Nichts ist sicher vor den spitzen Zungen der "Wilden Schlehen aus der Rhön", auch bekannt als "Kaufmannsware": Die vier Frauen, die ursprünglich aus Weisbach in der Rhön kommen, haben einen staubtrockenen Humor. Und den bewiesen sie auch beim Federweißenabend der Dorfgemeinschaft Thundorf in der Festhalle. Zum Schutz der Gäste galt die 2G Regel, das bedeutet, Zutritt hatten nur Geimpfte und Genesene.

Die Frauen-Combo, die seit zwölf Jahren auf der Bühne steht, imponierte mit feinem Satzgesang in Rhöner Mundart und mit ihren Instrumenten wie Tuba, Flügelhorn, Klarinette und Akkordeon. Gerne teilen sie Seitenhiebe auf die Männer aus, aber sie sind nicht grundsätzlich männerfeindlich, wie sie finden.

Mit einem Schuss Selbstironie rissen sie mit ihren schmissigen Melodien das Publikum mit. Die Besucher mussten nicht extra zum Mitmachen aufgefordert werden, sondern ließen sich vom Ensemble anstecken.Von der instrumental interpretierten Fränkischen Volksmusik, zum Teil aus eigener Feder, bis hin zur Rhöner Mundart - sie beherrschen alles .

Zu ihren bekanntesten Liedern gehören "Ich will en Moo, mit en große Bulldog", "die wilde Treibjagd in der Rhön", das "Kreuzberglied" auf chinesisch oder der "Nostalgie Rap".

Aus der Hand des Bayrischen Heimatministers (heute Ministerpräsident) Markus Söder erhielten die "Vier" am 1. März 2018 in Schweinfurt den "Heimatpreis von Unterfranken" für ihre Dialektpflege und die Bewahrung der Musik ihrer Rhöner Heimat. Minister Söder war damals so angetan, dass er die "Kaufmannsware" für Fastnacht in Franken empfahl. Das Musikquartett "Kaufmannsware" sang ihrerseits dem Minister ein eigens getextetes Lied. "Die Preisverleihung war für uns alle ein unvergessliches Erlebnis", waren sich die Sängerinnen einig.

Die vier "Wilden Schlehen" aus der Rhön, (Ilona Zirkelbach, Theresa Seiffert, Edith Hüttner, Angelika Enders) sind bekannt für freche hausgemachte Lieder in Rhöner Mundart und humorvollen Auftritte, aber sie haben auch schon des öfteren gezeigt, dass auch leise und besinnliche Töne zu ihrem Repertoire gehören, wie am Schluss das Heimatlied über die herrliche Rhön.

Die Zeit verging viel zu schnell. Die Besucher dankten mit stürmischen Applaus, und die vier von "Kaufmannsware" kamen der Forderung nach Zugabe gerne nach, indem sie noch zwei weitere Stücke vortrugen.