Dr. Norbert Geiger, Repräsentant der BayernGrund Grundstücksbeschaffungs- und -erschließungs GmbH München und sein Kollege Karl-Heinz Scheuring aus Nürnberg hatten ordentlich Stress: Zuerst mussten sie im Rannunger Gemeinderat Rede und Antwort stehen, dann im Marktgemeinderat von Maßbach. Dort ging es um das Gebäude Marktplatz 2, gegenüber dem Rathaus.

Das gemeindeeigene Haus soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Im Erdgeschoss ist eine barrierefreie Arztpraxis vorgesehen, in den oberen Geschossen wie bisher Wohnungen. Wenn sich die Marktgemeinde und BayernGrund einig werden, wird das Unternehmen (es gehört direkt und indirekt zu 75 Prozent dem Freistaat) die Aufgabe des Bauherren und die Finanzierung übernehmen und sozusagen als "Bauamt und Kämmerei auf Zeit" anstelle der Marktgemeinde tätig werden.

Norbert Geiger und Karl-Heinz Scheuring stellten das Unternehmen und ihr "Baumodell" ausführlich vor. In der Sitzungsvorlage für den Marktgemeinderat heißt es "ein Vorteil im Baumodell ist die Entlastung der Verwaltung und des Haushaltes bei voller Kontrolle. Die gesamte Abwicklung inklusive aller Anträge für Fördergelder, Architektenwettbewerb, Planung, Baudurchführung bis hin zur Abnahme wird von der BayernGrund übernommen". Nach Abschluss der Baumaßnahme wird das Projekt an die Gemeinde übergeben, die dann entscheidet, ob die Kosten aus dem Gemeindehaushalt getragen werden oder ein anderes Finanzierungsmodell gewählt werden soll. "Das Honorar für BayernGrund wird mit etwa fünf Prozent der Bausumme zu Buche schlagen", heißt es.

Jahresrechnung 2019

Der Marktgemeinderat billigte einstimmig den Rechenschaftsbericht zur Jahresrechnung 2019 und genehmigte auch einige über- und außerplanmäßige Ausgaben, die angefallen waren. Der Verwaltungshaushalt war ursprünglich in Einnahmen und Ausgaben auf 9,444 Millionen Euro festgesetzt worden. Tatsächlich wurden es 9,685 Millionen Euro. Der Vermögenshaushalt wurde auf 4,051 Millionen Euro festgesetzt, er schloss aber mit nur mit 2,7 Millionen Euro in Einnahmen und Ausgaben ab. Im Verwaltungshaushalt waren 1,7 Millionen Euro sozusagen übrig, mit denen der Vermögenshaushalt teilweise finanziert wurde. Eingeplant war nur eine Zuführung in den Vermögenshaushalt in Höhe von 1,274 Millionen Euro.

Keine Kreditaufnahmen nötig

Kredite mussten 2019 zum Ausgleich des Haushaltes nicht aufgenommen werden. Ende 2019 hatte die Marktgemeinde 1,673 Millionen Euro Schulden. Dies bedeutet bei einer Einwohnerzahl von 4334 eine Pro-Kopf-Verschuldung von 386 Euro. Der Landesdurchschnitt vergleichbarer Gemeinden ist viel höher, er beträgt 582 Euro pro Einwohner.

In der Burggasse im Ortsteil Volkershausen soll auf einem bisher unbebauten Grundstück ein Wohnhaus entstehen und damit eine Baulücke geschlossen werden. Im Rahmen des Förderprogramms der Interkommunalen Allianz Schweinfurter Oberland für Investitionen zur Innenentwicklung genehmigte der Gemeinderat eine Zuwendung in Höhe von insgesamt 21 287 Euro. Bürgermeister Matthias Klement teilte mit, dass die 4G-Technik jetzt auch für Vodafone-Kunden in Maßbach verfügbar ist.