Noch vor wenigen Wochen schien klar, dass Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU) recht bald zum Startschuss für die Generalsanierung der Rannunger Mehrzweckhalle einlädt. Nach der Debatte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates scheint wieder alles offen. Wird die Sanierung etwa verschoben? Wird die Planung abgespeckt, um Geld zu sparen? Wird Zug um Zug über Jahre, je nach Kassenlage, saniert? Oder wird gar erst einmal nichts gemacht?

Preiserhöhungen und Antrag

Auslöser für diese Entwicklung sind sich abzeichnende starke Preiserhöhungen wegen des Ukraine-Krieges vor allem bei Baumaterial (die Rede war von 20 bis 50 Prozent) und ein Schreiben von Gemeinderat Joachim Weigand (CSU/FW). Dieser stellt den Antrag, keinen, auch keinen vorzeitigen Maßnahmenbeginn "in irgendeiner Weise" zu starten, bevor ein vom Landratsamt genehmigter Haushalt samt schriftlicher Zusagen der Vereine mit einer Bau-und Planungskostensteigerungsklausel dem Gemeinderat vorliegt. Die Halle soll nach der Generalsanierung zum "Betrieb gewerblicher Art" werden, um auf diesem Weg die Vereine über die Mehrwertsteuer am Unterhalt der Halle zu beteiligen.

Weigand hatte eine namentliche Abstimmung verlangt. Doch die Gemeinderäte mussten ihre Hände diesmal gar nicht heben. Die Entscheidung über die Zukunft des Projektes soll nun möglichst in der nächsten Sitzung stattfinden, wenn weitere Daten und Fakten vorliegen.

Warten auf genehmigten Haushalt

Zurzeit sei die Kämmerei der Verwaltungsgemeinschaft mit dem Haushalt für den Markt Maßbach beschäftigt. Deshalb sei noch nicht absehbar, wann ein abschließender Haushalt für Rannungen vorgelegt werden kann, heißt es in der von Kämmerer Michael Weigand ausgearbeiteten Beschlussvorlage. Wann mit einer Genehmigung des Haushaltes durch das Landratsamt gerechnet werden könne, sei im Moment noch nicht abschätzbar. Ob sich das Landratsamt speziell zur Mehrzweckhalle äußert, könne ebenfalls nicht gesagt werden. Im Rahmen dieser Haushaltsgenehmigung würden keine bestimmten Maßnahmen einer Gemeinde genehmigt, das sei Sache des Gemeinderates. Das Landratsamt prüfe nur die finanzielle Lage und die geplanten Kreditaufnahmen.

Es sei nicht verantwortbar, das Projekt Hallen-Sanierung auf Eis zu legen, betonte der Bürgermeister zu Beginn der Diskussion. Auf den Haushalt zu warten, könne bis zum Herbst dauern. Er stellte den Raum, ob nicht trotz aller Risiken, die sich ergeben könnten, zumindest die beiden ersten Gewerke für Abbruch und Entkernung auszuschreiben und zu schauen, welcher Preis verlangt werde. Der Text der Ausschreibungen sei bereits fertig und nur noch nicht herausgegangen, da der Brief von Joachim Weigand einging und die Diskussion im Gemeinderat abgewartet werden sollte.

"Da hat jemand geschlafen"

Gemeinderat Steffen Winterbauer (CSU/FW) wollte wissen, ob die Zahlung der zugesagten eine Million Euro Förderung durch den Bund verlängert werden kann. Die Zusage gelte bis 2024, für die Generalsanierung Zug um Zug gebe es gar nichts, so der Bürgermeister. "Ich verstehe das Gejammere nicht. Da hat jemand geschlafen, und wenn es der Kämmerer ist", schimpfte Winterbauer, und sein Kollege Josef Holzheimer (CSU/FW) wurde noch deutlicher: "Die Finanzierung war zu keinem Zeitpunkt überhaupt gesichert. Jeder private Bauherr fängt erst an, wenn die Finanzen klar sind", und: "Wir können nicht über ein Millionen-Projekt abstimmen, wenn die Finanzierung zwischen Tür und Angel hängt." Die 2. Bürgermeisterin Sybille Büttner (Bürgerliste) beendete schließlich die Diskussion mit der Bemerkung "die Halle ist für unser Dorfleben ungeheuer wichtig. Bis zur nächsten Sitzung müssen die offenen Fragen geklärt sein und dann muss klar entschieden werden. Es dreht sich alles um die Million Euro Förderung. Ohne die können wir einpacken".

Diese Sitzung fand übrigens zum ersten Mal nach langer Zeit wieder in der alten Schule statt, der Sitzungssaal war gut geheizt. Wegen der Corona-Pandemie war der Gemeinderat, um die Ansteckungsgefahr klein zu halten, zuerst in die Mehrzweckhalle und dann in den Pfarrsaal ausgewichen. Vor allem in der Mehrzweckhalle war es gelegentlich ungemütlich frostig gewesen.