sein.
Jürgen Oswald ist mittlerweile sanierungserfahren. Seit zehn Jahren ist er an der Klinik und er kommt auf mindestens acht bis zehn umfangreichere Baumaßnahmen in dieser Zeit. "In unserer kleinen Klinik gibt es eigentlich jedes Jahr ein größeres Projekt", so seine Erfahrung. Das sei aber nötig, um auf modernstem Stand zu bleiben.
"Ich persönlich wünsche mir, dass wir im April mit dem Umbau starten können, erklärt Jürgen Oswald. Er hofft, dass die Baumaßnahme Ende 2017 abgeschlossen wird. "Das ist das große Ziel."
Der Bezirk bekommt für die Umbauten in seiner Münnerstädter Klinik eine staatliche Förderung auf den förderfähigen Umbau im Innenbereich der Bewegungstherapie. "Die Förderung erfolgt aus Mitteln der Bayerischen Krankenhausfinanzierung im Rahmen des vom Bayerischen Landtag beschlossenen Staatshaushalts", schreibt die Regierung von Unterfranken in einer Pressemitteilung.
Insgesamt rechnet der Bezirk Unterfranken bei diesem Projekt mit Gesamtkosten von rund 1,6 Millionen Euro.