Erstmals nach langer Zeit kam der Marktgemeinderat wieder zu einer Sitzung im gewohnten Sitzungssaal im Rathaus zusammen. Allerdings wurde streng darauf geachtet, dass die Anwesenden die 3G-Auflagen (geimpft, genesen oder getestet) auch wirklich einhalten. Die Marktgemeinderäte beschlossen, eine Überwachung des ruhenden Verkehrs einzuführen, den Flächennutzungsplan zu ändern und die Gebühren für den gemeindeeigenen Kindergarten in Poppenlauer zu erhöhen. Außerdem standen Bauangelegenheiten auf der Tagesordnung.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des privaten Unternehmens ESD Verkehrsdienste GmbH aus Mühldorf am Inn werden in Zukunft die Straßen und Plätze überwachen, um den sogenannten ruhenden Verkehr in der Marktgemeinde zu überwachen. Die Firma hat bereits in Münnerstadt diese Aufgabe übernommen. Manfred Berghofer, Geschäftsführer des Unternehmens, stellte nun in Maßbach das Unternehmen und die Arbeitsweise vor.

Die Mitarbeiter übernehmen den Außendienst, das heißt sie patrouillieren durch die Straßen und über die Plätze und notieren Fahrzeuge, die ihrer Ansicht nach verkehrswidrig geparkt sind. Auch Sachbearbeitung im Innendienst können sie übernehmen, während die eigentlichen Entscheidungen als hoheitliche Aufgaben, die nicht abgegeben werden dürfen, bei der Gemeinde bleiben müssen.

20 Stunden pro Monat, auch an Sonn- und Feiertagen, sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ESD Verkehrsdienste GmbH für die Gemeinde tätig sein. Die Firma bekommt dafür einen festen Stundensatz pro Mitarbeiter, das eigentliche Verwarnungsgeld bleibt bei der Gemeinde. Der Beschluss des Marktgemeinderates, das Unternehmen aus Mühldorf mit der Überwachung des ruhenden Verkehres zu beauftragen, fiel einstimmig. In den letzten Jahren gab es immer wieder Klagen und Diskussionen im Marktgemeinderat, dass zahlreiche Autofahrer an unübersichtlichen Stellen und verkehrswidrig parken.

Das Gewerbegebiet mit dem sperrigen Namen "Gewerbegebiete an der St 2281 a" bekommt einen neuen Namen und heißt zukünftig "Gewerbepark Poppenlauer". Das bisher 17,9 Hektar große Gebiet wird um etwa 14 Hektar erweitert. Deshalb muss nicht nur der rechtskräftige Bebauungsplan, sondern auch der Flächennutzungsplan geändert werden. Der Gemeinderat stimmte einstimmig zu.

Beitrag für Kita steigt

Die evangelische Kindertagesstätte in Maßbach will zum 1. Januar kommenden Jahres die Elternbeiträge erhöhen. Das führt dazu, dass nun auch die Elternbeiträge für den gemeindeeigenen Kindergarten in Poppenlauer erhöht werden sollen. Damit soll vermieden werden, dass es zwischen beiden Einrichtungen in Sachen Beitragshöhe eine Konkurrenzsituation gibt, hieß es in der Sitzung des Marktgemeinderates.

In der Kinderkrippe (unter drei Jahren) kostet die Betreuung in Zukunft bei drei bis vier Stunden täglich 152 Euro pro Monat und steigt dann stufenweise bei acht bis neun Stunden auf 217 Euro. Regelkinder (Erstkind) kosten bei drei bis vier Stunden Betreuung pro Tag 100 Euro pro Monat, bei acht bis neun Stunden 150 Euro pro Monat. Hortkinder (Schulkinder) kosten bei zwei bis drei Stunden Betreuung pro Tag 93 Euro pro Monat, bei vier bis fünf Stunden sind es 107 Euro pro Monat. Der Marktgemeinderat nahm die vorgeschlagene Erhöhung einstimmig an.

Aus dem Förderprogramm der Allianz SWOL (Schweinfurter Oberland) zur Innenentwicklung genehmigte der Gemeinderat eine Förderung in Höhe von 12 500 Euro und erteilte für ein Gebäude in der Hauptstraße in Poppenlauer die vorzeitige Baufreigabe. Das Wohnhaus wurde vor mindestens 50 Jahren errichtet, steht seit etwa zehn Jahren leer und soll nun wieder der Wohnnutzung zugeführt werden. Der Marktgemeinderat stimmte einstimmig zu.