An den Tischen im großen Versammlungsraum des Seniorenzentrums Sankt Elisabeth hatten Seniorinnen und Senioren aus dem Haus Platz genommen. Sie sangen gemeinsam bekannte Volkslieder wie "Muss i denn zum Städtele hinaus" oder "Alle Vöglein sind schon da". Eingeladen zum Singen und Musizieren hatte der Freundes- und Unterstützerkreis des Seniorenzentrums, der auch die Getränke und die Bratwürste spendierte, die es für alle gab.

"Das ist das erste Mal seit März 2020, dass wir wieder etwas für die Senioren tun können", freute sich Britta Bildhauer, seit 2015 Vorsitzende des seit 2009 bestehenden Fördervereins mit seinen etwa 80 Mitgliedern. Für Stimmung und Musik sorgten Elisabeth Lehnhard, Erika Kurfeß und Gaby Markert.

Große Freude bei den Senioren

Die Corona-Pandemie hatte auch im Seniorenzentrum Sankt Elisabeth Spuren hinterlassen und den Seniorinnen und Senioren einiges an Einschränkungen abverlangt. Die jetzt dazu Angesprochenen zeigten sich denn auch ausnahmslos höchst erfreut, dass es nun wieder möglich ist, dass sie, wenn auch unter Auflagen, gemeinsam feiern können und dass das Leben insgesamt leichter geworden ist. Anni Leonhard (83) erzählte, dass sie selbst an Corona erkrankt war und deshalb zwei Wochen ins Krankenhaus musste. Die Zeit, als alle Bewohnerinnen und Bewohner zum Schutz vor Ansteckungen mit Corona nicht einmal zum Essen ihre Zimmer verlassen durften, fand sie besonders schlimm. Sie ist sehr froh, dass die Türen im Seniorenzentrum nun wieder offen sind - "man fühlt sich wieder richtig befreit". Seit dem 1. Juli könnten Besucher, wenn auch unter bestimmten Auflagen, die Bewohner wieder besuchen. Sie wünscht sich wieder mehr Veranstaltungen und denkt hier unter anderem an das sehr beliebte Erzählcafé.

Erzählcafé wird vermisst

Rita Schlembach (86) blieb ebenfalls von Corona nicht verschont, hatte allerdings nur sehr leichte Symptome. "Wir waren zwei Wochen im Zimmer eingesperrt und hatten keinen Kontakt nach außen, das war eine schlimme Zeit für uns" erzählte sie. Auch Rita Schlembach freut sich, wenn wieder mehr Veranstaltungen und Kontakte nach außen möglich sind. Auch sie vermisst das Erzählcafé mit den interessanten Gästen, die aus ihrem Leben erzählen. Seit März 2020 konnte es wegen der Corona-Pandemie nicht mehr stattfinden. Doch Erzählcafé-Organisator Baldur Kolb, der als Vorstandsmitglied des Freundes- und Unterstützerkreises anwesend war, dämpfte die Hoffnungen: "Ich habe mehrere Leute, die erzählen würden. Aber dieses Jahr wird es umständehalber wohl nichts mehr damit".

Gedanke an Weinfeste

Britta Bildhauer, die Vorsitzende des Vereins, hofft sehr, dass es bald wieder möglich ist, die Besuche bei den Senioren, die Gespräche, die begleiteten Spaziergänge, die kulturellen Veranstaltungen wieder aufzunehmen. Sie denkt auch an die Weinfeste, die einmal pro Jahr stattfinden, und zu denen dann auch die Mitglieder eingeladen werden. Früher wurden auch kleine Ausflüge organisiert, heute konzentriert sich der Verein auf Veranstaltungen im oder am Haus, damit möglichst viele Bewohner daran teilnehmen können.

"Wir unterstützen auch Veranstaltungen des Hauses" erzählen Britta Bildhauer, ihr Vorgänger Karl Beudert, der heute Beisitzer ist, sowie Karl Kolb, seit Gründung des Vereins Schriftführer. 13.000 Euro hat der Verein für außerplanmäßige Anschaffungen zur Verfügung gestellt, zum Beispiel für ein Hochbeet.