Lob von allen Seiten gab es in der Kreisverbands- und Kommandantendienstversammlung für die über aktiven 5000 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner im Landkreis in Poppenlauer. Der 1. Polizeihauptkommissar Christian Pörtner, Leiter der Polizeiinspektion Bad Kissingen: "Ohne Feuerwehren vor Ort wäre die Polizei überfordert. Sie sind die Helden des Alltags". Wegen der Coronapandemie konnte diese Versammlung erst jetzt wieder nach zweijähriger Pause stattfinden, entsprechend lang fielen die Berichte aus.

Kreisbrandrat Benno Metz erwähnte in seinem Bericht, dass die Sicherstellung der Einsatzbereitschaft der Wehren tagsüber in den Gemeinden eine immer größere Herausforderung sei, da die Mitglieder der Feuerwehr überwiegend auswärts arbeiten würden. Mit der integrierten Leitstelle Schweinfurt klappe die Alarmierung ganz gut. Nicht ganz zufrieden war er anfangs mit dem Impfangebot für die Feuerwehrleute. "Dabei leitete uns die Überlegung, dass wir bei Hilfeleistungseinsätzen den Opfern näher kommen mussten als bei Bränden oder vielen anderen Einsätzen", betonte er. Er dankte den Städten und Gemeinden für die Ausstattung ihrer Feuerwehren im Rahmen der Leistungsfähigkeit. Aufwendungen für die Feuerwehren seien Investitionen in die Sicherheit der Bevölkerung. Er lobte auch das Entgegenkommen der Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tagsüber für den Feuerwehrdienst freistellen, "nur dann können wir in Notsituationen Hilfe leisten".

3000 Schutzmasken

Metz erinnerte daran, dass der Kreisfeuerwehrverband, da in fast allen Wehren Corona-Schutzausrüstung fehlte, 3000 Schutzmasken und 700 Schutzoveralls angeschafft und an die Wehren weitergegeben hat. Die Kosten wurden den Kommunen in Rechnung gestellt.

Bürgermeister Matthias Klement (CSU) stellte die gastgebende Marktgemeinde Maßbach vor. "Wir haben leistungsstarke Feuerwehren vor Ort auch mit Frauen und mit Jugend. Wir haben auch Autobahneinsätze, von den Fahrzeugen her sind wir gut gerüstet".

Landrat Thomas Bold (CSU) dankte den Floriansjüngern für ihr großartiges Engagement - "die Pandemie hat Sie stark gefordert, trotzdem waren Sie stets einsatzbereit". Er bat um Verständnis, dass das Impfangebot anfangs sehr beschränkt gewesen sei. Auch die Pflegerinnen und Pfleger in Altenheimen seien nicht geimpft gewesen.

Staatssekretär Sandro Kirchner MdL (CDU) dankte den Aktiven der Feuerwehr, dass sie für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Michael Rendl, Kreisvorsitzender des Bayerischen Roten Kreuzes, betonte: "Die große Mehrheit der Bevölkerung weiß Ihr Engagement sehr zu schätzen". Kreisbrandmeister Alexander Böse, Schatzmeister des Kreisfeuerwehrverbandes, trug den Kassenbericht vor. Der Vorstand wurde einstimmig entlastet. Kassenprüfer sind jetzt Andreas Bröll, Dominik Büschelberger und Alexander Marx.

Feuerwehr in Zahlen

115 Feuerwehren gibt es im Landkreis, davon 111 Freiwillige und fünf Werks-, Betriebs- und Bundeswehr-Wehren. 5044 aktiv Dienstleistende, davon 465 Frauen und 1125 Atemschutzträger. 88 Jugendgruppen mit 185 weiblichen und 516 männlichen Anwärtern. 15 Kinderfeuerwehren mit 92 Mädchen und 171 Buben. Zwei Musik-Züge mit 66 Mitgliedern. Die Wehren haben insgesamt 246 Fahrzeuge aller Art.

2021 fielen 2203 Einsätze an, 26.809 Stunden wurden geleistet. Zu 1303 technischen Hilfeleistungen und 614 Bränden wurde ausgerückt. Es gab 303 Fehlalarmierungen. Bei den Einsätzen mussten unter anderem 168 Personen betreut und versorgt sowie 99 gerettet und 47 medizinisch erstversorgt werden. Fünf Feuerwehrleute wurden verletzt. Gewalt gegen Feuerwehrleute gab es einmal 2020. (Stand Ende 2021)